Ausstellungseröffnung
Dienstag, 26. Februar 2008

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

„Donau. Verzweigt."
Schreiben unter und nach dem Nationalsozialismus
Franz Tumler und Arnolt Bronnen

Eröffnung durch: ANGELA ORTHNER, Erste Präsidentin
des Oö. Landtages

Zur Ausstellung spricht: DR. BARBARA HOISS
(Brenner-Archiv der Universität Innsbruck)

Ausstellungsdauer:
27. Februar bis 3. Juni 2008

Öffnungszeiten:
täglich außer Montag von 10.00 bis 15.00 Uhr

Wie schreibt man nach 1945, hat man sich auf den restriktiven Literaturbetrieb des Nationalsozialismus eingelassen? An den Beispielen Franz Tumler und Arnolt Bronnen sollen Schreibentwicklungen und ihre Kontinuitäten und Brüche von 1933 bis 1955 gezeigt werden. Zentrale Themen dieses Zeitraums sind in Oberösterreich bzw. im Gau „Oberdonau” Adalbert Stifter und die Donau, die auch im Mittelpunkt der Ausstellung stehen.
Ausschnitte aus Franz Tumlers Buch „Sätze von der Donau” sowie aus Arnolt Bronnens Werk „Die Donauflut” werden in Bezug gesetzt zu Texten anderer Autoren wie Arthur Fischer-Colbrie, Julius Zerzer, aber auch Franz Kain und Herbert Eisenreich. Bronnen und Tumlers Wege führen um 1950 nach Berlin, sie führen zu „Verzweigungen” im Schreiben.
Der gleichnamige Katalog mit Beiträgen von Friedbert Aspetsberger, Helga Ebner, Markus Ender, Barbara Hoi, Johannes Holzner, Kerstin Mayr und Wolfgang Wiesmüller ist im Buchhandel erhältlich oder direkt unter:
E-Mail: office@stifter-haus.at
Tel.: 0732/7720/11295
Fax: 0732/7720/11780


Arnolt Bronnen
Der Erfolgs- und Skandal-Avantgardist Arnolt Bronnen (1895-1959) wird in den 1920er Jahren meist in einem Atemzug mit seinem Freund Bertold Brecht genannt. Mit Goebbels in den 1930ern eng verbunden, übersteht er aber als unbequemer Autor und „Halbjude” das Dritte Reich nur mit Schwierigkeiten. Im antifaschistischen Widerstand im Salzkammergut zum Kommunismus bekehrt, wird ihm ein literarischer Neuanfang von allen Seiten erschwert. Bei der Neuen Zeit in Linz fühlt er sich noch am ehesten aufgehoben. Bronnens Weg führt über Wien weiter nach Ost-Berlin.

Franz Tumler
Franz Tumler (1912-1998) wird mit der Erzählung Das Tal von Lausa und Duron zum Shootingstar des Dritten Reiches. Während er in der NS-Zeit Texte wie Der Soldateneid und Auftragsarbeiten für den damaligen Kulturbetrieb verfasst, wendet er sich nach Kriegsende der Suche nach den Sätzen zu und entwickelt eine andere Form des Erzählens. 1956 erhält er für den Roman Der Schritt hinüber den renommierten Charles-Veillon-Preis, Tumler wird in den 1960er Jahren sogar Direktor an der Berliner Akademie der Künste.
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