Reihe Literatur aus der Mitte Europas
Mittwoch, 1. März 2006
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

ANDRZEJ STASIUK: Unterwegs nach Babadag (Suhrkamp Verlag);
Einführung und Lesung in deutscher Sprache: MARTIN POLLACK

Andrzej Stasiuk, 1960 geboren und in Warschau aufgewachsen, lebt seit 1986 in den Beskiden. Er veröffentlichte Lyrik, Erzählungen, Romane, arbeitet als Journalist und Drehbuchautor und leitet zusammen mit seiner Frau den Verlag Czarne in Wołowiec. Sein Werk wird in viele Sprachen übersetzt.
2002 erhielt er den von den Partnerstädten Thorn (Polen) und Göttingen gemeinsam gestifteten Samuel-Bogumil-Linde-Literaturpreis.
2005 wurde er mit dem Adalbert-Stifter-Preis für Schriftsteller und Übersetzer Mitteleuropas ausgezeichnet.
Buchveröffentlichungen u. a.: „Die Welt hinter Dukla”, Roman (Übersetzer: Olaf Kühl), Frankfurt/Main 2000; „Wie ich Schriftsteller wurde”, Versuch einer intellektuellen Autobiographie (Übersetzer: Olaf Kühl), Frankfurt/Main 2001; „Neun”, Roman (Übersetzerin: Renate Schmidgall), Frankfurt/Main 2002; „Galizische Geschichten” (Übersetzerin: Renate Schmidgall), Frankfurt/Main 2002; „Die Mauern von Hebron” (Übersetzer: Olaf Kühl), Frankfurt/Main 2003; „Das Flugzeug aus Karton” (Übersetzerin: Renate Schmidgall), Frankfurt/Main 2004; „Mein Europa”, zusammen mit Juri Andruchowytsch (Übersetzungen von Martin Pollack und Sofia Onufriv), Frankfurt/Main 2004; „Über den Fluß”, Erzählungen (Übersetzerin: Renate Schmidgall), Frankfurt/Main 2004; „Unterwegs nach Babadag” (Übersetzerin: Renate Schmidgall), Frankfurt/Main 2005.

Zum Buch:
„Kuhherden auf einer Bahnstrecke hinter Oradea, Schafe in einer Vorortstraße von Satu Mare, ein Schimmel, der mitten in Suceava weidet - den schmutzigsten, entlegensten Teil unseres Kontinents bevölkern die Tiere. In der Endlosigkeit verrosteter Lagerhallen, im Schatten gigantischer Schornsteine, zwischen schaukelnden Lastwagen zupfen sie vergiftetes Gras, ohne Spur von Angst oder Interesse. Als weideten sie dort seit Urzeiten.
Sequenzen wie aus Filmen von Buñuel oder Fellini durchziehen Andrzej Stasiuks literarische Reportagen aus Albanien, Moldawien, Rumänien, der Ukraine, Ungarn und der Slowakei. Nach der Rückkehr kann er kaum glauben, dass er wirklich dort war, nicht alles nur geträumt hat - die Bunker, Satellitenschüsseln und UNO-Flaggen, das Dorf im Donaudelta, das langsam im Wasser versinkt, die Städtchen, in denen die Kinder schon müde zur Welt kommen. Babadag heißt einer der Orte, die er auf der berühmten Landenge zwischen Ostsee und Schwarzem Meer durchreist. Einer dieser ‚schwachen Orte’, die verschwinden, sobald man sich abwendet. Die Panik, sie und ihre Bewohner könnten aufhören zu sein, wenn er sie nicht beschreibt, sie könnten mit ihm und seinem erlöschenden Blick untergehen, treibt ihn an. Aus dieser Angst ist Stasiuks neues Buch entstanden - sein wohl schönstes über eine Welt weit hinter Dukla.” (Klappentext)
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