Literarischer Salon um vier
Donnerstag, 12. Jänner 2006
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 16.00 Uhr:

„Nichts für kleine Mädchen” oder „Lektüre für junge Damen”
Zur Lesesozialisation von Frauen am Beispiel ALOIS BLUMAUER (250. Geburtstag) und ENRICA VON HANDEL-MAZZETTI (50. Todestag)
Referat: DR. EVELYNE POLT-HEINZL
Anschließend Gespräch mit DRIN PETRA-MARIA DALLINGER, UNIV.-PROF. DR. FRANZ EYBL und DR. EVELYNE POLT-HEINZL.

„Nichts für kleine Mädchen” oder „Lektüre für junge Damen”. Zur Lesesozialisation von Frauen am Beispiel Blumauer und Handel-Mazzetti

Das Werk des Steyrer Jesuiten und Freimaurer Alois Blumauer (1755 - 1798) fiel, nach einer kurzen Phase eines offeneren, aufgeklärten kulturpolitischen Klimas der Zensur zum Opfer. Anstoß erweckende Texte wurden noch zu Lebzeiten Blumauers verboten, Bücher konfisziert; sie kursierten teilweise nur mehr in handschriftlichen Kopien in Offizierskreisen. Auf diese Weise unterlagen die durchaus originellen Texte ganz spezifischen Rezeptionsbedingungen, für (v. a. Frauen) zarte Gemüter schienen sie nicht geeignet.
Enrica von Handel-Mazzetti (1871-1955), die große Epikerin und Hoffnung der katholischen Literaturkritik, stand 1910 im Zentrum des Modernismusstreites, in dem man der Dichterin Abweichen von Glaubensinhalten und unnötiges Erregen der Sinnlichkeit vorwarf. Obwohl Peter Rosegger am Werk dessen „männlichen Ton” lobte, wurden die Bücher Handel-Mazzettis mehr und mehr zum klassischen Lesestoff für Damen.
Der zweite Literatursalon versucht der Frage nach der Rezeptionsgeschichte von Texten und speziell der Wahrnehmung von AutorInnen in der Literaturgeschichte anhand von zwei besonderen Beispielen nachzugehen.

Petra-Maria Dallinger, geboren 1964 in Linz, Studium der Germanistik und Kunstgeschichte in Wien, Arbeiten zu medävistischen bzw. geschlechterspezifischen Themen; ab 1992 am Institut für Kulturförderung (Literatur, Theater); seit Herbst 2004 Leiterin des StifterHauses; Lehrtätigkeit an der Universität Wien und Kunstuniversität Linz; wissenschaftliche Beiträge in diversen Publikationen und Zeitschriften.

Evelyne Polt-Heinzl, geboren 1960 in Braunau, Studium der Germanistik und Politikwissenschaft in Salzburg und Wien, 1986-1988 Lektorin an der Universität Bari, seit 1990 Mitarbeiterin der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur im Literaturhaus Wien.

Franz Eybl, geboren 1952 in Neumarkt/Hausruck (OÖ), Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Wien. 1974 Foreign Assistant (Suffolk University, Boston, Mass.), 1975-1979 Studienassistent Institut für Germanistik, Universität Wien. 1980 Promotion, Projektmitarbeit an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1980 Universitätslektor und Universitätsassistent. 1991 Habilitation im Fach Neuere deutsche Literatur, Ass. Prof. (1992), ao. Prof. (1997) am Institut für Germanistik der Universität Wien.
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