Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945
GÜNTER BRUS:
Irrwisch
(Kohlkunstverlag, Frankfurt/Main 1971)

Rezitiert und kommentiert von FRANZ SCHUH
Referat: MECHTHILD RAUSCH
Moderation: KLAUS KASTBERGER

Ein Gemeinschaftsprojekt der Alten Schmiede, Wien und des StifterHauses
„,Irrwisch’ gehört unbedingt in eine Reihe mit Konrad Bayers ,der sechste sinn’ (1966) und Oswald Wieners ,die verbesserung von mitteleuropa’ (1969). Erst in der Ausweitung von Literatur in die Bereiche von Bildender Kunst und Musik, die hier in einem heftigen Impetus vonstatten geht, wird das Textkorpus der österreichischen Nachkriegsmoderne komplett. ,Irrwisch’ markiert ein Ende, in dem sich gleichzeitig ein neuer Anfang birgt. Immer wieder werden neue Anläufe genommen, um abzurechnen: mit Österreich, Deutschland, dem Staat, der Kindheit, der Zeit beim Bundesheer, dem Vater. Auch die Zeichnungen funktionieren nach dem Prinzip der Überbietung. Überboten wird in ihnen, was mit dem eigenen Körper in den vorausgehenden Körperaktionen möglich war, denn was hier gezeichnet ist, hielte ein Körper nicht mehr aus.” (Klaus Kastberger)


GÜNTER BRUS, geboren 1938 in Ardning, lebt in Graz. Studium an der Universität für angewandte Kunst Wien. Mitbegründer des Wiener Aktionismus. Ausstellungen u. a. auf der Documenta (Kassel), in der Tate Gallery (London) und im Centre Georges Pompidou (Paris). 1996 Großer Österreichischer Staatspreis. Zahlreiche literarische Arbeiten, u. a.: „Irrwisch”, 1971; „Hohes Gebrechen”,1976; „Jeden jeden Mittwoch. Ein Zwoman” (mit Dominik Steiger, 1977); „Die Geheimnisträger”, Roman, 1984; „Amor und Amok”, 1987; „Morgen des Gehirns, Mittag des Mundes, Abend der Sprache”, Schriften 1984-1988, 1993; „Die gute alte Zeit. Autobiographisches”, 2002; „Das gute alte West-Berlin”, 2010; „Essigsaure Tonerde. Zartbittere Humoresken”, 2013.

MECHTHILD RAUSCH, geboren 1940 in Hamburg. Studium der Literaturgeschichte und Philosophie, Promotion. Freiberufliche Autorin. Journalistische, wissenschaftliche und literarische Arbeiten. Schwerpunkte: das Werk Paul Scheerbarts, poetische und bildnerische Avantgarden des 20. Jahrhunderts, Kunst und Literatur von Geisteskranken und Medien. Buchveröffentlichungen u. a.: „Von Danzig ins Weltall. Paul Scheerbarts Anfangsjahre”, 1997; zahlreiche Ausgaben von Dichtungen, Zeichnungen und Briefen Scheerbarts in verschiedenen Verlagen; „Je tiefer ich sinke, je süßer ich trinke. Poetische Annäherungen an Mechthild von Magdeburg” (Konzept und Begleittext, 2012).

FRANZ SCHUH, geboren 1947, Essayist, Kolumnist, Lehrbeauftragter, u. a. an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Zuletzt erschienen: „Schwere Vorwürfe, Schmutzige Wäsche”, 2005; „Memoiren. Ein Interview gegen mich selbst”, 2008; „Der Krückenkaktus”, 2011; „Sämtliche Leidenschaften”, 2014.
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