Reihe „Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945”
28.03.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
ROBERT SCHINDEL: „Fremd bei mir selbst. Gedichte”
Lesung mit dem Autor

Referat: NICO BLEUTGE
Moderation: KLAUS KASTBERGER

Natur, Liebe, Poetologie, Sprachreflexion, Existenz mögen die Themen von Schindels liedhafter Dichtung sein, ihr Grundton ist seit je, und nicht erst mit dem Gewahr-Werden des eigenen Alterns, melancholisch. Zu seinem sechzigsten Geburtstag war 2004 ein Sammelband seiner bis dahin verfassten Gedichte erschienen. Sinnlichkeit und Lebenslust ziehen darin ihre Spuren, die sich mit der Sprachlosigkeit vor vergangenen und gegenwärtigen Bedrohungen und Gräueln stets kreuzen. An diesen Schnittpunkten ereignen sich die Momente der dichterischen Kreativität: in Liedern, Balladen, Elegien, Sonetten, reimlosen Gedichten und - zuweilen auch - im dialektischen (Polit-) Gedicht erblühen neue Wortschöpfungen, werden entgegengesetzte Stimmungen wie im Film miteinander montiert, erklingen zeitgenössische Echos Heines und Celans. (Alte Schmiede)

ROBERT SCHINDEL, geboren 1944 in Bad Hall als Sohn verfolgter Eltern (der Vater wurde im KZ ermordet). Buchhändlerlehre, Bibliothekar, externe Matura, journalistische Arbeit. Seit 1985 freischaffender Schriftsteller, leitete drei Jahre das Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Erste Publikationen im „literarischen Untergrund”, 1970. Seit der Gedichtsammlung „Fremd bei mir selbst”, 2004, erschienen die Lyrikbände „Wundwurzel”, 2005, „Mein mausklickendes Saeculum”, 2008 und „Scharlachnatter”, 2015. Prosawerke u. a.: „Kassandra”, Roman, 1970/2004; „Gebürtig”, Roman, 1992; „Die Nacht der Harlekine”, Erzählungen, 1994; „Gott schütz uns vor den guten Menschen. Jüdisches Gedächtnis - Auskunftsbüro der Angst”, Reden und Vorträge, 1995; „Mein liebster Feind”, Essays, 2004; „Der Krieg der Wörter gegen die Kehlkopfschreie”, Das frühe Prosawerk, 2008; „Dunkelstein”, Eine Realfarce, 2010; „Man ist viel zu früh jung”, Essays, Reden und Bekenntnisse, 2011; „Der Kalte”, Roman, 2013; „Don Juan wird sechzig”, Heiteres Drama, 2015.

NICO BLEUTGE, geboren 1972 in München, Studium der Neueren Deutschen Literatur, Allgemeinen Rhetorik und Philosophie in Tübingen. Er lebt als Lyriker, Essayist und Literaturkritiker in Berlin. Auszeichnungen (u. a.): Anna Seghers-Preis 2006, Erich-Fried-Preis 2012, Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2016. Publikationen: „klare konturen”, Gedichte, 2006; „fallstreifen.”, Gedichte, 2008; „verdecktes gelände”, Gedichte, 2013; „nachts leuchten die schiffe.”, Gedichte, 2017.


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Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (33)
30.03.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Donnerstag, 30 März 2016

Vortrag:
Franz Dotter: Gebärdensprachen - Eine etwas andere Perspektive auf die Welt

FRANZ DOTTER, geboren 1948 in Salzburg, 1966-75 Studium der Germanistik und Mathematik an der Universität Salzburg, Promotion (Dr. phil.) 1975; seit 1973 am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Klagenfurt, 1990 Habilitation (Allgemeine Sprachwissenschaft), seit 1998 ao. Univ.-Professor. Forschungsschwerpunkte: Kognitive Linguistik, Typologie, Gebärdensprachen, Textanalyse, Soziolinguistik. Leitete von 1996 bis April 2013 das Zentrum für Gebärdensprache und Hörbehindertenkommunikation der Universität Klagenfurt.

