Heimrad Bäckers Werk aus der Perspektive der Forschung zur Holocaustliteratur / Verleihung der Heimrad-Bäcker-Preise
Begrüßung:

DR. ERICH WATZL (Vizebürgermeister der Stadt Linz)
DR. PETER SONNBERGER (Abgeordneter zum Nationalrat)

DR. SASCHA FEUCHERT: Heimrad Bäckers "nachschrift" als/und Zeugnisliteratur. Eine Annäherung

Laudationes und Lesungen der Preisträgerinnen
WALTRAUD SEIDLHOFER, MONIKA RINCK und LISA SPALT


Die Vergabe der Heimrad-Bäcker-Preise wird maßgeblich unterstützt durch eine Förderung des Kulturamts der Stadt Linz gemeinsam mit der Direktion Kultur des Landes Oberösterreich sowie durch das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

Literatur, die sich mit den Verbrechen der Nationalsozialisten auseinandersetzt, wird unter dem Terminus „Holocaustliteratur” erforscht. Heimrad Bäckers „nachschrift” analysiert mit den Mitteln der konkreten Poesie die Genese und Struktur der Shoah. Wie Heimrad Bäckers Werk auf dem Feld der Literatur und Kunst den Diskurs der Täter, der Opfer, der Kläger und der Angeklagten der nationalsozialistischen Tötungsmaschinerie zu ästhetischer Evidenz bringt, wird Sascha Feuchert als stellvertretender Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Universität Gießen betrachten.

Dieses Gedenken an den Autor durch eine vertiefende Analyse seines Hauptwerks wird durch das beispiellose literaturfördernde Vermächtnis Heimrad Bäckers ergänzt: Noch zu Lebzeiten hat er zusammen mit seiner Frau Margret den „Heimrad-Bäcker-Preis” (dotiert mit Euro 8.000) gestiftet, in diesem Jahr werden zusätzlich zwei „Förderpreise zum Heimrad-Bäcker-Preis” (dotiert mit je Euro 2.000) vergeben. Diese Preise sollen Autorinnen auszeichnen und fördern, deren bisheriges Werk mit der ästhetischen Ausrichtung der "edition neue texte", wie Heimrad Bäcker sie verlegt hat, in Zusammenhang steht. Sie sind somit die einzigen österreichischen Preise, die so entschieden zur Förderung von Literatur aus dem Umfeld dessen verliehen werden, was als experimentelle Dichtung, Literatur als Kunst oder einfach als relevante Literatur abseits von Belletristik zu betrachten ist.
Nach Entscheidung der Jury (Friedrich Achleitner, Thomas Eder und die letztjährige Preisträgerin Elfriede Gerstl) werden die diesjährigen Preise verliehen an: Waltraud Seidlhofer (Heimrad-Bäcker-Preis), Monika Rinck (Förderpreis) und Lisa Spalt (Förderpreis).

Waltraud Seidlhofer, geboren am 1939 in Linz, lebt in Thalheim bei Wels. Volksbibliothekarin in den Büchereien der Stadt Linz. 1961 erste Veröffentlichungen von Lyrik in der Zeitschrift "Neue Wege". Kulturjournalistische Tätigkeit, Jurytätigkeit bei "Die Rampe. Hefte für Literatur" (bis 1998) und bei den "Facetten" (ab 1999). Preise und Auszeichnungen. Zahlreiche Lesungen im In- und Ausland. Publikationen u. a.: "la(e)sergedichte", Linz 1996; "Lippenverreißung, (k)ein klang" (mit Petra Ganglbauer), Wien-Graz 1998; "text: ein erinnern", Linz 1999; "te anau. wilderness", Zeilen, Baden bei Wien 2001; „Wellington oder der private Versuch, eine vorübergehende Gegenwart zu beschreiben”, Gunskirchen 2002; „Gehen. Ein System”, Klagenfurt 2005.

Monika Rinck, geboren 1969 in Zweibrücken, Studium der Religionswissenschaft, Geschichte und Vergleichenden Literaturwissenschaft in Bochum, Berlin und Yale. Lebt als Autorin in Berlin. Veröffentlichte Essays, Prosa und Gedichte in Zeitschriften und Anthologien. Publikationen zuletzt: „Ah, das Love-Ding!” (2006) und „zum fernbleiben der umarmung” (2007), beide bei kookbooks, Berlin.

Lisa Spalt, geboren 1970 in Hohenems. Studium der Romanistik und der Deutschen Philologie. Arbeiten zum Handeln in Sprache und Bild. Letzte Einzelpublikation: „Grimms”, Klagenfurt: Ritter Verlag 2007. Zusammenarbeiten mit Komponisten und Bildenden KünstlerInnen. Zuletzt: „Hey” für die Neuen Vocalsolisten Stuttgart (Musikebene von Clemens Gadenstätter) und „Hollis & Holly” (Zeichnungen von Georg Bernsteiner; erschienen 2008 bei Mel Kunsthandel).

Sascha Feuchert, geb. 1971, ist Hochschulassistent am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen und stellvertretender Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur. 2003 Promotion mit einer Arbeit zu Oskar Rosenfeld und Oskar Singer. Bücher / Herausgeberschriften (Auswahl): „Holocaust-Literatur: Auschwitz”, Stuttgart: Reclam 2000. (=Arbeitstexte für den Unterricht) (Herausgeber) „Oskar Rosenfeld und Oskar Singer - zwei Autoren des Lodzer Gettos. Studien zur Holocaustliteratur”, Frankfurt u.a.: Peter Lang 2004.
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