Reihe Lesethemen - Lebensthemen (1): Die Enttäuschung
Dienstag, 24. Jänner 2006
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

MARGIT SCHREINER liest aus „Buch der Enttäuschungen” (Schöffling & Co.)
Podiumsgespräch mit PRIMA DRIN JOHANNA WINKLER (Wagner-Jauregg KH)
Moderation: DR. CHRISTIAN SCHACHERREITER
Eine Veranstaltungsreihe von OÖN und StifterHaus

Eine Leistung von Literatur besteht darin, dass sie Themen aufgreift, die für das Leben vieler Menschen bestimmend sind. Die Autorinnen und Autoren bedienen sich bei der Themenbearbeitung komplexer literarischer Mittel, der Text kann aber auch dann für Menschen bereichernd sein, wenn sie sich nicht in erster Linie für „Sprachkunst” interessieren. Für die Reihe „Lesethemen - Lebensthemen” laden StifterHaus und OÖN Autorinnen und Autoren ein, die sich mit allgemein menschlichen Problemen auseinandersetzen.

Im vorliegenden Fall ist dies Margit Schreiner mit ihrer jüngsten Veröffentlichung „Buch der Enttäuschungen”. Eingeladen wird auch eine Persönlichkeit aus einem literaturfernen, aber themennahen Bereich. Dr. Johanna Winkler, Primaria am Wagner-Jauregg-Krankenhaus Linz, hat in ihrer psychiatrischen Arbeit unter anderem mit Menschen zu tun, die aufgrund von „Enttäuschungen” krank werden. Was hat sie zu Schreiners „Buch der Enttäuschungen” zu sagen?

Das Podiumsgespräch im Anschluss an Margit Schreiners Lesung moderiert Christian Schacherreiter.


Margit Schreiner, geboren 1953 in Linz. Studium der Germanistik und Psychologie. Lebt nach langjährigen Aufenthalten in Tokyo, Paris, Rom und Berlin derzeit als freie Schriftstellerin in Linz.
Buchveröffentlichungen: „Die Rosen des heiligen Benedikt”, Liebes- und Haßgeschichten 1989; „Mein erster Neger”, Afrikanische Erinnerungen 1990; „Die Unterdrückung der Frau, die Virilität der Männer, der Katholizismus und der Dreck”, Roman in Geschichten 1995; „Haus, Frauen, Sex”, Roman 2001; „Heißt lieben”, Roman 2003; „Nackte Väter”, Roman 2004 (1997); „Die Eskimorolle” 2004.

„Das Sterben war mir, verglichen mit meinem Leben, leichter gefallen als ich gedacht hatte. Zum letzten Mal ausatmen und niemals mehr einatmen, bedarf keines großen Aufwands. Es ergibt sich fast von selbst. Wenn man erst einmal einverstanden ist.”
Was aber ist das Leben? Die Kindheit, in der die Möglichkeiten grenzenlos scheinen und wir uns auf Entdeckungsreisen begeben, von unseren Eltern jedoch missverstanden werden?
Beginnt das Leben mit dreißig, wenn wir unsere Entscheidungen treffen - und gleichzeitig die angst lauert, es könnten die falschen sein? Mit fünfzig, wenn wir den Preis für diese Entscheidungen zahlen und zu Nörglern werden?
Margit Schreiners schonungsloser, unbestechlicher Blick dringt tief unter die Oberfläche menschlicher Existenz. Mit virtuoser Erzählkraft und Prägnanz beschreibt das „Buch der Enttäuschungen” den unaufhaltsamen Prozess der Desillusionierung, der das Leben charakterisiert. (Klappentext)

Johanna Winkler, Drin. med., Ärztin für psychotherapeutische Medizin, seit 1991 am Wagner Jauregg Krankenhaus in Linz, seit 2000 Primaria der psychiatrischen Abteilung der Region 2 (Mühlviertel), 1990-1997 ärztliche Betreuung von Wohnheimen für Langzeitpatienten, 1992-1995 ärztlicher Krisendienst für pro mente Oberösterreich (Region Freistadt). Psychotherapeutische Zusatzausbildungen (NLP, Familientherapie, körperorientierte Psychotherapie), Entwicklung des Konzeptes der psychiatrischen Tagesklinik für Akutpatienten in Linz und Aufbau in leitender Funktion, Aufbau der Psychoedukation (Informationsveranstaltung für Patienten mit Schizophrenie und deren Angehörige), Mitaufbau der Informationsveranstaltung für Patienten mit Depression.

Christian Schacherreiter Germanist und Autor, Literaturkritiker und Kolumnist der Oberösterreichischen Nachrichten, zahlreiche Veröffentlichungen zur Literatur und Sprache und ihrer Didaktik.
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