Zum Vortrag:
„Wir Hörenden können die Gebärdensprachen gehörloser Menschen entweder als exotische Erscheinung betrachten oder aber als Gelegenheit zum Erlernen einer ausdrucksbetonten Sprache. Wir sollten sie als Instrument der Befreiung gehörloser und schwer hörbehinderter Menschen von der Allmacht der hörenden Welt und ihrer gesprochenen Sprachen verstehen. Aus ihrer Analyse können wir aber auch viele Erkenntnisse über Sprache im Allgemeinen, über den Zusammenhang von Sprache und Wahrnehmung bzw. Kognition gewinnen. Der Vortrag wird über die speziellen Erscheinungsformen der Gebärdensprache als visueller Sprache informieren, über ihre Gemeinsamkeiten mit den gesprochenen Sprachen, was sie für gehörlose / hörbehinderte Kinder bedeuten kann, wie sie immer noch diskriminiert wird, was für ihre Weiterentwicklung getan werden muss, ob sie vielleicht durch das Cochlea-Implantat ,ausgerottet’ werden soll. Ein zentrales Ziel der Gehörlosengemeinschaft, der Einsatz der Österreichischen Gebärdensprache in der Frühförderung, im Kindergarten und als Unterrichtssprache in einer speziellen bilingualen Kombination mit Deutsch, wird ebenfalls Thema des Vortrags sein.” (Franz Dotter)

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Buchpräsentation
04.04.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Themenschwerpunkt >Suchbild Familie< :

MONIKA HELFER, „Schau mich an, wenn ich mit dir rede!” (Jung und Jung)
Lesung und Gespräch mit der Autorin
Moderation: CHRISTIAN SCHACHERREITER (OÖ. Nachrichten)

MONIKA HELFER, geboren 1947 in Au (Bregenzerwald), lebt als Schriftstellerin in Hohenems, Vorarlberg. Sie hat Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht, u. a. „Bevor ich schlafen kann”, 2010, und „Die Bar im Freien”, 2012. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Robert-Musil-Stipendium 1996, Österreichischer Würdigungspreis für Literatur 1997, Johann-Beer-Literaturpreis 2012.

Zum Buch:
„Vev ist ein Scheidungskind, ihre Familie ist größer, als sie es schon einmal war. Da ist die Mutter, Sonja, die auch mithilfe von Drogen nicht recht über die Scheidung hinwegkommt, und da ist ihr Neuer, den alle nur ,The Dude’ nennen, einer, der die Dinge in die Hand nimmt und aufräumt in Sonjas Leben. Und da ist Milan, Vevs Vater, der zu Natalie und ihren beiden Töchtern zieht, aber auch in seiner neuen Familie nicht den richtigen Platz findet. Sie alle gehören irgendwie zusammen, weil sie nicht voneinander loskommen. Und Vev? Und die anderen Kinder? Die Kinder lernen schnell, wie das Spiel läuft, und spielen es bald besser als die Erwachsenen.” (Verlagstext)

CHRISTIAN SCHACHERREITER, geboren 1954 in Linz, Studium der Germanistik und Geschichte in Salzburg, Autor, Literaturkritiker und Kolumnist der „Oberösterreichischen Nachrichten”, Lehrbeauftragter für Literatur an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz, zahlreiche Veröffentlichungen.


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GAV OÖ - Die Neuen
06.04.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
René Bauer
Lisa Spalt
Erich Wimmer

Lesung mit der Autorin und den Autoren
Moderation: Alfred Gelbmann

Veranstaltet mit: GAV OÖ

RENÉ BAUER, geboren1978 in Linz, lebt in Ansfelden, studierte Verschiedenes an drei Universitäten in Europa; zahlreiche Auftritte: Poetry Slam unter dem Pseudonym René Monet; Mitbegründer des OÖ Poetry-Slam-Vereins „postskriptum”; Mitbegründer der Linzer Lesebühne „original linzer worte”; ab 2014 monatliche Radiosendung „Café Depresso” auf Radio FRO; zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften.

