Konfliktzonen - Kriegsfolgen
Donnerstag, 15. Jänner 2015
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

Lesungen

KARIN PESCHKA: Watschenmann. Roman
LJUBA ARNAUTOVIC: Es dürfen Ersatzstoffe verwendet werden
(Otto Müller Verlag, Salzburg - Wien)
Lesung mit den Autorinnen

Moderation: ANTON THUSWALDNER

Veranstaltet mit: Otto Müller Verlag, Salzburg - Wien

KARIN PESCHKA, geboren 1967, aufgewachsen in Eferding, OÖ, Sozialakademie Linz, lebt seit 2000 in Wien. Arbeit u. a. mit alkoholkranken Menschen und mit arbeitslosen Jugendlichen, mehrere Jahre im Bereich Onlineredaktion und Projektorganisation. Publikationen in Anthologien, Kolumnen für oe1.ORF.at. 2008 Kunstbuch „Sterntaler” (mit Michael Hedwig). 2011 Preis der Jury im Wettbewerb Kürzestprosa, Schreibwerk Berlin. 2013 Wartholz Literaturpreis für den Roman „Watschenmann”, 2014 FLORIANA Literaturpreis.

Zum Buch:
„Wien, 1954. Die harten Nachkriegsjahre sind vorbei, Wiederaufbau und wirtschaftlicher Aufschwung prägen die Zeit. Doch nicht jeder findet Halt in einer Gesellschaft, die versucht, Krieg und Gewalt in die Vergangenheit abzuschieben. Lydia, Dragan und Heinrich gehören
zu den Entwurzelten, die in einem Schuppen hausen und - jeder für sich - ein anderes Bild der Nachkriegsgesellschaft skizzieren. (…). Mit ungeheurer Sprachwucht erzählt dieser Roman von der ambivalenten Beziehung dreier Menschen, die sich Stabilität und Halt geben, die sich schlagen und beleidigen, die an der Hoffnung festhalten.” (Verlagstext)

LJUBA ARNAUTOVIC, geboren 1954 in Kursk/UdSSR, lebte in München, Moskau und Wien. Studium d. Sozialpädagogik, Übersetzerin, Radiojournalistin (Ö1), Hörfilm-Autorin; Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften; exil-literaturpreis 2014.
Zum Text: (Siegertext exil-Literaturpreis 2014)
(…) Er ist nun ein Straßenkind, ein Heimat- und Obdachloser. Er treibt sich in den Straßen Moskaus herum und schläft auf Dachböden. Er kennt die besten Plätze zum Schlafen und Verstecke für seine Habseligkeiten. Er weiß, wie er über die Dächer abhauen kann, wenn das Viertel nach Landstreichern durchsucht wird. Ferdi ist klein und mager. Ihn schiebt man durch Kellerfenster und Oberlichte, damit er von innen öffnen oder Diebesgut herausreichen kann. Wenn ihn die Miliz erwischt, bringt sie ihn in ein Kinderheim. Er schläft ein paar Tage in einem richtigen Bett, nimmt ein heißes Bad, lässt sich einen Haarschnitt verpassen, Schuhe zuteilen oder einen Wintermantel. Dann läuft er wieder fort. (…) (Auszug)

ANTON THUSWALDNER, geboren 1956 in Lienz, lebt in Salzburg. Studium der Germanistik und Geschichte, Literaturkritiker, Herausgeber und Verfasser mehrerer Bücher. Von 1983 bis 2012 Jurymitglied des aspekte-Literaturpreises. Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik (1996).

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