Odyssee im deutschen Sprachraum
Dienstag, 27. September 2005
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

RICHARD WAGNER liest aus seinem Roman „Habseligkeiten”, der im Aufbau-Verlag, Berlin, erschienen ist.
Einführung: CHRISTOPH LEITGEB

Richard Wagner, geboren 1952 im rumänischen Banat, studierte Germanistik und Rumänistik in Temeswar und arbeitete als Deutschlehrer und Journalist.
Er veröffentlichte Lyrik und Prosa in deutscher Sprache und war Mitglied der „Aktionsgruppe Banat”. Nach Arbeits- und Publikationsverbot verließ er Rumänien im Jahr 1987. Seitdem lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. Richard Wagner erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, unter anderem den 2000 erstmals verliehenen „Neuen deutschen Literaturpreis”.
Publikationen u. a.: „Miss Bukarest”, Roman, Berlin 2001, 2003; „Ausreiseantrag/Begrüßungsgeld”, Erzählungen, Berlin 2002; „Der leere Himmel. Reise in das Innere des Balkan”, Essay, Berlin 2003.

Zum Buch:
„Sie sind tot. Alle sind tot. Sie liegen in ihren Gräbern auf dem Dorffriedhof. Auch mein Vater liegt dort. Seit gestern. Ruht, wie sein Grabstein sagt. Der Grabstein, neu abgeschliffener, verwitterter Marmor, auf dem bereits der Name meiner Mutter steht. Der Name und das Geburtsjahr. Den Platz für das Sterbejahr hat der Steinmetz frei gelassen. Sie lebt ja noch. Sie und ich: wir leben noch. Wir sind die letzten der Familie.” (Textauszug)

„Werner Zillich reist ins Banat. Sein Vater ist gestorben. Normalerweise kehrt er nur noch ein-, zweimal im Jahr in seine Heimat zurück. Vor Jahren ist er, wie viele Banater Schwaben, in die Bundesrepublik ausgewandert. Seine Frau war die treibende Kraft, sie wollte für die gemeinsame Tochter eine bessere Zukunft. Die Ehe zerbrach. Zillichs Mutter bleibt nun allein zurück in dem Dorf, in dem die Häuser von den Banater Schwaben erbaut wurden. Heute jedoch leben hier überwiegend Rumänen.
Auf der Rückreise durch Ungarn und Österreich hat Zillich die Zeit und Muße, sich die Geschichte seiner Familie vor Augen zu führen: Wie kleine Mosaiksteinchen setzt Zillich in Bruchstücken die Familiengeschichte zusammen, die vor Jahrhunderten von den Österreichern gezielt im Banat angesiedelt wurde. Rührend und komisch erzählt er von der Amerika-Auswanderung der Urgroßeltern, der Zwangsarbeit des Vaters in Russland und von der käuflichen Liebe im heutigen Ungarn. Verrat und Korruption, Heimat und Erinnerung und die Suche nach Liebe sind wiederkehrende Themen, die die Vergangenheit mit der Gegenwart verschränken.
‚Habseligkeiten’ ist ein großer Familienroman, der einer untergegangenen Welt und einem untergegangenen Kulturraum ein wunderbares Denkmal setzt. Es ist der Roman eines Reisenden und Suchenden, der sein Glück vielleicht doch noch findet.” (Verlagstext)
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