LISA SPALT, lebt in Linz; Arbeiten zum „Handeln in Sprache und Bildern”; Personifizierung des „Instituts für poetische Alltagsverbesserung”; Zahlreiche Bücher, u. a.: „Die zwei Henriettas. Eine Odyssee”, 2017; „Ameisendelirium”, 2015; „Dings. Ein Gebrauchsgegenstand”, 2012; Hörspiele, u. a.: „Dings”, ORF 2012; Zahlreiche Gemeinschaftsarbeiten.

ERICH WIMMER, geboren 1966 in Linz; Ausbildung zum Geigenlehrer am Konservatorium der Stadt Linz; Studium der Kunstwissenschaft und Philosophie an der KU Linz; schriftstellerische Tätigkeit seit 1995; zahlreiche Beiträge in Literaturzeitschriften/Anthologien; Romane, zuletzt: Mühlviertel-Krimi „Saugust”, Kuh-Krimi „Buddhakäse”, „Kuttenlos - Erfahrungen aus der Linzer Domeremitage” und „Fiel Sonne”, Roman einer Islandreise.

ALFRED GELBMANN, geboren 1946 in Linz; Autor, Herausgeber, Literaturwissenschaftler: Schwerpunkt: Schreibprozessforschung; Studium: Germanistik, Romanistik, Kunstgeschichte.


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Internationales Symposium
19.04.17 14:00 Uhr - 18:00 Uhr
„Archive für Literatur. Der Nachlass und seine Ordnungen”. Internationales Symposium

14.00 - 18.00 Uhr, Workshop

TeilnehmerInnen:
VANESSA HANNESSCHLÄGER, MARLENE HANS, FLORIAN HUBER, STEFAN MAURER, HELMUT NEUNDLINGER, KATHARINA PEKTOR, DOMINIK SRIENC, KATHARINA STRASSER, LINA MARIA ZANGERL

Veranstaltet von:
Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich, Linz
Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung der Karl-Franzens-Unsiversität Graz

„Archive für Literatur!” verlangte Wilhelm Dilthey in einem später berühmt gewordenen Vortrag aus dem Jahr 1889. Heute sind solcherart geforderte Lagerstätten literarischer Vor- und Nachlässe, die möglichst in öffentlichem Besitz und für die wissenschaftliche Forschung frei zugänglich sein sollten, an verschiedenen Orten eingerichtet. Literaturarchive funktionieren entweder als autonome Institutionen oder eingebunden in Bibliotheken, Universitäten, Gedenkstätten oder Museen. Sie sind Orte der Verwahrung und Verwaltung des literarischen Erbes, Stätten der Forschung, aber auch Schauplätze kultureller Hegemonien im Einflussbereich politischer Macht. Erwachsen ihnen daraus nicht alle klassischen Konflikte und Probleme, die die Geschichte des Archivs im europäischen Raum prägten?

Die Konferenz setzt sich mit der (Ideen-)Geschichte des Literaturarchivs, seinen institutionellen Hintergründen, Bedingungen und Voraussetzungen sowie mit einer möglichen Theorie des Literaturarchivs im Rahmen einer allgemeiner gedachten „Archivologie” auseinander. Dabei sind Fragen an die Bestände des Literaturarchivs zu stellen: Was überhaupt ist ein Nachlass? Nach welchen Prinzipien ist er geformt? Wer bestimmt, was von einer literarischen Hinterlassenschaft bleibt und ins Archiv genommen wird? Wie steht es um das Verhältnis von Kanon und Literaturarchiv? Wie setzt sich in der archivtechnischen Ordnung des Nachlasses die reale Arbeitsumgebung des Dichters um? Was bleibt von der „Werkstatt des Dichters” in den Ordnungen des Archivs? Wie weit reicht die (postume) Werkherrschaft des Autors und was leistet im Material die Signatur des Archivs?

Die Konferenz unternimmt den Versuch, Fragen zum prinzipiellen Status des Literaturarchivs und seiner Bestände in einer Form nachzugehen, die über das einzelne Fallbeispiel hinausreicht. Dabei soll zwischen Literaturwissenschaft, Archivwissenschaft, Archivtheorie, Kulturwissenschaft und der Praxis des Archivs ein gemeinsames Gesprächsfeld etabliert werden.

