25. Veranstaltung der Reihe: Grundbücher der österreichischen Literatur ab 1945
Donnerstag, 15. November 2007

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

FRIEDERIKE MAYRÖCKER: mein Herz mein Zimmer mein Name. Prosa
(Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1988)

Lesung mit der Autorin

Referat: ANDREA WINKLER (Wien): Ich / die anderen / die Sprache
Referat: KLAUS KASTBERGER (Wien): Blut, Tränen und Milch

Moderation: KLAUS KASTBERGER

Vorstellung von
„profile 14: Grundbücher der österreichischen Literatur ab 1945.
Erste Lieferung” (Zsolnay Verlag, Wien)


Ein Gemeinschaftsprojekt der Alten Schmiede, Wien, und des StifterHauses
Mit Friederike Mayröckers mein Herz mein Zimmer mein Name wird zum 25. Mal ein "Grundbuch der österreichischen Literatur seit 1945" gewürdigt. Zugleich erscheint eine Dokumentation der Beiträge zu den auf diese Weise diskutierten Werken, die den Ansatz zu einer neuen Qualität von Literaturgeschichte in sich trägt. In ihrem "halluzinatorischen" Prosastil radikalisiert Mayröcker ihre Schreibweise, indem sie das Ensemble der disparaten Elemente, das sie im Schreiben auffächert, letztlich wieder auf ihrem eigenen Körper zusammenzwingt. Nicht nur Blut und Tränen entweichen dem Körper solcherart; es sprießen der Schreibenden auch "Nerven aus dem Schädel" und Nervenfäden hängen ihr von den Fingern weg.... Im Laufe des Schreibens verwandelt sich der Körper der Schreibenden, eingepaßt in das ihn umgebende Zettelwerk, selbst zu einer Art Schrift. (Klaus Kastberger)

"Mein Herz mein Zimmer mein Name" ? das ist in meiner Lektüre ein Buch vom Ich (und immer von einem Ich, das sich an ein Du wendet und an das sich ein Du schon gewandt hat), ein Buch vom Leben, ein Buch von den Bewegungen, denen ein Ich überantwortet und hingegeben ist, wenn es lebt, wenn es schreibt, wenn es sich dabei an ein Du wendet.
(Andrea Winkler)

Friederike Mayröcker, 1924 in Wien geboren. Kaufmännische Wirtschaftsschule, anschließend Matura als Externe. Studium der Englischen Philologie, von 1946 bis 1969 Englischlehrerin in Wien, wo sie heute als freie Schriftstellerin lebt und arbeitet.
Ihre ersten literarischen Arbeiten entstanden bereits 1939. Nach ersten Gedichtveröffentlichungen in der Wiener Avantgarde-Zeitschrift „Plan” erschien 1956 ihre erste Buchveröffentlichung. Seitdem folgten Lyrik und Prosa, Erzählungen, Hörspiele, Kinderbücher und Bühnentexte.
Preise u.a.: Georg Büchner-Preis und Karl-Sczuka-Preis (2001); Premio Internazionale (2003)
Publikationen u. a.: „Magische Blätter I-V”, Frankfurt am Main 2001; „Die kommunizierenden Gefäße”, Frankfurt am Main 2003; „Mein Arbeitstirol”, Gedichte 1996-2001, Frankfurt am Main 2003; „Gesammelte Gedichte 1939-2003”, Hrsg.: Marcel Bayer, Frankfurt am Main 2004; „Und ich schüttelte einen Liebling”, Frankfurt am Main 2005; „Das Herzzerreißende der Dinge”, Roman, St. Pölten-Salzburg 2005 (Landvermessung. 11); „Liebesgedichte”, Auswahl und Nachwort: Ulla Berkéwicz, Frankfurt am Main-Leipzig 2006; „Magische Blätter VI”, Frankfurt am Main 2007.

Andrea Winkler, geboren 1972 in Freistadt, lebt in Wien, derzeit als freie Schriftstellerin. (U.a.) Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft. Berufliche Tätigkeiten in Jugendarbeit, Erwachsenenbildung, einem Forschungsprojekt an der Uni Salzburg, Literaturkritik (Ö1 Ex libris; Spectrum). Mehrfache Zusammenarbeit mit KünstlerInnen aus anderen Sparten: u.a. Multimediaperformance simple.stories, Film Fern.OST. Publikationen: „Schatten(spiele). Poetologische Denkwege zu Friederike Mayröcker. In brütt oder Die seufzenden Gärten”, Hamburg 2004; „Arme Närrchen. Selbstgespräche”, Graz 2006.

Klaus Kastberger, geboren 1963 in Gmunden, Literaturwissenschafter und -kritiker, seit 1996 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Österreichischen Literaturarchivs, Priv.-Doz. Am Institut für Germanistik der Universität Wien . Herausgeber von Aufatzbänden zu Marianne Fritz, Friederike Mayröcker, Andreas Okopenko, Heimrad Bäcker, Gunter Falk und George Saiko. Kurator von Ausstellungen. Gemeinsam mit Bernhard Fetz Redaktion von „Profile. Magazin des Österreichischen Literaturarchivs”. Publikationen u. a.: „Reinschrift des Lebens. Friederike Mayröckers ‚Reise durch die Nacht’”, Wien 2000; (Mit-Hg.) „Die Dichter und das Denken. Wechselspiele zwischen Literatur und Philosophie”, Wien 2004; (Hg.) „Ödön von Horváth: ‚Ein Fräulein wird verkauft’ und andere Stücke aus dem Nachlaß”, Frankfurt am Main 2005.
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