Buchpräsentation
Dienstag, 27. April 2004
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr
CHRISTIAN STEINBACHER stellt sein Buch „Die Treffsicherheit des Lamas. Von Melancholien, Maul-Würfen und deren Zurückweisung” (Haymon Verlag, Innsbruck 2004) vor. Lesung mit dem Autor.

Christian Steinbacher, geboren 1960, lebt in Linz. Texte, Lesungen und Auftritte, radiophone Arbeiten (zuletzt: "Die Gondelfahrer", Hörspiel, ORF/Ö1, 2002), Herausgaben, Veranstaltungen und Literaturvermittlung seit Ende der 80er Jahre. 1994 bis 2000 Editor des "Blattwerk" (gemeinsam mit Elisabeth Messner). Buchpublikationen seit 1988 (u. a. in der edition neue texte, der edition ch, der herbstpresse und bei Haymon). Letzte Publikationen: "Für die Früchtchen. Ein Plädoyer", Haymon, Innsbruck 2000; "der wandel motzt", Gedichte, edition ch, Wien 2000; "Auf der Blinkspur. Loipen und Kreisel", edition ch, Wien 2003.

Zum Buch:
„Christian Steinbacher versucht in seinem nach ‚Für die Früchtchen. Ein Plädoyer’ zweiten Prosaprojekt das Motivfeld der Melancholie zu umkreisen. Basierend auf den Theorien des ungarischen Essayisten László F. Földényi versteht Steinbacher Melancholie als Negativabdruck einer Welt, in dem die in der Welt versäumten oder nicht erfüllten Möglichkeiten ihre Entfaltung erfahren. Für Melancholie als Stimmung ist im Gegensatz zum Gefühl kein Objekt festmachbar, auf das sie sich richtet. Somit wird, im Unterschied zur postmodernen Dekonstruktion von vorab gewähltem Material, bei Steinbacher das Objekt im Zuge einer (simulierten) Dekonstruktion erst erarbeitet. Transformation, Reflexion und persönliche Einschreibung werden ineinander verzahnt oder wechseln überraschend. Arbeiten von Bezugsautoren wie etwa Karoline von Günderode, Robert Walser oder die Musilsche Figur der Regine aus den ‚Schwärmern’ werden einbezogen, aber auch Robert Burtons ‚Anatomie des Melancholischen’. Steinbachers stets musikalisch gedachte Prosa ist der Rede Strom eines ‚Maul Wurfs’, der immer wieder in mono und dialogische Splitter mündet. So formal unterschiedlich die diversen Kapitel anmuten, so sind sie alle von einem zutiefst melancholischen Ton geprägt, mit dem jedoch in letzter Konsequenz gebrochen wird: Verweilt der Text in seinen ersten Kapiteln noch im hoffnungsfrohen Gegenentwurf des Ausziehens poetischer ‚Zierleisten’ und Bildaufdröselungen, so belächelt das Text Ich schlussendlich die Melancholie als weltabgewandtes Verharren in Unentschiedenheit und (Un )Möglichkeit."
(Verlagstext)
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