Buchpräsentation
Dienstag, 20. November 2007

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

JOSEF WINKLER: Roppongi.
Reqiem für einen Vater

(Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main)

Lesung mit dem Autor

Einführung: PAUL JANDL (Neue Zürcher Zeitung)


Veranstaltet mit:
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main


Josef Winkler, geboren 1953 in Kamering/Kärnten. Nach dem Besuch der Handelsschule Bürotätigkeit und Beschäftigung in einem Verlag. 1973-1982 in der Verwaltung der Klagenfurter Universität für Bildungswissenschaften. Beginnt in dieser Zeit in einem „Literarischen Arbeitskreis” in Zusammenarbeit mit Alois Brandstetter Lesungen und Literaturwettbewerbe zu organisieren und gibt die Literaturzeitschrift „Schreibarbeiten” heraus. Seit 1982 ausschließlich literarisch tätig. Lebt in Klagenfurt/Kärnten.
Zahlreiche Preise und Auszeichnungen u. a.: Verleger-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs (1979); Anton-Wildgans-Preis der Österreichischen Industrie für Literatur (1980); Otto-Stoessl-Preis (2000); Alfred-Döblin-Preis (2001); 1. Preis Floriana Literaturpreis (2002).
Buchpublikationen u. a.: „Friedhof der bitteren Orangen”, Roman, Frankfurt/Main 1990; „Das Zöglingsheft des Jean Jenet”, Frankfurt/Main 1992; „Domra. Am Ufer des Ganges”, Roman, Frankfurt/Main 1996; „Wenn es soweit ist”, Erzählung, Frankfurt/Main 1998; „Natura morta. Eine römische Novelle”, Frankfurt/Main 2001; „Leichnam, seine Familie belauernd”, Frankfurt/Main 2003.


Zum Buch:
„Als ich mich vor drei Jahren mit meiner Familie in Tokio aufhielt, wo wir im Stadtteil Roppongi wohnten”, schreibt Josef Winkler über sein neues Buch, „starb im Alter von 99 Jahren mein Vater, der mir ein Jahr vor seinem Tod, nachdem er erfahren hatte, daß ich in meinem letzten Prosaband einem Bauern aus meinem Heimatdorf weder Kornblumen noch Pfingstrosen gestreut hatte, in einem kurzen, aber dramatischen Telefonmonolog mitteilte, daß, wenn es soweit sei, ich nicht zu seinem Begräbnis kommen solle.
Als wir von seinem Ableben erfuhren, stand ich in der österreichischen Botschaft in Tokio vor einer wandgroßen Glasscheibe. Ich schaute hinaus auf einen Teich mit orangefarbenen Wakinfischen, als ein Reiher mit weit auseinandergebreiteten Flügeln am Rande des Teiches aufsetzte. Der tote Vater hat sich also, dachte ich in diesem Augenblick der Trauer und des Glücks, in der Gestalt eines weißen Reihers noch einmal bei mir blicken lassen, bevor er unter die Erde geschaufelt wird mit seinen langen, dünnen roten Beinen, mit seinem erdig gewordenen spitzen langen Schnabel, auf der Suche nach den Würmern seines zukünftigen Grabes in Roppongi. Sein Fluch war in Erfüllung gegangen; wir reisten nicht zurück, sondern blieben in Roppongi.” (Klappentext)
 Zurück
IMPRESSUM © 2016 Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich / StifterHaus – Literatur und Sprache in OÖ.
Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

weiter >>
(Nach)SommerTag<br />20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

(Nach)SommerTag
20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

weiter >>