Literatur und Musik
Montag, 3. Oktober 2005
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Adalbert Stifter „Die Pechbrenner” (Erzählung 1847)
JUDITH ESTERMANN: Konzept/Textfassung/Lesung
HERBERT GRASSL: Komposition (1. Streichquartett, 1991; 2. Streichquartett, „Andare”, 1999)
Stadler Quartett, oenm (oesterreichisches ensemble fuer neue musik):
FRANK STADLER (violin); IZSO BAJUSZ (violin); PREDRAG KATANIC (viola); PETER SIGL (cello).

Die Pechbrenner
Über die weißen Blütenblätter, die kaum von den Bäumen gefallen waren,…, trug man die Toten dahin… Die Seuche wurde die Pest geheißen… Da war ein großer Schrecken überall.

Eine Geschichte von Gewalt, Angst und Tod, von Liebe, Hass und Mitleid. Die Pest geht um in den böhmischen Dörfern und Wäldern. Eine Geschichte von Bedrohung, Grausamkeit und Fremdsein, von Verlorenheit und Gerettetwerden. Eine Geschichte von Vater und Sohn im Angesicht der Katastrophe. Kalt, hart, klar, mitleidlos. Und die Geschichte dreier Desperados und ihres Weges zurück aus der Todeszone ins Leben. Zeitlos, schön, immer gültig.

Die Bilder:
1 Die Pest (In den Dörfern) 2 Der Pechbrenner (Rückzug, ein Rettungsversuch) 3 Die Fremden (Eine Vertreibung) 4 Joseph (Subversive Wanderschaft) 5 Die Verurteilung (Der Vater) 6 Am Felsen (Ausgesetzt) 7 Magdalena, eine Lichtgestalt und Knut, der Narr (Die Retter) 8 Todeslandschaft (In Schreckenskammern) 9 Rückweg.
Epilog: Als der Großvater bis hierher erzählt hatte und weil der Abend warm war, setzten wir uns auf den Stein. Der Mond war unterdessen sehr glänzend geworden, und stand zwischen einem Schneegetrümmer von mehreren schimmernden Wolken.

Schreiben als Möglichkeit, den Schrecken des Nichts und dem drohenden Untergang den Entwurf einer Welt in der Sprache entgegenzusetzen. Schreiben als Gegenentwurf zum Bestehenden, Schreiben also gegen die Zeit.
Es ist unglaublich, welche Gewalt Worte üben können; ich liebte die Worte. Der Nachsommer, 1857 (Judith Estermann, Sommer 2005).

Judith Estermann, Schauspiel, Regie, Dramaturgie, Wien/Linz; Literatur-Musik-Theaterprojekte, Textbearbeitungen, zahlreiche UA im In- und Ausland/Inszenierungen, Auftragsprojekte mit Schwerpunkt GRENZÜBERSCHREITUNGEN von Text, Bild und zeitgenössischer Musik. Zusammenarbeit mit dem Komponisten Herbert Grassl und dem
o e n m (oesterr. ensemble f. neue musik) seit Ende der 80er Jahre.
Gemeinsame Projekte u. a.: Bachmann, Lavant, Tabori, Jelinek, Bronnen, Mitgutsch, Kubin, Stifter, …

Herbert Grassl, Komponist, Dirigent, Südtirol/Salzburg. Professor für Komposition an der Universität Mozarteum, künstlerischer Leiter des o e n m von 1988-1997, zahlreiche UA, weltweite Auftritte, Teilnahme an den wichtigsten Festivals für zeitgenössische Musik. Internationale Preise und Kompositionsaufträge, Schwerpunkt bei W i e n m o d e r n 1995. Seine Werkliste umfasst Orchesterwerke, geistliche Musik, Kammermusik, Lied, Solostücke und eine Reihe von szenischen Arbeiten, gemeinsam mit Judith Estermann.

Das stadler quartett wurde 1992 von dem derzeitigen Konzertmeister des Mozarteum Orchesters, Frank Stadler, in Salzburg gegründet. Seine Mitglieder sind zugleich auch Mitglieder des renommierten oesterreichischen ensembles fuer neue musik. Sie bilden dort den Kern des vielseitigen, der aktuellen Musik verpflichteten Ensembles. Somit steht die Erarbeitung neuer und neuester Musik auch im Zentrum der Arbeit des stadler quartetts. Rund 150 Werke, darunter dem Quartett gewidmete Kompositionen, wurden uraufgeführt, dazu kommen Schlüsselwerke und Standardrepertoire des 20. Jhdts. Werke der Streichquartett-Tradition aus Klassik und Romantik. Besondere Bedeutung für das Quartett hat die kontinuierliche Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten (George Crumb, Helmut Lachenmann, György Kurtág, Johannes Kalitzke, Peter Ruzicka, Jörg Widmann, Chaya Czernowin, …). Verpflichtung zu den Salzburger Festspielen
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