Lesethemen - Lebensthemen (3)
Dienstag, 14. November 2006

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

THOMAS GLAVINIC: Wie man leben soll
Moderation: DR. CHRISTIAN SCHACHERREITER
Podiumsgespräch mit DR. MAX KASTENHUBER (Klinischer- und Gesundheitspsychologe)
In Kooperation mit den OÖ Nachrichten

„In seinem Stammlokal Priamus trinkt man ein Bier. Man spielt Karten mit ein paar Türken. Man dreht den Kopf, um eintretende Frauen zu begutachten. Man ist einsam. Man hätte gern eine Freundin.” Thomas Glavinic’ Entscheidung für die Man-Perspektive ist keine Frage der formalen Originalität. Charlie Kolostrum, der Ich-schwache Mann im Roman „Wie man leben soll”, sucht nach Richtlinien, die ihm einen Ausweg aus seiner Orientierungslosigkeit weisen könnten. Aber weder die einschlägige Ratgeberliteratur noch die überhöhten Ego-Bilder, die Charlie den Helden aus Karl Mays Romanen nachzeichnet, erweisen sich als zuverlässig. Und an lebenden Vorbildfiguren, denen „man” nacheifern könnte, mangelt es ganz gewaltig in diesem Pandämonium der ganz normalen Spinner. Die Tücken der Mannwerdung sind das Thema des satirischen Romans „Wie man leben soll”. Ob dieses Thema ein zeittypisches Lebensthema ist, soll im Anschluss an die Lesung im Gespräch mit dem Psychologen Dr. Max Kastenhuber geklärt werden.

Thomas Glavinic, geboren 1972 in Graz. Seit 1989 Veröffentlichungen in regionalen steirischen Zeitschriften. Schreibt seit 1992 Essays, Erzählungen Hörspiele und Reportagen. Lebt in Wien.
Buchpublikationen: „Carl Haffners Liebe zum Unentschieden” (1998), vom Daily Telegraph zum besten Roman des Jahres gekürt; „Herr Susi”, Roman (2000); „Der Kameramörder”, Roman (2001), mit dem Glauser-Krimipreis ausgezeichnet; „Wie man leben soll”, Roman (2004); „Die Arbeit der Nacht”, Roman, München 2006.

Max Kastenhuber, geboren 1950 in Edt b. Lambach, Dr. phil., Klinischer- u. Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut. Studium der Psychologie und Pädagogik an der Universität Salzburg, Ausbildung in systemischer Familientherapie, Weiterbildung in Hypnotherapien. M.H. Erickson und Traumabehandlung, Tätigkeiten als Psychologe und Psychotherapeut mit beeinträchtigten Menschen und deren Angehörigen, mit Kinder, Jugendlichen und deren familiärem Umfeld, die durch besondere Verhaltensweisen und Reaktionsmuster in ihrem Lebensfeld auf- oder herausfallen. Zuletzt seit über 17 Jahren hauptberufliche Arbeit als Psychotherapeut im Zentrum Spattstraße Linz und seit 1995 zusätzlich in freier Praxis. Seit etwa 10 Jahren verstärktes Interesse für und Auseinandersetzung mit männerbezogener Persönlichkeitsbildung - Leitung von Seminaren, Selbsterfahrungsgruppen für Männer und vermehrt Psychotherapie mit Männern.


 Zurück
IMPRESSUM © 2016 Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich / StifterHaus – Literatur und Sprache in OÖ.
Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

weiter >>
(Nach)SommerTag<br />20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

(Nach)SommerTag
20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

weiter >>