Erste Linzer Tage der Poesie
Donnerstag, 7. April 2005
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 15.00 Uhr:

„Für die Beweglichkeit: Zwischen Strukturiertheit und Motorik.”
Vorträge: THOMAS EDER (Wien) „Grammetrics versus Schallanalyse. Vom Nutzen und Nachteil des Körpers in der Dichtung.”
THOMAS SCHESTAG (Frankfurt/Main): „ ‚It [the poem] loves - even like Love -Ò. Notiz zu Poesie und Eros.”

Der Konzeption des Festival „Für die Beweglichkeit. Erste Linzer Tage der Poesie” liegt als möglicher verbindender Kitt die Frage nach der Relation von „Strukturiertheit und Motorik” zugrunde, und dieser Bezug auf ein thematisches Feld lässt schlüssig auch die Literaturwissenschaft in diese Poesie-Tage mit einbeziehen, die an diesem Nachmittag das Wort hat.
Den beiden eingeladenen Literaturwissenschaftlern wurde es freigestellt, sich im Rahmen eines durch den Titel des Festivals - also einem Eintreten für „Beweglichkeit” - und eben jener durch die Fragen der Bezugnahme von „Strukturiertheit und Motorik” gegebenen Grundierung abgesteckten Feldes ein sie in diesem offenen und doch spezifischen Zusammenhang beschäftigendes Thema zu wählen.

Thomas Schestag hat sich, zurückgreifend auf Platons Diotimarede, für eine Darstellung von „Beweglichkeit” anhand einer Engführung der Begriffe von Poiesis und Eros entschieden, und Thomas Eder für eine auch kritische Beleuchtung der Berufung auf körperliche Reaktionen in der Bestimmung der Relation von Bedeutung und Form in jüngeren kognitionswissenschaftlichen Ansätzen.

Thomas Eder, geboren 1968 in Linz, lebt als Literaturwissenschaftler, Lektor, Redakteur und Literaturveranstalter in Wien, wo er Neuere Deutsche Literatur am Institut für Germanistik lehrt und derzeit an dem Habilitationsprojekt „Poetische Philosophie des Geistes. Kognitive Poetik, Analytische Philosophie des Geistes und Poesie/Poetologie” arbeitet. Eder, u. a. Wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem Forschungsprojekt zum literarischen Werk Heimrad Bäckers, promovierte mit einer Arbeit zu Reinhard Priessnitz, die 2003 im Wilhelm Fink Verlag unter dem Titel „Unterschiedenes ist / gut - Reinhard Priessnitz und die Repoetisierung der Avantgarde” erschienen ist.

Thomas Schestag, geboren 1956 in Freiburg im Breisgau, lebt in Frankfurt, wo er als Privatdozent für Germanistik und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der dortigen Goethe-Universität lehrt. Er veröffentlichte Arbeiten zu Titus Lucretius Carus, Hebel, Ponge, Hölderlin, Kafka, Platon, Schleiermacher, Benjamin, Derrida und Celan sowie Übersetzungen aus dem Französischen (Philippe Lacoue-Labarthe). 1996 gab er die Nr. 18 der in der editon per procura erschienenen Zeitschrift „Der Prokurist” („fila sonantia. Fragmente orphischer Entomologie”) heraus. 1999 erschien bei Urs Engeler Editor der Band „Mantisrelikte”.

 Zurück
IMPRESSUM © 2016 Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich / StifterHaus – Literatur und Sprache in OÖ.
Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

weiter >>
(Nach)SommerTag<br />20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

(Nach)SommerTag
20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

weiter >>