Reihe Essayistik
Dienstag, 1. März 2005
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

„Journal des Verschwindens. Unglaubwürdiges Reisen. Schattenspiele.”

ILSE AICHINGER liest einen Querschnitt aus jenen drei Artikelserien, die sie in den letzten Jahren für den „Standard” und neuerdings für das „Spectrum” (Wochenendbeilage der „Presse”) verfasst hat: Journal des Verschwindens. Unglaubwürdige Reisen. Schattenspiele.

Anschließend Gespräch mit der Autorin. Moderation: DR. PETER HUEMER.

Am 1. November 1921 wird Ilse Aichinger zusammen mit der Zwillingsschwester Helga in Wien geboren. Der Vater ist Lehrer, die Mutter Ärztin. Kindheit in Linz und, nach der Scheidung der Eltern, in Wien. 1939 Matura an einem öffentlichen Gymnasium, nachdem die Nazis die Klosterschulen, die die Geschwister Aichinger besucht hatten, 1938 schlossen. Während ihre Schwester mit einem Kindertransport nach England gelangte, glückte der übrigen Familie die Ausreise nicht mehr.
Ilse Aichinger gilt als "Mischling I. Grades". Mit ihrer Mutter verbringt sie die Kriegsjahre in einem Zimmer in der Marc Aurel Straße, in unmittelbarer Nähe zum Hauptquartier der Gestapo.
1942 Deportation der Großmutter und ihrer Geschwister nach Minsk.
1945 wohnt Ilse Aichinger mit ihrer Mutter in einer Küche/Kabinett Wohnung. Der Antrag auf Ersatz für die nach 1938 enteigneten Wohnungen werden vom Wiener Wohnungsamt abgewiesen.
Erste Prosaveröffentlichung "Das vierte Tor" im Wiener Kurier. Beginn des Medizinstudiums, das nach sechs Monaten abgebrochen wird.
1948 erscheint der Roman "Die größere Hoffnung", der eigene Erfahrungen unter der Nazizeit verarbeitet.
1951 erste Teilnahme an einer Tagung der "Gruppe 47", die damals als oberste Instanz der Literatur die ästhetischen Spielregeln vorgab. Bekanntschaft mit Günter Eich.
1953 Heirat mit Günter Eich, Übersiedlung nach Oberbayern.
1954 Sohn Clemens wird geboren.
1957 Tochter Mirjam wird geboren.
1963 Übersiedlung nach Großgmain bei Salzburg.
1972 Tod Günter Eichs.
1983 Tod der Mutter.
1984 Übersiedlung nach Frankfurt am Main.
1988 Übersiedlung nach Wien.
1998 Tod des Sohnes Clemens.
Seit 2000 Regelmäßige Kolumne in den Tageszeitungen ”Der Standard” und ”Die Presse”.
2004 Tod des Lebensgefährten Richard Reichensperger.

Zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Werke:
”Werke in acht Bänden" (1991); "Film und Verhängnis". Blitzlichter auf ein Leben (2001);
"Kurzschlüsse" (2001); "Der Wolf und die sieben jungen Geißlein" (2004).
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