Buch- und Verlagspräsentation
Dienstag, 11. September 2007

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

ISABELLA BREIER:
101 Käfer in der Schachtel. Ihr Verschwinden in Bildern. Eine fragmentarische Liebesgeschichte.

ANDREAS RENOLDNER: Unter die Haut. Roman
(Verlag Kitab, Klagenfurt-Wien)

Lesung mit der Autorin und mit dem Autor

Einführung: DDR. WILHELM BAUM

Veranstaltet mit: Verlag Kitab, Klagenfurt-Wien

Der 1999 in Klagenfurt gegründete Kitab Verlag publiziert neue österreichische AutorInnen, die die Verhältnisse der gegenwärtigen Gesellschaft kritisch reflektieren. Ein weiterer Schwerpunkt setzt sich mit der Literatur in Slowenien, Kroatien und Bosnien Herzegowina auseinander.
Der dritte Schwerpunkt des Verlages beschäftigt sich mit den Krisengebieten im Nahen Osten, von der Türkei bis Tschetschenien und Armenien. Die Situation der dort bestehenden Völker und Kulturen wird teils historisch aufgearbeitet, teils im Spiegel der zeitgenössischen Literatur vorgestellt.

Isabella Breier, geboren 1976 in Gmünd/NÖ; VS und AHS in Wels; Studium der Philosophie, Germanistik und Soziologie in Wien; Engagement bei femistischen Organisationen; lebt mit Tochter in Wien. 2006 erschien ”Dimensionen menschlicher Sinnstiftung in der Praxis. Zwischen Erkenntnis- und Kulturtheorie: Zur Poesis, Ethik und Ästhetik in Cassirers Philosophie der symbolischen Formen und Wittgensteins Sprachspielbetrachtungen”.

”Die Geschichte umkreist eine in all ihren Facetten politische Liebesbeziehung - in Gegenwartsreflexionen wie aus der Retrospektive, d. h. nach beendeter Liaison. Implizit zeigt sie eine Art Lebensentwicklungsabriss der Protagonistin. Rollenprosa, könnte man sagen, wenn es nicht darum ginge, in ironischer Selbstverständlichkeit diese Rolle aufzuheben, … Noch immer mit dem nach Kaschmir zurückgekehrten Ex in freundschaftlichem e-mail-Kontakt, schreibt sich ein mitteleuropäisches weibliches Ich an seine oftmals wirren Erinnerungsspuren heran, verleiht ihnen eine Bedeutung, die nicht zurechtgestutzt, vielmehr in zahlreiche Bausteine zersplittert wird. … Lyrische Liebes- und spannende Aufdeckungsgeschichte und Reflexionsprosa: eine in der linken Szene angesiedelte Beziehung zwischen einer engagierten Frau Anfang 30 und einem um 17 Jahre älteren Journalisten, der in Kaschmir geboren wurde und dort seine Kindheit verbrachte, allerdings - schon als Kind nach London gezogen - hauptsächlich eine von westlichen Standards geprägte Sozialisation erfuhr. Im Zentrum steht die Frau, aus deren Perspektive die Episoden erzählt werden, ihr Versuch zu verstehen: ein sukzessives Schrumpfen, das Verschwinden als Lebensgefühl, letztlich wieder der Zweifel am Urteilsvermögen oder der Verlässlichkeit, sogar die Unsicherheit in Bezug auf das eigene Erleben und Wahrnehmen.” (Verlagstext)

Andreas Renoldner, geboren 1957 in Linz, lebt und arbeitet in Wien. 10 Romane veröffentlicht, zuletzt ”Rabenangst” in der Edition Atelier. 21 Hörspiele im gesamten deutschen Sprachraum, zuletzt ”Hochstand” im WDR und ”Spuren im Schnee” im ORF. Kinderbuch ”Karoline und die Gespenster” in mehreren Übersetzungen. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, etwa ”Linzer Geschichtenschreiber”, Staatsstipendien für Literatur und Kulturpreis des Landes Oberösterreich.

Zum Buch:
”Eine Frau und ein Mann beschließen, miteinander zu leben. Das Wort mit dem langen I verbindet sie. Dieses Wort spricht man besser nicht aus, weil in diesem Augenblick vorgefertigte Bilder in den Köpfen auftauchen. Die Bilder in den Köpfen zwingen zu Verhalten.
Ohne das Wort mit dem langen I muss man nach dem Grund für die Verbindung suchen. Vielleicht steckt in jedem Menschen ein Organ, das Liebe erzeugen kann. Vielleicht ist es das Herz.
Vielleicht wissen andere mehr davon? So dreht er seinen Weltempfänger auf und hört Geschichten aus der Steppe, von Karawanen und seltsamen Riten. Er entdeckt eine staubige Stadt aus Lehmhäusern, richtet sich dort ein und versteht bis zuletzt nicht, nach welchen Regeln das Leben in dieser Stadt geordnet ist. Die Alten, die auf ihren Stühlen vor ihren Häusern sitzen,
alles sehen und alles wissen verraten nichts.
‘Unter die Haut’ versucht nicht, Liebe zu erklären. Der Roman bricht nach einem Blick in die Augen ins Unbekannte auf, begleitet die Annäherung, ein Paar entsteht, und dann geht es auch schon einmal darum, wer jetzt das Altpapier zum Altpapiercontainer trägt.
Irgendwie wird alles gut, sagt Corina, wenn ein milder Südwind den Duft von Vanille und Zimt bringt.” (Verlagstext)


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