Lesung
Mittwoch, 6. Februar 2008

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

WOJCIECH KUCZOK:

Dreckskerl. Eine Antibiographie
Aus dem Polnischen von Gabriele Leupold und Dorota Stroinska

(Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main)

Einführung und Lesung in deutscher Sprache:
MARTIN POLLACK

Reihe Literatur aus der Mitte Europas

Veranstaltet mit: Polnisches Institut Wien


Wojciech Kuczok, 1972 in Chorzów/Oberschlesien geboren, studierte in Katowice und arbeitete als Journalist und Filmkritiker. Sein erster Erzählband erschien 1996, weitere folgten, von der Kritik hoch gelobt. Für seinen Roman Dreckskerl (Gnój) erhielt er 2004 den NIKE, den wichtigsten polnischen Literaturpreis. Bei Suhrkamp erschien 2006 Im Kreis der Gespenster. Kuczok lebt in Chorzów.

Zum Buch:
„Irgendwo im rußgrauen schlesischen Bergbaugebiet steht das Haus der Familie K. Vom Vater des ‚alten K.’ in den dreißiger Jahren erbaut, überstand es die deutsche Besatzung, blieb von Bomben verschont, mußte aber nach Kriegsende mit einem proletarischen Ehepaar geteilt werden. So sind die Zeiten, daß die Aristokratie Tür an Tür mit dem Pöbel wohnen muß, aber das wird sich ändern, schärfte die Mutter des ‚alten K.’ ihren Kindern ein.
Der Krieg geht in der nächsten Generation weiter. Es ist ein Krieg der vergifteten Seelen. Der ‚alte K.’ züchtigt sein Kind, den Ich-Erzähler, mit der Peitsche. Ein gescheiterter Künstler, sieht er sich in der Umgebung von Bergleuten, in Schmutz, Gestank und Verwahrlosung, vom kommunistischen System aller Lebenschancen beraubt und tobt seine Frustration an dem Jungen, dem ‚Dreckskerl’, aus - bis dieser zum Gegenschlag ausholt. Diese ‚Antibiographie’, eine nachtschwarze Variante des Bildungsromans, ist von sozialkritischer Literatur äonenweit entfernt. Kuczok hat, ähnlich wie Thomas Bernhard, eine geheiligte Institution seinen Gesellschaft ins Mark getroffen. Trotz der erhitzten Debatten in Polen bestand Einigkeit darüber, daß hier ein ‚junger Meistererzähler’ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) am Werk ist, der mit Ironie und Sprachwitz gegen die Schwere seines Sujets anschreibt.”
(Klappentext)

Martin Pollack, geboren 1944 in Bad Hall, Oberösterreich. Studium der Slawistik und osteuropäischen Geschichte in Wien und Warschau. Mehrjährige Studienaufenthalte in Polen und dem ehemaligen Jugoslawien. Bis 1988 war er Redakteur des Spiegel. Seither arbeitet er als freier Autor und Übersetzer, u. a. von Ryszard Kapuscinski. Martin Pollack lebt in Wien und Stegersbach. Veröffentlichungen u.a.: Galizien (2001), Anklage Vatermord (2002), Der Tote im Bunker (2004), Von Minsk nach Manhattan (2006), Sarmatische Landschaften (2006). Zahlreiche Preise u.a. 2003 Kavalierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen, 2003 Österr. Staatspreis für literarische Übersetzung, 2005 Buch.Preis (AK Oberösterreich), 2006 Toblacher Prosapreis, 2007 Ehrenpreis des österr. Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln


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