Bei der Tagung handelt es sich um die zweite Konferenz innerhalb einer vorerst auf fünf Veranstaltungen konzipierten Reihe. Eine erste Konferenz zum Thema „Die Werkstatt des Dichters. Imaginationsräume literarischer Produktion” fand vom 21.4. bis 23.4.2016 am Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung der Universität Graz statt.


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Internationales Symposium
20.04.17 9:00 Uhr - 18:00 Uhr
„Archive für Literatur. Der Nachlass und seine Ordnungen”. Internationales Symposium

09.00 -18.00 Uhr, Symposium

Begrüßung: PETRA-MARIA DALLINGER und KLAUS KASTBERGER

Vortragende:
HOLGER BERWINKEL, KNUT EBELING, CHRISTIAN KEITEL, HERBERT KOPP-OBERSTEBRINK, ANETT LÜTTEKEN, DIETMAR SCHENK, JÜRGEN THALER, UWE WIRTH

Veranstaltet von:
Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich, Linz
Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung der Karl-Franzens-Unsiversität Graz

„Archive für Literatur!” verlangte Wilhelm Dilthey in einem später berühmt gewordenen Vortrag aus dem Jahr 1889. Heute sind solcherart geforderte Lagerstätten literarischer Vor- und Nachlässe, die möglichst in öffentlichem Besitz und für die wissenschaftliche Forschung frei zugänglich sein sollten, an verschiedenen Orten eingerichtet. Literaturarchive funktionieren entweder als autonome Institutionen oder eingebunden in Bibliotheken, Universitäten, Gedenkstätten oder Museen. Sie sind Orte der Verwahrung und Verwaltung des literarischen Erbes, Stätten der Forschung, aber auch Schauplätze kultureller Hegemonien im Einflussbereich politischer Macht. Erwachsen ihnen daraus nicht alle klassischen Konflikte und Probleme, die die Geschichte des Archivs im europäischen Raum prägten?

Die Konferenz setzt sich mit der (Ideen-)Geschichte des Literaturarchivs, seinen institutionellen Hintergründen, Bedingungen und Voraussetzungen sowie mit einer möglichen Theorie des Literaturarchivs im Rahmen einer allgemeiner gedachten „Archivologie” auseinander. Dabei sind Fragen an die Bestände des Literaturarchivs zu stellen: Was überhaupt ist ein Nachlass? Nach welchen Prinzipien ist er geformt? Wer bestimmt, was von einer literarischen Hinterlassenschaft bleibt und ins Archiv genommen wird? Wie steht es um das Verhältnis von Kanon und Literaturarchiv? Wie setzt sich in der archivtechnischen Ordnung des Nachlasses die reale Arbeitsumgebung des Dichters um? Was bleibt von der „Werkstatt des Dichters” in den Ordnungen des Archivs? Wie weit reicht die (postume) Werkherrschaft des Autors und was leistet im Material die Signatur des Archivs?

Die Konferenz unternimmt den Versuch, Fragen zum prinzipiellen Status des Literaturarchivs und seiner Bestände in einer Form nachzugehen, die über das einzelne Fallbeispiel hinausreicht. Dabei soll zwischen Literaturwissenschaft, Archivwissenschaft, Archivtheorie, Kulturwissenschaft und der Praxis des Archivs ein gemeinsames Gesprächsfeld etabliert werden.

Bei der Tagung handelt es sich um die zweite Konferenz innerhalb einer vorerst auf fünf Veranstaltungen konzipierten Reihe. Eine erste Konferenz zum Thema „Die Werkstatt des Dichters. Imaginationsräume literarischer Produktion” fand vom 21.4. bis 23.4.2016 am Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung der Universität Graz statt.

