Adalbert Stifter und seine Zeit (2)
Dienstag, 14. Dezember 2004
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 14.30 bis 17.30 Uhr:

Eine kulturwissenschaftlich-interdisziplinäre Reihe zum 200. Geburtstag des Dichters:
Familienmodelle, Männer- und Frauenbilder in der Gesellschaft des 19. Jhs. Und im Werk Adalbert Stifters.

Referentinnen: UNIV.-PROF. DR. KONSTANZE FLIEDL, UNIV.-ASS. MAG. MARTINA GUGGLBERGER
Seminarleitung: DIR. DR. CHRISTIAN SCHACHERREITER

Adalbert Stifter lebte von 1805 bis 1868, also in einer spannungsreichen Zeit. Als er geboren wurde, beherrschte Napoleon Europa. Ein Jahrzehnt später leitete der Wiener Kongress die Epoche der Restauration ein. Aber die Ideen der Französischen Revolution waren nicht mehr zu unterdrücken, die Emanzipation des Bürgertums war nicht mehr aufzuhalten. Auch kulturhistorisch war vieles im Umbruch. Die „Stars” der Klassik und der Romantik beherrschten noch das kulturelle Leben, aber Neues zeichnete sich ab: Die Jungdeutschen machten die Literatur zum politischen Medium. Der Frührealismus entwickelte neue Ausdrucksformen in der Literatur und in der Malerei. - Die Reihe „Adalbert Stifter und seine Zeit” gibt kulturwissenschaftliche Einblicke in die Zeit zwischen 1805 und 1868.


An Familienidyllen mangelt es im 19. Jh. nicht. Die sozialhistorische Wirklichkeit sah allerdings oft anders aus. Männerrollen, Frauenrollen und Familienmodelle sind das Thema des sozialhistorischen Referats. Familienkonstrukte und geschlechtsspezifische Rollenbilder im Werk Adalbert Stifters behandelt der literaturwissenschaftliche Teil des Nachmittags.

Konstanze Fliedl, Professorin für Neuere deutsche Literatur am Fachbereich Germanistik der Universität Salzburg. Studium der Deutschen Philologie, Kunstgeschichte und Theologie in Wien. Habilitation 1997 („Arthur Schnitzler. Poetik der Erinnerung”, Wien 1997). Vorsitzende der Arthur Schnitzler-Gesellschaft. Forschungsschwerpunkte: Literatur der Jahrhundertwende, Literatur von Frauen, Editionstechnik. Zahlreiche literaturkritische Arbeiten; Publikationen zu Canetti, Bachmann, Haushofer, Jelinek u.a. Zuletzt herausgegeben: „Österreichische Erzählerinnen” (München 1995), „Peter Rosegger - Ludwig Anzengruber: Briefwechsel” (m. K. Wagner; Wien 1995), „Das andere Österreich” (München 1998), „Elfriede Gerstl” (m. C. Gürtler; Graz 2001), „Geschlechter” (m. F. Aspetsberger; Innsbruck 2001), „Arthur Schnitzler: Lieutenant Gustl” (Stuttgart 2002), „Judentum und Antisemitismus” (m. A. Betten, Berlin 2003), „Arthur Schnitzler im 20. Jahrhundert” (Wien 2003), „Andreas Okopenko” (m. C. Gürtler, Graz 2004).

Martina Gugglberger, geboren 1971, studierte Geschichte, Französisch und Kommunikationswissenschaften an der Universität Salzburg und der Université de Bordeaux. Seit Juni 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Frauen und Geschlechterforschung der Johannes Kepler Universität. Forschung und Lehre zu: Geschorene Frauen in Frankreich, Frauenbewegungen, Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
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