Buch- und Verlagspräsentation
Montag, 1. Oktober 2007

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

CHRISTOPH JANACS: Schlüsselgeschichten. Short Stories
MARION JERSCHOWA: Du mußt verstehen. Eine Kriegsehe
ERNST REINHARD SCHÖGGL: Das Waldhaus. Kriminalroman
FRANZ ZALTO: Der Deppenfelsen oder Das endgültige Scheitern des unverbesserlichen Optimisten Christoph Columbus

(Bibliothek der Provinz, Weitra)

Lesung mit der Autorin und den Autoren

Veranstaltet mit:
Bibliothek der Provinz, Weitra

Christoph Janacs, 1955 geboren in Linz/OÖ., lebt in Niederalm/Sbg.; veröffentlicht Lyrik, Prosa, Essays und Übersetzungen, u. a.: „Aztekensommer”, Roman (2001), „Stazione Termini”, Erzählungen (1992), „Gesang des Coyoten”, Erzählungen (2002), „Sumava”, Gedichte (2000 und 2004), „draußen die Nacht in uns”, Gedichte (2002), „unverwandt den Schatten”, Gedichte (2006). Er ist Herausgeber der Bücher „Tauchgänge. Eine Anthologie neuer Literatur” (2003) und „Unerbittliche Sanftmut. Näherungen an Adalbert Stifter” (2005). 2004 erschien seine Aphorismensammlung „Meteoriten”. Lehraufträge an der Universität Salzburg, Kurse in »creative writing«; diverse Preise und Stipendien, u.a. Rauriser Förderungspreis (1988), Stefan Zweig-Preis (1992), Staatsstipendium für Literatur (1993 und 2005), Prosapreis des Südtiroler Autorenverbandes (1999), Lyrikpreis des Landes Salzburg (2003).

Was machen Sie, wenn Sie entdeckten, dass der von Ihnen vermißte Sohn nie existiert hat? Und was, wenn immer weniger Schlüssel auf Ihrem Schlüsselbund Türen sperrten? Wie würden Sie reagieren, wenn Ihnen Ihr Partner mitten in einem Schneetreiben auf und davon ginge? Und wie, wenn Sie bemerkten, daß nicht nur im Keller Ihres Hauses massenweise Pilze wachsen, Ihnen aber niemand Glauben schenkt?
Janacs’ neue Short Stories sind scheinbar voll des Wundersamen und Unheimlichen, aber bei genauerem Hinsehen sind es alltägliche Tragödien, die sich abspielen und seine Protagonisten erschüttern. Denn immer gibt es in seinen Geschichten plötzlich einen Punkt, an dem die Wirklichkeit zu kippen scheint und jede Vertrautheit verliert. Zurück bleiben verunsicherte, aus der Bahn geworfene Menschen und Leser, in denen die Schlüsselgeschichten noch lange nachklingen.

Marion Jerschowa, geboren in Wien, Slawistin und Übersetzerin. Lebte über zehn Jahre in Moskau. Schreibt Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Lyrik. Zu ihren wichtigsten Werken zählen Honigland Bitterland, Wind aus Ost, Luftschlösser und Eispaläste, Das Emukleid (alle im Styria-Verlag). Mitarbeit im ORF sowie Vermittlung kultureller Ost-West-Kontakte. 1994 erhielt sie den Kulturpreis der Stadt Linz.

Der Roman schildert die Ehe zwischen einem NS-Kampfpiloten und einer zu späterer Zeit gehbehinderten lebenslustigen Frau jeweils im inneren Rückblick der beiden. Der Leser bekommt so beide Seiten einer Medaille vorgeführt, die Positionen der beiden Ehepartner verbinden sich, während zusätzlich die Thematik der Verantwortung des Kampfpiloten und die der Einschränkung der Frau durch die Behinderung gezeigt wird.

Ernst Reinhard Schöggl wurde 1948 in Perg geboren. Er studierte Altphilologie und Germanistik an der Universität Salzburg und lehrte dreißig Jahre lang Latein und Deutsch am Oberstufenrealgymnasium in Perg. Erstveröffentlichung: „Stammtisch”, Betrachtungen (2006).

Mit diesem spannenden Krimi setzt der Autor seine ironischen Beobachtungen typisch menschlicher Verhaltensweisen fort, wobei wiederum das Mühlviertel zum zentralen Schauplatz wird.
„Da geht sie hin, wirft die Tür ins Schloss, dreht den Zündschlüssel um und weg ist sie, während er dasitzt im Lehnstuhl, beleidigt, wütend, entmannt in seinen Gefühlen, weil sie sich nicht ausgezogen, sie nicht mit dem Allerwertesten gewackelt und seinen Hormonspiegel nicht ins Lot gebracht hatte. Er gibt sich seinem Hass hin und grübelt, ob er etwas falsch gemacht habe…”

Franz Zalto wurde am 1. 11. 1955 in Linz geboren, er lebt so dahin und veröffentlichte bisher zwei Bücher: „Wäre Franz ein Fluss, müßte er pausenlos entspringen.” Tatsachenberichte in Tagebuchform. „Verstoßene Engel oder Wie die Leserin und der Leser
sich gewundert haben, auf einmal in einem Tierkreisroman zu sein”.

Wie? Das soll ein Roman sein? Wenn einer beschließt, sich ein Jahr lang jeden Tag an den Computer zu setzen, um seine Gedanken zu notieren, die ihm gerade durch den Kopf schwirren? Kann dabei mehr als ein Tagebuch (das nicht Literatur ist) herauskommen?
Ein kleines Mädchen (das einzige in der Schar der Übernächtigen) schaut herüber, fragt sich vielleicht: Was macht der Mann mit dem weißen Bart und dem kahlen Schädel?
Er lügt sich ins Tagebuch, mein Kind. Das Leben wirft ihm einen Knochen hin oder ein Knöchelchen (der Blick eines kleinen Mädchens am Flughafen Wien-Schwechat um 4 Uhr früh) und der blöde Hund stürzt sich drauf, gräbt das Knöchelchen ein zu späterer Verwendung in größerem Zusammenhang oder - viel wahrscheinlicher - einfach um des Eingrabens willen.

 Zurück
IMPRESSUM © 2016 Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich / StifterHaus – Literatur und Sprache in OÖ.
Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

weiter >>
(Nach)SommerTag<br />20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

(Nach)SommerTag
20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

weiter >>