Verleihung der Heimrad-Bäcker-Preise
Dienstag, 20. Juni 2006

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Preis 1, 19.30 Uhr:

Heimrad Bäcker als Fotokünstler
Begrüßung: LH DR. JOSEF PÜHRINGER und VBM DR. ERICH WATZL
GEORG SCHÖLLHAMMER: Zu Heimrad Bäcker als Fotokünstler
Laudationes und Lesungen der Preisträger FERDINAND SCHMATZ (Heimrad-Bäcker-Preis) und STEFFEN POPP (Förderpreis)


Am 8. Mai 2003 ist der Schriftsteller und Verleger Heimrad Bäcker verstorben, ein paar Monate nach der ihm gewidmeten Personale in der oberösterreichischen Landesgalerie am oberösterreichischen Landesmuseum. Diese Ausstellung hat gezeigt, daß auch Bäckers bildkünstlerische Arbeiten, vor allem aber seine Fotografien aus dem Bereich der ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen und Gusen, als Hauptwerke der internationalen Avantgardekunst gelten können. Georg Schöllhammer wird als Mit-Kurator einer jüngst im Wiener MUMOK gezeigten Ausstellung, in der auch Heimrad Bäckers Fotografien zu sehen waren, über Heimrad Bäcker als Foto-Künstler vortragen. Schöllhammer, als Herausgeber der Kunstzeitschrift "springerin" und editor-in-chief der diesjährigen documenta in Kassel einer der herausragenden Kenner der Gegenwartskunst, wird in seinem Vortrag Bäckers bildkünstlerische Arbeit zwischen autonom ästhetischer und politischer Kunst untersuchen.
Dieses Gedenken an den Autor und an das bildkünstlerische Werk wird durch das beispiellose literaturfördernde Vermächtnis Heimrad Bäckers ergänzt: Noch zu Lebzeiten hat Bäcker mit dem Erlös aus dem Verkauf seines literarischen Nachlasses an das Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek zusammen mit seiner Frau Margret Bäcker den „Heimrad-Bäcker-Preis” (dotiert mit Euro 8.000) und den „Förderpreis zum Heimrad-Bäcker-Preis” (dotiert mit Euro 3.500) gestiftet. Diese von der Interessengemeinschaft Heimrad Bäcker jährlich zu vergebenden Preise sollen Autorinnen auszeichnen und fördern, deren bisheriges Werk mit der ästhetischen Ausrichtung der "edition neue texte", wie Heimrad Bäcker sie verlegt hat, in Zusammenhang steht. Sie sind somit die einzigen österreichischen Preise, die so entschieden zur Förderung von Literatur aus dem Umfeld dessen verliehen werden, was als experimentelle Dichtung, Literatur als Kunst oder einfach als relevante Literatur abseits von Belletristik zu betrachten ist.
Nach Entscheidung der Jury (Friedrich Achleitner, Thomas Eder und die letztjährige Preisträgerin Gundi Feyrer) werden die diesjährigen Preise verliehen an: Ferdinand Schmatz (Heimrad-Bäcker-Preis) und Steffen Popp (Förderpreis).


Ferdinand Schmatz, geboren 1953, frühe Veröffentlichungen und Zusammenarbeit mit Heimrad Bäcker in der edition neue texte, lebt als freier Schriftsteller in Wien. Studium der Germanistik und Philosophie in Wien. Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Herausgeber des Nachlasses von Reinhard Priessnitz. Mehrere Auszeichnungen, u.a. Christine Lavant-Lyrik-Preis der Stadt Wolfsberg 1999; Österreichischer Staatspreis für Literatur 2001; Buch.Preis 2002, gestiftet vom Brucknerhaus Linz und der AK-OÖ; Anton-Wildgans-Preis 2002, Robert-Musil-Stipendium, Elias-Canetti-Stipendium 2006; Bücher zuletzt (im Haymon Verlag, Innsbruck): das grosse babel,n (2000), Portierisch. Roman (2001), tokyo, echo oder wir bauen den schacht zu babel, weiter. Gedichte (2004).

Steffen Popp, geboren 1978 in Greifswald, aufgewachsen in Dresden, lebt seit 2001 als Student der Literatur und Philosophie in Berlin. Erzählungen sind in den Anthologien Vom Fisch bespuckt, Kiepenheuer & Witsch 2002, und Doppelpass, kookbooks 2004, Gedichte unter anderem in Lyrik von JETZT, DuMont 2003, und Diapason, Moskau 2005, erschienen.
2004 ist bei kookbooks, Berlin, sein Gedichtband Wie Alpen erschienen, 2006 der Roman Ohrenberg oder der Weg dorthin, für den er den Kranichsteiner Förderpreis des Deutschen Literaturfonds 2004 erhalten hat.
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