Buchpräsentationen
Donnerstag, 30. März 2006
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Residenz Verlag stellt zwei AutorInnen und ihre neuen Bücher vor:
EVELYN GRILL liest aus dem Roman „Der Sammler”; HANS EICHHORN präsentiert den Gedichtband „Unterwegs zu glücklichen Schweinen”.
Einführung: DR. ASTRID GRAF

Evelyn Grill, geboren in Garsten, lebt als freie Schriftstellerin in Freiburg im Breisgau. Zuletzt erschienen: ”Wilma” (1994), ”Hinüber” (1999), ”Ins Ohr” (2002), ”Winterquartier” (2004) und im Residenz Verlag ”Vanitas oder Hofstätters Begierden ”(2005). Der Roman ”Vanitas” wurde für den Deutschen Buchpreis 2005 nominiert.

Zum Buch:
”Wer trägt schon gern den Müll hinunter? Alfred Irgang ist Sammler. Allerdings sammelt er nicht Briefmarken oder Antiquitäten, sondern schlichtweg alles, was ihm in die Hände fällt: alte Zeitungen, neuwertige Zahnprothesen und andere Dinge, die ahnungslose Vertreter der Wegwerfgesellschaft der Müllabfuhr überantworten. Entsprechend sind auch seine Wohnung und diverse Kellerabteile bemerkenswert angeräumt, was zu beträchtlichen Schwierigkeiten mit der Hausverwaltung führt, ihn aber nicht daran hindert, weiter auf die Jagd nach Kostbarkeiten zu gehen. Weiß nicht ein achtlos entsorgtes Damenmieder ebenso viel zu erzählen wie ein Biedermeiersekretär? Am Stammtisch, der eine Runde von Wissenschaftern und Kunstsinnigen zusammenführt, breitet er gern seine Schätze aus, was naturgemäß auf wenig Gegenliebe stößt. Als ihn ein ‘Arbeitsunfall’ ans Spitalsbett fesselt, wittern sie die Chance zur Zwangsbeglückung ... Mit feiner Ironie erzählt Evelyn Grill von einer sich gut wähnenden Gesellschaft, in der die Devise ‘leben und leben lassen’ von der Gier nach Vereinnahmung eines Unangepassten zu Grabe getragen wird. Sammeln als Besessenheit: die berührende Geschichte eines ‘Messie’ im Widerstand gegen die Wegwerfgesellschaft.” (Verlagstext)

Hans Eichhorn, geboren 1956 in Vöcklabruck (Oberösterreich), lebt als Berufsfischer und Autor am Attersee. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Autoren Förderungspreis der Stiftung
Niedersachsen/Wolfenbüttel, 1994, Preis der Literaturzeitschrift „manuskripte”,
1999, Preis des Landes Oberösterreich für Lyrik, 2005. Zuletzt erschien im Residenz Verlag:
”Circus Wols”, Aufnahme und Projektion (2000); „Verreisen auf der Stelle”, Gedichte, München 2000; „die umgehung - Attersee-Tour”, Foto-Textband, gemeinsam mit Klaus Costadedoi, 2002.

Zum Buch:
”Wörter hängen am Fallschirm
Hellblauer Kleiderbügel, dein Elefantenherz schreit nach Beachtung.”
So lautet das Motto des neuen Lyrikbandes von Hans Eichhorn, in dem sich 50 Jahre Lebenserfahrung verdichten.
”Hans Eichhorn malt poetische Stillleben, in denen es unversehens laut wird, weil etwas sein Recht reklamiert, auf sein Dasein aufmerksam zu machen: ein Ding oder ein Mensch oder ein schlauer Spruch. Die Waschmaschine bricht rumpelnd in die Beschaulichkeit eines Winternachmittags, ein Möwenschrei fährt schneidend in die Ruhe des Sees, das Kind setzt dem sinnenden Kopf eine Spielzeugpistole an die Schläfe. Gewohnte Bilder zerspringen und arrangieren sich neu. Alltagsgegenstände verschaffen sich mit Nachdruck Gehör, fordern ihren Platz unter den nennenswerten Dingen. Der Dichter sieht zu, was der Zeit_uss in seine Reuse spült, was der neue Wind vorbeibringt. Hier haben wir ein Lebensgefühl, etwas zwischen Staunen und Panik und nicht ganz Dazugehören, was ja ein Synonym für Dichter ist.”
(Peter Hamm über Hans Eichhorn)
Gedichte vom Aufbegehren der Dinge gegen die gewohnten Zusammenhänge.
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