Buch- und Verlagspräsentation
Montag, 11. April 2005
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Residenz Verlag
EVELYN GRILL: Vanitas oder Hofstätters Begierden. Roman;
ERWIN EINZINGER: Aus der Geschichte der Unterhaltungsmusik. Roman.
Lesung mit der Autorin und mit dem Autor

Erwin Einzinger, geboren 1953 in Kirchdorf an der Krems, Studium der Anglistik und Germanistik in Salzburg. Lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Micheldorf. Er erhielt u. a. den manuskripte-Preis des Landes Steiermark (1995) und den Landeskulturpreis des Landes Oberösterreich (2002). Buchveröffentlichungen u. a.: „Blaue Bilder über die Liebe”, Salzburg 1992; „Kleiner wink in die Richtung, in die jetzt auch das Messer zeigt.”, Gedichte, Salzburg 1994; „Das wilde Brot”, Salzburg 1995.

Zum Buch:
„Um nachzuzeichnen, wie sich aus der einen Episode häufig bereits die nächste herauszuschälen beginnt oder aus dem einen plötzlich etwas ganz anderes wird, genügt normalerweise Schreibgerät und Papier. Manchmal freilich vergehen Jahre oder Jahrzehnte von einem bis zum nächsten Satz …
Manchmal vergehen auch Jahrhunderte, ja Jahrtausende. Und waren wir gerade noch beim Begräbnis von Andy Warhol, sind wir im nächsten Moment schon bei jenem Juristen aus der österreichischen Provinz, der als passionierter Suppenlöffelsammler bekannt ist. Mag es Sie da noch wundern, dass Johannes XXIII. Just an dem Tag gestorben ist, an dem Thomas Bernhard den LKW-Führerschein gemacht hat? Freilich war Elvis, der Sänger und Hüftschaukler (- nicht etwa der amerikanische Löschhubschrauber gleichen Namens), damals schon längst nicht mehr als Lastkraftwagenfahrer sozusagen on Tour.
Die Welt ist klein, sagen Sie? Erwin Einzinger beweist das Gegenteil. Aus den abwegigsten Episoden, aus den entlegensten Begebenheiten und den abgedroschensten Mythen gewinnt er das Material für ein pralles Panoptikum vielfältig verschlungener Geschichten, die er zu einem Roman verknüpft, der nirgends endet und überall beginnt… Ein waghalsiges Unternehmen, ein schillerndes Panorama, eine skurrile Weltgeschichte - mit viel Begleitmusik.” (Verlagstext)

Evelyn Grill, geboren 1942 in Garsten. Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Linz. Lebt in Freiburg im Breisgau. Buchveröffentlichungen u. a.: „Wilma”, Erzählung, Frankfurt am Main 1994; „Hinüber”, Erzählung, Frankfurt am Main 1999; „Ins Ohr”, Erzählung, Frankfurt am Main 2002; „Winterquartier”, Roman, Frankfurt am Main 2004.

Zum Buch:
„Nicht Liebe war es, was den aufstrebenden Juristen Alois Hofstätter in die Ehe mit der Schauspielerin Olga trieb, der ein ganzes Stück älteren Witwe eines verstorbenen Klienten: es waren ihr Ansehen und ihr Vermögen, ihre leicht angereifte erotische Ausstrahlung und der nicht zu vernachlässigende Umstand, dass sie ein Kind von ihm erwartete. Hofstätters wahre und ewige Liebe gilt der Kunst und seine Leidenschaft dem Spiel, seit er kurz und glücklos einem jungen Mann verfiel, der seine Begierden nicht nur auf sich selbst, sondern auch ins Kasino zu lenken wusste. Die Gattin hält ihn schuldenfrei, und das Kind ist inzwischen zu einem Jüngling herangewachsen, an dem sich die Sinne des praktizierenden Ästheten schadlos halten können, an dem sie einen Ausgleich finden für die körperlichen und seelischen Zumutungen der welkenden Gefährtin. Doch das Gefüge der großbürgerlichen Scheinwelt, welche die dekadenten Eitelkeiten der beiden befriedigt, ist brüchig: im Spannungsverhältnis zwischen äußerlicher Repräsentation und dem inneren Ungenügen, ja der immer weniger zu unterdrückenden Feindschaft, wachsen sich die Konflikte eines „falschen” Lebens zu einem erbitterten Machtkampf aus, der schließlich in die Katastrophe führt.
Mit schonungslosem Blick zeichnet Evelyn Grill das Porträt eines ebenso kaltschnäuzigen wie bemitleidenswerten Dandy, dem die Ästhetisierung des Alltags die Erziehung der Gefühle ersetzt. Die angemessene Empörung über das amoralische Verhalten ihres Protagonisten liefert die Autorin nicht mit; sie muss Sache des Lesers bleiben.” (Verlagstext)
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