Ausstellungseröffnung
Dienstag, 29. November 2005
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.00 Uhr:

„Und küsse Ihre Busipfötchen” ENRICA VON HANDEL-MAZZETTI (1871-1955) -
Ein Leben in Briefen


Eröffnung durch
LH DR. JOSEF PÜHRINGER
Zur Ausstellung spricht
DR. PETRA MARIA DALLINGER

Ausstellungsdauer: 30. November 2005 bis 23. März 2006
Öffnungszeiten: Di bis So von 10.00 bis 15.00 Uhr

Gefeiert, verehrt, vergessen:
Das Leben von Enrica von Handel-Mazzetti verlief nach außen hin unspektakulär und scheinbar kaum beeinflusst von den umfassenden kulturellen, technischen und politischen Veränderungen der Zeit. In bewusster Distanz zum sozialen Umfeld wurde die Welt mehr und mehr im Gott begnadeten Schreiben wahrgenommen und strukturiert, Freundschaft und Nähe fast ausschließlich in einer Vielzahl von Briefwechseln (aus)gelebt.
Die Verfasserin vorwiegend historischer Romane und Novellen - ehemals umstritten, erfolgreich, gefeiert und verehrt - stirbt 1955 in Linz beinahe vergessen, ihr Bild hatte bereits zu Lebzeiten begonnen zu verblassen.
Die Ausstellung gibt anhand ausgewählter Beispiele aus dem überaus umfangreichen Nachlass Einblick in den Entwurf eines Künstlermythos zwischen Selbststilisierung und -Archivierung. Zentrale Briefbeziehungen werden im Kontext von Biographie und Werk aufgearbeitet und dargestellt.

Enrica von Handel-Mazzetti: Am 10. Jänner 1871 wird Enrica von Handel-Mazzetti in Wien geboren. Der Vater, Heinrich Hippolyt, war am 17. September 1870 an „akuter Gehirnentzündung” gestorben, die Mutter, Irene Csergheö von Nemes-Tacskánd, bleibt mit Elvira (geboren am 1. November 1869) und Enrica zurück.
Nach gravierenden gesundheitlichen und psychischen Problemen erfolgt 1886 die Entmündigung Irene von Handel-Mazzettis aufgrund „gerichtlich erhobenen Wahnsinns” und Einweisung in eine Anstalt. Sie stirbt 1901 nach wechselnden gesundheitlichen Phasen.
Enrica und Elvira verbringen 1886/87 ein Schuljahr im Institut der Englischen Fräulein in St. Pölten, anschließend finden sie Aufnahme bei Verwandten. Enrica beginnt früh zu schreiben und in religiösen Zeitschriften zu veröffentlichen. Mit „Meinrad Helmpergers denkwürdigem Jahr”, ihrem ersten Roman, gelingt ihr der literarische Durchbruch. Es folgen produktive Jahre (u.a. „Jesse und Maria”, „Die arme Margret”, „Stephana Schwertner”).
1905 übersiedelt sie mit Onkel Anton und Tante Louise von Handel-Mazzetti nach Steyr, 1911 nach Linz.
Zahlreiche Auszeichnungen und Preise bis hin zu Bemühungen um den Nobelpreis.
Ab den 1920er Jahren Rückzug aus dem öffentlichen Leben.
Am 8. 4. 1955 stirbt Enrica von Handel-Mazzetti in ihrer Linzer Wohnung, Spittelwiese, und wird in einem Ehrengrab der Stadt Linz am Barbarafriedhof bestattet.

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