Karel Klostermann
Veranstaltung zum 160. Geburtstag des Schriftstellers Karel Klostermann

VÁCLAV MAIDL:
Karel Klostermann und Adalbert Stifter

WOLF EUBA liest Karel Klostermann
„Im Böhmerwaldparadies”


Veranstaltet mit:
Karl Stutz Verlag, Passau


Karel Klostermann, geboren am 15. Februar 1848 in Haag am Hausruck, gestorben am 17. Juli 1923 in Štìkeò, war ein böhmischer und deutscher Schriftsteller. Er schrieb auch unter dem Pseudonym „Faustin”.
Nach der Matura 1865 in Pisek studiert er an der Universität in Wien bis 1870 Medizin, schließt das Studium nicht ab und tritt 1871 die Stelle eines Hauslehrers in Nordböhmen an. 1872 arbeitet er als Journalist bei der Zeitschrift „Wanderer” in Wien, ein Jahr später beginnt Klostermann als Lehrer für Französisch und Deutsch an der deutschen Realschule in Pilsen.
Schließlich wird er beamteter Lehrer und bleibt bis zu seiner Pensionierung in Pilsen.
Ab 1885 veröffentlicht er Erzählungen in deutscher Sprache in der Zeitung „Politik”. Da sein in Deutsch verfasstes Buch „Böhmerwaldskizzen” durchfällt, wendet er sich verstärkt der tschechischen Sprache zu. 1892 erscheint sein erster Roman „Aus der Welt der Waldeinsamkeiten”, der mit dem Preis der Königlichen Böhmischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet wird. Zwischen 1901 und 1919 erscheinen zehn seiner vierzehn Romane sowie zehn Sammelbände mit Erzählungen.
Ab 1907 ist Klostermann Mitglied des Stadtrats von Pilsen, 1973 stirbt er auf Schloss Štìkeò und wird in Pilsen beigesetzt.

Die Landschaft und die Menschen des Böhmerwaldes sind das Thema Karel Klostermanns.
Als realistisch-naturalistischer Erzähler schildert er die raue Lebenswirklichkeit der Bewohner des Böhmerwaldes. Seine Entscheidung, nur mehr in tschechischer Sprache zu schreiben, hat ihm unter den Klassikern der böhmischen Erzähler einen festen Platz eingebracht.
Einige Werke Karel Klostermanns, der sich Zeit seines Lebens für die Verständigung zwischen den tschechischen und deutschen Bewohnern Böhmens und vor allem des Böhmerwaldes eingesetzt hat, sind in den letzten Jahren in deutscher Sprache im Verlag Karl Stutz in Passau neu erschienen.
Werke u. a.: „Böhmerwaldskizzen”, Erzählungen 1890; „Rychtáøùv syn”, 1890 („Der Sohn des Freirichters”, Passau 1998); „Ze svìta lesních samot”, Roman 1891 („Aus der Welt der Waldeinsamkeiten”, Passau 1993); „V ráji šumavském”, Roman 1893 („Im Böhmerwaldparadies”, Passau 1993); „Za štìstím”, Roman 1895; „V srdci šumavských hvozdù”, Erzählungen 1896; „Skláøi”, Roman 1897 („Die Glasmacher”, Passau 2006);
„Hostinný dùm, Domek v Polední ulici”, Roman 1898; „Bílý samum”, Roman 1903; „Spisy Karla Klostermanna”, 25 Bände 1904-1928; „Ze Šumavskeho Podlesí”, Erzählungen 1908; „Jiøíèkùv zimní výlet, Robinson na Otavì”, Jugendroman 1911; „Heiteres und Trauriges aus dem Böhmerwalde. Der Böhmerwaldskizzen anderer Teil”, 1885-87 (Passau 1997); „Pan Profesor” („Der Herr Professor”, Passau 1999); „Faustins Geschichten aus dem Böhmerwald” (Passau 2001): „Die Erben des Böhmerwaldparadieses” (Amberg 2002).

Václav Maidl, geboren 1953 in Teplitz-Schönau (Teplice). 1973 Matura in Klattau (Klatovy). Studium der Germanistik und Bohemistik an der Karlsuniversität in Prag. 1978 Staatsexamen. Nach dem Wehrdienst Gymnasiallehrer in Taus (Domažlice). Lektor für Tschechisch an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (1981-83) und am Goethe-Gymnasium in Gera (1984-87). 1990-92 Oberassistent am Lehrstuhl für Germanistik der Prager Karlsuniversität. Mehrjährige freiberufliche Tätigkeit, u. a. als Gastdozent an der Universität in Montpellier und als Lehrbeauftragter der Universitäten in Passau und Regensburg. Seit 2004 Bibliothekar am Österreichischen Kulturforum in Prag.

Wolf Euba, 1944 in Nürnberg geboren, als Sprecher, Autor und Regisseur in Rundfunk und Fernsehen tätig.

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