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Internationales Symposium
21.04.17 9:00 Uhr - 12:30 Uhr
„Archive für Literatur. Der Nachlass und seine Ordnungen”. Internationales Symposium

09.00 -12.30 Uhr, Symposium

Vortragende:
CHRISTINE GROND, MARKUS KRAJEWSKI, LORENZ MIKOLETZKY, ULRICH RAULFF

Veranstaltet von:
Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich, Linz
Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung der Karl-Franzens-Unsiversität Graz

„Archive für Literatur!” verlangte Wilhelm Dilthey in einem später berühmt gewordenen Vortrag aus dem Jahr 1889. Heute sind solcherart geforderte Lagerstätten literarischer Vor- und Nachlässe, die möglichst in öffentlichem Besitz und für die wissenschaftliche Forschung frei zugänglich sein sollten, an verschiedenen Orten eingerichtet. Literaturarchive funktionieren entweder als autonome Institutionen oder eingebunden in Bibliotheken, Universitäten, Gedenkstätten oder Museen. Sie sind Orte der Verwahrung und Verwaltung des literarischen Erbes, Stätten der Forschung, aber auch Schauplätze kultureller Hegemonien im Einflussbereich politischer Macht. Erwachsen ihnen daraus nicht alle klassischen Konflikte und Probleme, die die Geschichte des Archivs im europäischen Raum prägten?

Die Konferenz setzt sich mit der (Ideen-)Geschichte des Literaturarchivs, seinen institutionellen Hintergründen, Bedingungen und Voraussetzungen sowie mit einer möglichen Theorie des Literaturarchivs im Rahmen einer allgemeiner gedachten „Archivologie” auseinander. Dabei sind Fragen an die Bestände des Literaturarchivs zu stellen: Was überhaupt ist ein Nachlass? Nach welchen Prinzipien ist er geformt? Wer bestimmt, was von einer literarischen Hinterlassenschaft bleibt und ins Archiv genommen wird? Wie steht es um das Verhältnis von Kanon und Literaturarchiv? Wie setzt sich in der archivtechnischen Ordnung des Nachlasses die reale Arbeitsumgebung des Dichters um? Was bleibt von der „Werkstatt des Dichters” in den Ordnungen des Archivs? Wie weit reicht die (postume) Werkherrschaft des Autors und was leistet im Material die Signatur des Archivs?

Die Konferenz unternimmt den Versuch, Fragen zum prinzipiellen Status des Literaturarchivs und seiner Bestände in einer Form nachzugehen, die über das einzelne Fallbeispiel hinausreicht. Dabei soll zwischen Literaturwissenschaft, Archivwissenschaft, Archivtheorie, Kulturwissenschaft und der Praxis des Archivs ein gemeinsames Gesprächsfeld etabliert werden.

Bei der Tagung handelt es sich um die zweite Konferenz innerhalb einer vorerst auf fünf Veranstaltungen konzipierten Reihe. Eine erste Konferenz zum Thema „Die Werkstatt des Dichters. Imaginationsräume literarischer Produktion” fand vom 21.4. bis 23.4.2016 am Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung der Universität Graz statt.

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Buchpräsentation
25.04.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
WALTER KOHL, „Out demons out. Ein Roman über die Edgar Broughton Band” (Picus Verlag)
Lesung mit dem Autor

Musik: Edgar Broughton

WALTER KOHL, geboren 1953 in Linz, seit 1996 freier Schriftsteller, lebt in Eidenberg bei Linz. Kohl schrieb zahlreiche Bücher (zuletzt: „Out Demons Out”, 2017; „Ein Bild von Hilda als toter Mensch”, 2015; „HundertKöpfeFrau”, 2014), Theaterstücke (zuletzt: „the fight”, uraufgeführt in Linz 2011; „ritzen”, zwischen 2002 und 2014 aufgeführt in Hamburg, Leipzig, Düsseldorf, Wien, Graz u. a.) und Hörspiele. 2013 erhielt Kohl den Landeskulturpreis für Literatur des Landes OÖ.

