Blick. Wechsel.
Montag, 7. März 2005
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Werkstattlesungen von Autorinnen

Literatur der Gegenwart erobert Stifter zurück.
Die Schriftstellerinnen ELISABETH VERA RATHENBÖCK (Steyr/Wien), BARBARA UNGER-WIPLINGER (Haslach/Wien) und CHRISTINE WERNER (Wien) suchen in Stifters Werk nach Frauendarstellungen.

Veranstaltet mit: Autorenkreis Linz

Im 19. Jahrhundert nahm die Verherrlichung des männlichen Genies die Dimensionen einer Ideologie an. Auch der oberösterreichische Heimatdichter Adalbert Stifter, den man heuer mit einem Jubiläum feiert, ist darin nicht unbestritten.
Seine Inszenierung der Heimat bedient sich vor allem einer Darstellung von Schönheit als Wirklichkeit. Was für die Schauplätze im Stifterschen Werk behauptet werden kann, charakterisiert auch seine Frauendarstellungen. Er zelebriert an ihnen Ideale einer patriarchal, national eingestellten Gesellschaft. Das gern besungene „natürliche Wesen der Frau”, das lediglich in Mutterschaft fokussiert wird, aber schließt Frauen von der Teilnahme am öffentlichen, politischen, künstlerischen - also selbstbestimmten Leben aus.
Die Gegenwart verlangt darum den kritischen Blick auf Stifters Werk, besonders auf Stifters Frauen.
Drei Autorinnen haben in Stifters Texten nach Frauen gesucht, nehmen deren Position ein und lassen sie in neuen literarischen Texten selbst zu Wort kommen.

Christine Werner, Autorin, Netz- und Aktionskünstlerin, geb. 1954, lebt in Wien.
http://www.christine-werner.com/
Publikationen (Auswahl): „Meine Schuhe eingraben” in der Reihe: „Lyrik aus Österreich”, Baden/Wien 1996; „Eine Handbreit über dem Knie”, Roman, Linz-Wien 1999;
„Wien ist nicht Chicago”, Roman, Linz-Wien 2000; „fern & weh - Ein Reisefieber”, Klagenfurt/Wien, 2002.
Mehrere Dramen, literarisches Kabarett, Lesungen u.a. in New York, Hörspiele, Tonträger, mehrere Literatur- und Dramatikerpreise, Literaturstipendien (u.a. Reisestipendium in die USA). Netzkunst, Theatralische Aktionskunst.

Barbara Unger-Wiplinger, Dramaturgin und Autorin, geb. 1957, lebt in Wien. Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik in Berlin und Wien (Mag. Phil.). War Produktionsdramaturgin am Theater der Jugend, im Rabenhoftheater und im u/hof: Kinder- und Jugendtheater am Landestheater Linz.
Veröffentlichungen: „Onysos’ Kinder” im Theaterstückverlag München, 2003;
„Hirnpuddingkochen” in Die Rampe, 2/2004.
Videofilm „Heimat ist kurz”, gemeinsam mit Carla Degenhardt, Oktober 2004 im Rahmen von too far too close, IG Bildende Kunst.
Videofilm „Heimat ist dort, wo mein Bett steht?” eine tragisch-komische Dokudada, gemeinsam mit Carla Degenhardt, November 2004, Künstlerhaus Wien, im Rahmen von ZeitSchritte 2, Erinnerungstheaterfestival.


Elisabeth Vera Rathenböck, Mag. art.; freischaffende Schriftstellerin und Journalistin, lebt in Steyr/Garsten und Wien.
http://www.culture.privateweb.at/gfat
Bücher (Auswahl): „Memento Mori”, Roman, Linz 1999; Neuauflage in geb.Originalausgabe; Edition Gruppe für angewandte Texte, Linz 2001; „Marathon”, Novelle; Edition Pangloss, Wels 2001; „Herbarium des Präsens”; edition innsalz, Aspach-Wien-Meran 2003; „Bis später, Ferdinand!”, Schauspiel für Leute ab 8 Jahre, Uraufführung (2. Juli), theater orange im uhof: des Linzer Landestheaters im Rahmen des Kinder- und Jugendtheaterfestivals SCHÄXPIR in Oberösterreich, 24. Juni bis 4. Juli 2004;„Linztalk live”, Dramolett, Uraufführung im Theater Phönix am 2. November 2004.
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