Grundbücher der österreichischen Literatur ab 1945
Donnerstag, 11. Mai 2006

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

BRIGITTE SCHWAIGER: Wie kommt das Salz ins Meer (Zsolnay 1977)

Referat: DANIELA STRIGL (Wien): Rückblick auf ein „Fräuleinwunder” - cum grano salis
Idee und Konzept: KLAUS KASTBERGER und KURT NEUMANN
Ein Gemeinschaftsprojekt der Alten Schmiede, Wien und des StifterHauses


„Ich habe Brigitte Schwaiger wieder gelesen, […] den Erstling ‚Wie kommt das Salz ins Meer’, vor 26 Jahren geschrieben, ein sensationeller Erfolg, übersetzt in viele Sprachen und verfilmt. Die Aufzeichnungen einer jungen Ehefrau, Nachrichten und Beobachtungen aus der gutbürgerlichen Gummizelle, notiert mit keckem Scharfblick im Ton naiver Wahrhaftigkeit. So ist überhaupt ihr Stil. Die Selbstverlogenheit ihrer Charaktere formt und präzisiert sie durchs Sprachliche aus der Distanz, beobachtend mit einer scheinbar arglosen Unmittelbarkeit, literarisch erzählend, mühelos dahinfließend über Abgründe. Das ist genau gearbeitet, bisweilen komisch, satirisch, und kann, wie es geschrieben ist, nur von einer Frau sein, nur von ihrem Platz aus, im doppelten Boden der Gutbürgerlichkeit.”
(Viola Roggenkamp in „Die Welt”, November 2003)

Brigitte Schwaiger, geboren 1949 in Freistadt /OÖ. Beginn eines Studiums der Psychologie, Germanistik und Romanistik, lebt von 1968-72 mit ihrem spanischen Ehemann in Mallorca und Madrid und unterrichtete dort Deutsch und Englisch. Beschäftigung mit Malerei und Bildhauerei. Nach der Rückkehr nach Österreich Studium an der Pädagogischen Akademie Linz. Schauspielerin an einem Kellertheater, später Regieassistentin beim ORF und Sekretärin in einem Wiener Theaterverlag. Seit Mitte der 70er-Jahre freiberufliche Schriftstellerin
Früher Erfolg mit dem ersten Roman „Wie kommt das Salz ins Meer”, seither zahlreiche Bücher, Stücke und Hörspiele. 1980 Regiedebüt am Linzer Kellertheater. Lebt in Wien, Freistadt und Madrid.
Preise und Auszeichnungen: Staatsstipendium des BMUK für Literatur 1974; Autorenstipendium des Dramatischen Zentrums Wien 1975; Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Literatur 1984.

Alois Brandstetter, geboren 1938 in Pichl bei Wels. Studium der Germanistik und Geschichte in Wien. Professor für Deutsche Philologie an der Universität in Klagenfurt. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen.
Buchveröffentlichungen zuletzt: "Vom HörenSagen", Salzburg-Wien 1992; "Almträume" Salzburg-Wien 1993; "Hier kocht der Wirt", Salzburg-Wien 1995; "Schönschreiben" Salzburg-Wien 1997; "Meine besten Geschichten", Salzburg-Wien 1999; „Die Zärtlichkeit des Eisenkeils”, Roman, Salzburg-Wien 2000.

Daniela Strigl, geboren 1964, Studium der Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theaterwissenschaft in Wien, Literaturkritikerin und Essayistin (Veröffentlichungen u. a. in „Der Standard”, „Wiener Journal”, „Die Presse”, „Literatur und Kritik”, ORF). 1992-94 Konzeptorin des Literaturprogramms der Walter Buchebner-Gesellschaft im Kunsthaus Mürzzuschlag, seit 1995 Mitkonzeptorin von „Literatur im März” (Wien). Zahlreiche Veröffentlichungen zur österreichischen Literatur, u. a. zu Albert Drach, Hans Lebert, Andreas Okopenko.
Buchveröffentlichungen: „Wo niemand zuhaus ist, dort bin ich zuhaus. Theodor Kramer - Heimatdichter und Sozialdemokrat zwischen den Fronten” (Böhlau 1993); „Marlen Haushofer. Die Biographie” (Claassen 2000).


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