Zum Buch:
„Im Kern soll das Buch eine Erfahrung schildern, die fast jede/r meiner Generation gemacht hat: Die Populärmusik, die Schallplatten und Rocksongs, die nur ab und zu aus dem Radio kamen, waren für die Kinder der Kriegsgeneration die einzigen Fenster zu einer erträumten und klischeehaft imaginierten „wirklichen Welt”. Vor dieser Folie wird das prototypische dörfliche Post-Nazi-Oberösterreich deutlich sichtbar: Das dumpfe und repressive Klima, die schizoide Grundbefindlichkeit in jener Ära, als die Dominanz des Bauernstandes zerbröselte, und auf einstigem Agrarland gesichtslose Industriestadt-Vororte entstanden für die Arbeiter, die das Stahlwerk und der Chemie-Großbetrieb in der Landeshauptstadt in Massen brauchten.” (Walter Kohl)

EDGAR BROUGHTON, geboren 1947 in Warwick, lebt in London. Gründer und Mastermind der Edgar Broughton Band, eine britische Rockformation, die in den späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts kommerziell nicht sehr erfolgreich, aber sehr einflussreich und wichtig war im damaligen Subgenre „Politischer Underground”. Bis heute gilt die Band als wesentlicher Faktor jenes Bereichs von Rockmusik, der ernsthafte Themen mit Glaubwürdigkeit abhandelt.


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Ausstellungseröffnung
26.04.17 18:00 Uhr - 19:00 Uhr
"... wie eine seelige Insel im dröhnenden Ozean europäischer Barbarei"

Alfred Kubin an Herbert Lange und Suzan Wittek - Briefe 1940-54 / Digitale Mikro-Ausstellung

Begrüßung: PETRA-MARIA DALLINGER
Einführende Worte: CLAUDIA LEHNER

Im Anschluss laden wir zu einem Glas Sekt.

Ausstellungsdauer: 27. April 2017 bis 27. August 2017
Öffnungszeiten: Täglich, außer Montag, von 10.00 bis 15.00 Uhr

Hinweis: Um 19 Uhr werden die Ausstellungen "Alfred Kubin - Meilensteine seines Schaffens" sowie "EINE andere Seite - Humor und Ironie im Werk von Alfred Kubin" in der Landesgalerie eröffnet.

Eine Kooperatiopn des StifterHauses mit Festival 4020, Musiktheater und Landesgalerie Linz

Die im OÖ. Literaturarchiv im StifterHaus, Nachlass Herbert Lange, befindlichen Briefe und Postkarten Alfred Kubins an den Journalisten und Autor Herbert Lange sowie an die Schriftstellerin und Japanologin Suzan Wittek umfassen unter anderem die wechselvollen Jahre des Zweiten Weltkrieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Mit der „verehrten” nach mehrjährigem Japanaufenthalt wieder in Österreich lebenden Wittek pflegt Kubin einen angeregten Austausch, dem jungen Dichter Lange fühlt er sich bald freundschaftlich verbunden. Unter anderem entsteht der Plan zu einem gemeinsamen Buchband - „Das poetische Zeitalter” mit Illustrationen Kubins, der kriegsbedingt jedoch erst 1948 erscheint.

Verhandelt werden in den Briefen neben Bemerkungen zur politischen Situation erschwerte Arbeits- und Publikationsmöglichkeiten bei steigender Nachfrage nach Zeichnungen sowie die schwindende Schaffenskraft des Künstlers, die er in alljährlichen Aufenthalten im Böhmerwald zu erneuern sucht.

Transkription und Textauswahl: Claudia Lehner
Ausstellungsgestaltung: Gerhard Spring


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Zu Mittag bei Stifter
27.04.17 12:30 Uhr - 13:00 Uhr
"Die Zukunft war früher auch besser"
(Karl Valentin)*

Humor und Satire

KLAUS OPPITZ

Eine Veranstaltungsreihe des StifterHauses

Es wird serviert: Mühlviertler Rahmsuppe


*© Karl Valentin Erben, c/o RA Fette, München


Lustig zu sein ist mitunter eine durchaus ernste Angelegenheit. Dies wusste nicht zuletzt einer der ganz großen Vertreter der komischen Kunst. Ist es unangebracht, angesichts der Zumutungen des Lebens, in turbulenten Zeiten wie diesen - o tempora, o mores, o ioci! - überhaupt noch etwas spaßig zu finden und zu spotten? Wird die Satire im postfaktischen Zeitalter von der (politischen) Realität nicht gar überboten?

