Ausstellung
„Carlfriedrich Claus. Schrift. Zeichen. Geste”

Leihgaben der Kunstsammlungen Chemnitz, Stiftung Carlfriedrich Claus-Archiv


Eine Veranstaltung im Rahmen des von der Künstlervereinigung MAERZ in Kooperation mit dem StifterHaus veranstalteten Festivals „Für die Beweglichkeit 2. Tage der Poesie, Linz 2007” (Konzept: Christian Steinbacher)

Ausstellungsdauer: 28. März bis 15. April 2007. Öffnungszeiten StifterHaus: Di bis So 10-15 Uhr. Die Ausstellung bespielt das StifterHaus und die Künstlervereinigung MAERZ

HINWEIS auf WEITERE Veranstaltungen des Poesie-Festivals "Für die Beweglichkeit 3" bei unseren Veranstaltungspartnern:
11. 4., 19:30: Künstlervereinigung MAERZ: Lesungen Elfriede Czurda (siehe Foto), Ulrich Schlotmann; Konzert: Teodoro Anzellotti spielt Ernstalbrecht Stiebler
13. 4., 15:00: Botanischer Garten: szenische Lesung von Birgit Schwaner mit Bodo Hell und Renate Pittroff, Geräuschintervention: Christoph Theiler
13. 4., 19:30: Künstlervereinigung MAERZ: Lesungen von Eckhard Rhode und Bodo Hell
14. 4., 15:00: Maschinenhalle der HMH-Gmbh: Konzert Katharina Klement (UA)

(Foto: Tóth)



„In jedem Menschen rieselt, quillt, sprudelt die Kraft zu schöpferischem Tun, nur eben weit unten, unter der Wüste, die oben entstand.” (Carlfriedrich Claus, 1959)
Die Ausstellung, Teil und „Vorfeld” der von der Künstlervereinigung MAERZ in Kooperation mit dem StifterHaus veranstalteten Poesie-Tage Für die Beweglichkeit 2 vom 11. bis 14. April (ein Programm liegt dem nächsten Leporello bei!), bespielt sowohl das StifterHaus als auch die Künstlervereinigung MAERZ (Eisenbahngasse 20; 10 Minuten Gehweg!)

Mit den gezeigten Arbeiten wird erstmals in Österreich das Werk des
großen Künstlers und Schriftstellers Carlfriedrich Claus (1930-1998) in einer Personalausstellung gezeigt. Claus hat seit den frühen fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Œuvre geschaffen, das im Spannungsfeld von Philosophie, Bildender Kunst und Literatur siedelt. Sowohl visuell mit seinen „Sprachblättern” als auch akustisch mit seinen „Sprechoperationen” hat er die Dimensionen menschlichen Bewusstseins ausgelotet. Über Jahrzehnte lebte er weitgehend zurückgezogen im Erzgebirge, war aber durch eine weltweite Korrespondenz in die internationale Szene experimenteller Literatur und skripturaler, gestischer Kunst eingebunden. 2005 haben die Kunstsammlungen Chemnitz in der Ausstellung „Schrift. Zeichen. Geste. Carlfriedrich Claus im Kontext von Klee bis Pollock” das Werk dieses Solitärs vorgestellt. Die Stiftung Carlfriedrich Claus-Archiv der Kunstsammlungen Chemnitz, die den Gesamtnachlass des Künstlers bewahrt, hat auch die Leihgaben für die repräsentative Linzer Doppelausstellung zur Verfügung gestellt.

In der Künstlervereinigung MAERZ vermitteln ausgewählte Exponate aus allen Schaffensphasen einen Querschnitt des Claus’schen Werks, im StifterHaus werden die Radierungen des „Aurora”-Zyklus gezeigt, ergänzt um Tagebücher, Manuskripte und ausgewählte Briefe aus dem Umfeld.

Claus’ Arbeit der Überschreibung und Verdichtung sind Sprachdenkimpulse, die aufgezeichnet werden (und weiter anregen sollen). Sie gehen nie von der optischen Vorstellung aus, weshalb der auch im Kontext Bildender Kunst rezipierte Künstler seine Arbeiten als „Literatur”, wenn auch als „Randgebiet von Literatur” bezeichnet hat. Claus vervielfältige, so der Kritiker Erich Franz, die Schichten der Kontaktbildungen bis zur Erfahrung unbegrenzter Tiefe. (Und allein schon dies gibt eine Klammer zu den Poesie-Tagen „Für die Beweglichkeit”, die heuer unter dem Motto Tiefenschärfen/Oberflächen stehen.)

Brigitta Milde, geb. 1955, lebt in Chemnitz. Die Kunsthistorikerin arbeitete mit Claus in Ausstellungsprojekten zusammen. Seit 1993 Kustodin in den Kunstsammlungen Chemnitz, seit 1999 Leiterin des dortigen Carlfriedrich Claus-Archivs. 2005 kuratierte sie die Ausstellung „Schrift. Zeichen. Geste. Carfriedrich Claus im Kontext von Klee bis Pollock”.
Valeri Scherstjanoi, geb. 1950 in einem Gulag-Lager in der kasachischen SSR, übersiedelte 1979 in die DDR und lebt seit 1981 in Berlin. Die Arbeit des Lautpoeten und Schriftkünstlers ist grundiert durch eine rund 40-jähri-ge Beschäftigung mit dem russischen Futurismus. Claus hatte auf Scherstjanoi einen prägenden Einfluss.

Die Ausstellungsteil in der MAERZ ist am Eröffnungsabend bereits ab 18:00 zugänglich; eröffnet wird um 19:30 im Stifterhaus.
Die Öffnungszeiten: 28. 3 bis 15. 4. täglich außer Montag
Galerie im StifterHaus: 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Künstlervereinigung MAERZ: 12:00 Uhr bis 17:00 Uhr
(siehe auch: www.maerz.at)
 Zurück
IMPRESSUM © 2016 Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich / StifterHaus – Literatur und Sprache in OÖ.
Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

weiter >>
(Nach)SommerTag<br />20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

(Nach)SommerTag
20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

weiter >>