Buchpräsentation
Montag, 14. Mai 2007

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

MIGUEL HERZ-KESTRANEK, KONSTANTIN KAISER, DANIELA STRIGL (Hrsg.):
In welcher Sprache träumen Sie?
Österreichische Lyrik des Exils und des Widerstands

Moderation und einleitende Worte:
MIGUEL HERZ-KESTRANEK
KONSTANTIN KAISER spricht über die oö. AutorInnen in der Anthologie
DANIELA STRIGL stellt den Autor Francisco Tanzer und seine Publikation „Der Österreicher in mir” (Edition Atelier) vor

Veranstaltet mit: Theodor-Kramer-Gesellschaft

Über 50 Jahre nach der bisher einzigen Lyriksammlung des österreichischen Exils, "Dein Herz ist deine Heimat" (Wien 1955), erscheint eine neue große Anthologie des Exils, der Verfolgung, des Widerstands und der inneren Emigration und stellt 278 Lyrikerinnen und Lyriker mit markanten Werkproben und in Kurzbiographien vor.
Die Lyrik ist die zentrale literarische Gattung des Exils: als Überlebenshilfe in einer bedrückenden Außenwelt, als Möglichkeit des genauen und doch unmittelbaren Ausdrucks, als Behauptung der eigenen Persönlichkeit ... Das Exil war 1945 und auch 1955 nicht zu Ende, und so sind seitdem viele Autorinnen und Autoren neu hervorgetreten oder überhaupt erst mit ihren bereit vor 1955 entstandenen lyrischen Werken bekannt geworden, so z. B. Alfredo Bauer, Ruth Klüger, Trude Krakauer, Anna Krommer, Felix Pollak, Stella Rotenberg oder Jaffa Zins.

Miguel Herz-Kestranek, geboren 1948 in St. Gallen, Schweiz, als Sohn jüdischer Remigranten. Autor, Vizepräsident des Österreichischen P.E.N.-Clubs, elf Buchveröffentlichungen. Als Schauspieler Theaterjahre bis 1980, seitdem freiberuflich, ca. 150 TV- und Filmrollen, zahlreiche Soloprogramme. 1988 TV-Dokumentation "Vergiß das Wort, vergiß das Land" über österreichische 1938er Emigranten in Israel. Kuratoriumsmitglied des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes.

Konstantin Kaiser, geboren 1947 in Innsbruck, studierte Philosophie. Seit 1983 freier Schriftsteller und Literaturwissenschaftler in Wien. Spezialgebiet: Erforschung der österreichischen Exilliteratur. Veröffentlichte Essays, Gedichte und Prosa. Mitherausgeber der Zeitschrift "Zwischenwelt" und der Buchreihe "Antifaschistische Literatur und Exilliteratur - Studien und Texte". Mitverfasser des "Lexikons der österreichischen Exilliteratur".

Daniela Strigl, geboren 1964 in Wien. Studium der Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theaterwissenschaft. Literaturwissenschaftlerin, Kritikerin, Essayistin. Schrieb u. a. eine Monographie über die Lyrik Theodor Kramers und eine Biographie Marlen Haushofers, zuletzt Herausgeberin von "Francisco Tanzer: Der Österreicher in mir". 2001 Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik. Seit 2003 Mitglied der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises, Klagenfurt.

Die Literatur des 20. Jahrhunderts
ist geprägt durch politische und rassistische Verfolgung, Vertreibung, Flucht und Exil, aber ebenso durch den Widerstand dagegen. Das gilt ganz besonders für die österreichische Literatur; jeder zweite Schriftsteller wurde in der Zeit von Faschismus und Nationalsozialismus verboten, vertrieben, in Konzentrationslager deportiert, ermordet.

Das Gedicht
hat für Verfolgte und Vertriebene zentrale Bedeutung; als Überlebenshilfe in einer bedrückenden Außenwelt, als Möglichkeit des genauen und doch unmittelbaren Ausdrucks, als Behauptung der eigenen Persönlichkeit und als oft verzweifelte Botschaft an die anderen.

Im Exil
und in der Literatur des Exils zeigen sich Grundprobleme der Epoche wie Entfremdung, Identitätsverlust und Vereinsamung, aber auch eine neue Sensibilität für das Fremde und Ferne. "Außen zu stehen (und gestellt zu sein) schärft den Blick", schrieb der Lyriker Theodor Kramer 1956 in England.
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