In der aktuellen Mittagsreihe präsentiert das StifterHaus vier AutorInnen, deren Texte Humor und kritisch pointierte Analyse auf vielfältige Weise transportieren: von hintergründig-subtil bis offen-direkt. Zu Gast sind Klaus Oppitz, Fritz Popp, Dominika Meindl und Katharina Riese, die aus bereits Veröffentlichtem, aber auch aus aktuellen Texten lesen werden.

KLAUS OPPITZ veröffentlichte bereits in seiner Jugend Kurzgeschichten in Anthologien und Literaturzeitschriften wie z. B. „Die Rampe”, „Facetten” oder „Sterz”.
Er arbeitete als Werbetexter und Regisseur und schreibt für Fernsehen und Bühne. Oppitz ist gemeinsam mit Rudi Roubinek und Robert Palfrader Autor der ORF-Erfolgscomedy „Wir sind Kaiser”.
2014 erschien sein satirischer Debütroman „Auswandertag”, 2016 die Fortsetzung „Landuntergang”. Im Februar 2017 veröffentlicht Oppitz unter dem Titel „Lösungen sind nicht die Antwort” eine kommentierte Sammlung der skurrilsten Politikerzitate.


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Kunst und Kitsch im Archiv
27.04.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Finissage und Katalogpräsentation der Ausstellung

Vorträge:
SILVIA BENGESSER-SCHARINGER: "Awár wissen und kennár, / Und sehár und hern, / Mechti alls, mechti alls ...".
Anmerkungen zu Stelzhamers Faible für bildende Künstler

SABINE SOBOTKA: "Ich bin weder Philosoph noch Schriftsteller, sondern so recht mit Fleiß und Leidenschaft Künstler". Anmerkungen zu Alfred Kubins literarisch/bildkünstlerischer Doppelbegabung

Gespräch mit den Vortragenden
Moderation: GEORG HOFER und BERNHARD JUDEX



Mit dem Katalog „Kunst und Kitsch im Archiv” wird im Rahmen der Finissage zur gleichnamigen Ausstellung der nunmehr 3. Band der Reihe „Archiv im StifterHaus” präsentiert. Wie schon die beiden vorhergehenden Publikationen („Zwischen Alltagsleben und Poesie”, 2013, und „gesammelt, gelesen, gewidmet. Bücher aus Bibliotheken von Schreibenden”, 2015) widmet sich auch die aktuelle Ausgabe den Sammlungen des OÖ. Literaturarchivs/Adalbert-Stifter-Institutes und will einmal mehr die Heterogenität der einzelnen literarischen Vor- und Nachlässe des Hauses vor Augen führen und einen Eindruck davon geben, was sonst meist im Depot verborgen bleibt.

SILVIA BENGESSER-SCHARINGER, geboren 1957. Studium der Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaften in Salzburg und Wien. Senior Scientist am Literaturarchiv Salzburg und Mitherausgeberin des Kommentars zur 3. und 4. Fassung von Adalbert Stifters „Mappe meines Urgroßvaters” (Bd. 6,4 der Historisch-Kritischen Stifter-Ausgabe). Lehraufträge am FB Germanistik der Universität Salzburg. Forschungsschwerpunkte: Dialektliteratur, regionale literaturgeschichtliche Phänomene, die österreichische Literatur des 19. Jahrhunderts, Editionsphilologie und nach wie vor Stelzhamer; u. a. Herausgabe
des Briefwechsels zwischen Franz Stelzhamer und seiner ersten Ehefrau Betty, geb. Reis (Salzburg 2002).

SABINE SOBOTKA, geboren 1962. Studium der Kunstgeschichte, Kunstwissenschaft und Philosophie in Wien und Linz. Seit 2000 tätig in der Grafischen Sammlung des OÖ. Landesmuseums. Mitarbeit an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen sowie an Buchprojekten mit Schwerpunkt Alfred Kubin.

