Lesungen
Dienstag, 1. Februar 2005
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr

CHRISTOPH JANACS liest aus seinem überarbeiteten und um einige Gedichte vermehrten Gedichtband „Sumava/Böhmerwald” (mit Holzschnitten von Christian Thanhäuser).

RICHARD WALL liest aus „Anonyme Inventuren / Anonymní inventury”, Gedichte, zeisprachig (tschechisch-deutsch).
Einführung durch den Übersetzer beider Gedichtbände ins Tschechische JOSEF HRUBÝ.

Christoph Janacs geboren 1955 in Linz/OÖ., lebt in Niederalm/Sbg.; Veröffentlichungen von Lyrik, Prosa, Essays und Übersetzungen (aus dem Spanischen und Englischen) in Zeit-schriften, Zeitungen, Anthologien und im ORF. Lehraufträge an der Universität Salzburg, Leitung von Schreibwerkstätten; verschiedene Preise und Stipendien, zuletzt Lyrikpreis des Landes Salzburg (2003).
Veröffentlichungen: „Schweigen über Guernica” (Roman 1989); „Das Verschwinden des Blicks” (Erzählungen 1991); „Stazione Termini” (Erzählung 1992); „Nichtung” (Gedichte 1993); „Der abwesende Blick” (Gedichte 1995)”; „Templo Mayor” (Gedichte 1998); „Brun-nennacht” (Gedichte 1999); Sumava (Gedichte 2000); „Tras la ceniza / Der Asche entgegen” (Gedichte span./dt. 2000); „Aztekensommer” (Roman 2001); „Gesang des Coyoten. Mexika-nische Geschichten” (2002); „draußen die Nacht in uns” (Gedichte 2002)”; „Tauchgänge”, eine Anthologie neuer Literatur (Hg. 2003); „Meteoriten” (Aphorismen 2004), „Suma-va/Böhmerwald” (Gedichte tschechisch/deutsch 2004).

sumava - das ist das letzte Urwaldgebiet Mitteleuropas, im Grenzgebiet von Oberösterreich, Bayern und Südböhmen gelegen, bekannt durch Alfred Kubins Zeichnungen und Adalbert Stifters Novellen und 2005 wieder im Zentrum internationaler Aufmerksamkeit stehend, wenn Stifters 200. Geburtstag gefeiert wird - das ist der Böhmerwald.
2000 erschien zum ersten Mal Janacs‘ Gedichtband sumava. Nun, zeitgerecht zum Stifterjahr, überarbeitet und vermehrt um einige Gedichte und versehen mit Holzschnitten Christian Thanhäusers, die die poetische Herbheit der Landschaft kongenial einfangen, und ein ein-fühlsames Nachwort des tschechischen Germanisten Václav Maidl, wurde er in einer zwei-sprachigen Ausgabe neu aufgelegt.
Die zyklisch angeordneten Gedichte folgen einer imaginäre Wanderung von West nach Ost, fangen die landschaftliche Schönheit ein, thematisieren aber auch die einstmals tödliche Grenze zwischen den beiden politischen Blöcken und die menschlichen Tragödien, beziehen sich auf Leben und Werk Adalbert Stifters und münden im Thema, das dieser Landschaft auf immer eingeschrieben ist: dem „Randständigen der menschlichen Existenz”.

Richard Wall, geboren 1953 in Engerwitzdorf, lebt in Au bei Katsdorf, OÖ. Seit 1980 Aus-stellungen, Lesungen sowie Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien. Buchveröffentlichungen (u.a.): „HerzAsphaltMörderGrubenRhapsodie”, Klagenfurt 1997; „Wittgenstein in Irland”, Klagenfurt 1999, London 2000; „Stein- und Neonschrift”, Gedichte, Baden bei Wien 2000; „Siebzehn und Vier”, Gedichte und Balladen, Linz 2003.

Seit Anfang der 90er Jahre intensive Beschäftigung mit der tschechischen Literatur, Fotogra-fie und bildenden Kunst des 20. Jhdts. Veröffentlichung eines Essays darüber in der Prager Zeitung („Wilde Bilder aus Prag. Über die tschechische Avantgarde nach der Jahrhundert-wende”, 2/1994). Ab Mitte der 90er Jahre ständige Kontakte zu zeitgenössischen Schriftstel-lern und Künstlern wie Bohumila Grögerová, Josef Hirsal, Josef Nesvadba und Zdenek Ma-cku, seit 1997, aufgrund einer vom Büro f. kulturelle Auslandsbeziehungen ermöglichten Ausstellung, zunehmende Kontakte mit der Pilsner Szene. Freundschaft mit dem Fotografen-ehepaar Anna und Karel Kocourkoví, dem Dichter, bildenden Künstler und Übersetzer Josef Hruby´ sowie mit dem Maler und Bibliomanen Václav Malina, der am internationalen Poesie-festival „Poezie bez hranic” in Olmütz (2001) seine von Hruby´ übersetzten Gedichte vorträgt.
Berichte und Veröffentlichungen in Zeitschriften, im Süd- und Westböhmischen Rundfunk, sowie bei Radio Praha sind ein weiterer Beleg für die Wertschätzung, die der Autor im nörd-lichen Nachbarland erfährt.
„Anonyme Inventuren / Anonymní Inventury” ist der 4. Band einer bibliophilen Reihe (und der erste eines nichttschechischen Dichters), 10 Exemplare der Auflage enthalten Original-graphiken und sind in Leder gebunden.
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