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Buchpräsentation
02.05.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
KLAUS NÜCHTERN, Kontinent Doderer. Eine Durchquerung (Verlag C. H. Beck)

Lesung mit dem Autor
Einführung: PETRA-MARIA DALLINGER



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Buch- und Verlagspräsentation Czernin Verlag
04.05.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
JUDITH NIKA PFEIFER, Violante. Erzählung
LISA SPALT, Die zwei Henriettas. Eine Odyssee

Lesung mit den Autorinnen
Moderation: FLORIAN HUBER



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Ausstellungseröffnung
09.05.17 19:30 Uhr - 20:30 Uhr
"Schauspieler - Kabarettist - Dichter. KARL FARKAS - Emigration und Heimkehr



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Themenschwerpunkt >Suchbild Familie<
11.05.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Vitáme Vás / Willkommen

VIKTORIE HANIŠOVÁ, Anežka (Verlag Host)

Moderation: MARTIN KRAFL



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Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945
16.05.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
HANNELORE VALENCAK, Das Fenster zum Sommer

Kommentierte Lesung: CLEMENS SETZ
Referat: CHRISTA GÜRTLER
Moderation: KLAUS KASTBERGER



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Zu Mittag bei Stifter
18.05.17 12:30 Uhr - 13:00 Uhr
Humor und Satire

Lesung FRITZ POPP



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Themenschwerpunkt >Suchbild Familie<
18.05.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Buchpräsentation:
LUISE MAIER, Dass wir uns haben (Wallstein Verlag)

Lesung:
HANNA SUKLARE
Staubzunge (Otto Müller Verlag)

Lesungen mit den Autorinnen
Einführung: MIA EIDLHUBER ("Der Standard")



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Preview Woka Film
22.05.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Adalbert-Stifter-Dokumentation (ORF III)



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Buch- und Verlagspräsentation Nina Roiter
23.05.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
GERHARD PAUZA
CLAUDIA TALLER
MICHAELA JIRKUFF
CHRISTIAN WIESINGER

Lesung mit den Autorinnen und Autoren



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Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (34)
30.05.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr




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Themenschwerpunkt >Suchbild Familie<
01.06.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
FRIEDERIKE GÖSWEINER, Traurige Freiheit (Literaturverlag Droschl)
GERTRAUD KLEMM, Muttergehäuse (Verlag Kremayr & Scheriau)

Lesungen mit den Autorinnen
Moderation: GEORG RENÖCKL



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GAV OÖ: "Vorarlberg in Linz"
08.06.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Moderation: JOHANN KLEEMAYR



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Verlagspräsentation edition atelier
12.06.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
EVA SCHÖRKHUBER, Nachricht an den großen Bären
MASCHA DABIĆ, Reibungsverluste

Lesung mit den Autorinnen
Moderation: JORGHI POLL



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Verlagspräsentation Sisyphus Verlag
13.06.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
ALFRED GELBMANN, Vorläufig Lübeck
DIETMAR FÜSSEL, Wiederholte Geburten

Lesung mit den Autoren
Moderation: ROMAN FLEISCHER



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Verleihung der Heinmrad-Bäcker-Preise
20.06.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr




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Buchpräsentation
22.06.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
CHRISTOPH HEIN, Trutz. Roman (Suhrkamp Verlag)

Lesung mit dem Autor
Moderation: CHRISTIAN SCHACHERREITER (OÖ. Nachrichten)



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Buch- und Verlagspräsentation Mitter Verlag
27.06.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
RUDOLF HABRINGER, Das Unergründliche und das Banale. Band 5 der Reihe "Reden über das Schreiben".
REINHOLD AUMAIER, Schnecksekunde. Prosa

Lesung mit den Autoren



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Buchpräsentation
29.06.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
CHRISTIAN LOIDL, Magie im sinnlosen Universum. Prosa aus dem Nachlass (Klever Verlag). Hg. von EVA LAVRIC



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Themenschwerpunkt >Suchbild Familie<
04.07.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
DIRK STERMANN, Der Junge bekommt das Gute zuletzt. Roman (Rowohlt)

Lesung mit dem Autor
Moderation: GÜNTER KAINDLSTORFER



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Die Rampe - Hefte für Literatur
06.07.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Präsentation des Themenheftes "Scham"



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IMPRESSUM © 2016 Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich / StifterHaus – Literatur und Sprache in OÖ.
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