Buch- und Verlagspräsentation
ANDREAS RENOLDNER: Lavendel vom
Col de l’Homme Mort. Zwölf Briefe an Petrarca

MARLEN SCHACHINGER: Nur Du. Allein. Roman
(Kitab Verlag, Klagenfurt)

Lesung mit dem Autor und mit der Autorin


Veranstaltet mit:
Kitab Verlag, Klagenfurt

Marlen Schachinger, geboren 1970 in Braunau, 1989-96 Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaften, Germanistik sowie Französisch an der Universität Wien; Diplomarbeits-thema: Simone de Beauvoir. Seit 1999 freiberufliche Autorin. Mitglied der GAV.
Zahlreiche Lesungen im deutschsprachigen Raum und im Ausland. Bücher: „morgen, vielleicht”, Roman, St. Peter am Wimberg 2000;„Störung”, Kurzgeschichten, Gunskirchen 2004; „der unschuld verlust”, Krimi, Berlin 2005; "Wien. Stadt der Frauen”, Eine Reiseführerin, Wien 2006; „Ich, Carmen”, Erzählung, Wien 2006.
Vier Freundinnen, ihre Geheimnisse und Vertuschungen. Worüber nicht gesprochen werden kann, nimmt mehr und mehr Raum ein, weshalb Nora von diesem Quartett zu erzählen be-ginnt. Sie porträtiert sich selbst sowie die anderen drei in kurzen Episoden, vermengt Perspek-tiven, schlüpft unter fremde Häute, um diese alsdann wieder abzustreifen. Was Mira, ihre Freundin und Verlegerin, zu folgender Überlegung veranlasst:„Wie viele Ichs macht sie sich zu eigen, um nicht ihres zu Wort kommen zu lassen? Und ist dieses Verbergen für sie bereits Gewohnheit, wo zieht sie die Grenze? Steht sie vom Schreibtisch auf, und ist dann sie selbst, Nora? Kann sie diese anderen Ichs anziehen - wie andere Menschen die Arbeitskleidung, das schicke Kostüm, ein Sakko zur Besprechung? Und es danach wieder ablegen? Welches Nora-Ich treffe ich im Café? Und weshalb haben wir nie darüber gesprochen?”
Scheinbar in sich abgeschlossen weisen alle Episoden, die Nora erzählt, auch über sich selbst hinaus, spiegeln sich im städtischen Flanier-Tempo sowie im wechselnden Blick unmittelbar wider.
„Marlen Schachingers Geschichten sind wie diese prickelnden Erbsen, auf denen die Prinzessin verzagt. Sie sind klein, abgerundet, freundlich, aber eben genau an jenen Stellen platziert, wo sie masochistisch lästig sind und Irritation auslösen.”
(Helmuth Schönauer)
Andreas Renoldner, geboren 1957 in Linz, lebt und arbeitet in Wien. 10 Romane veröffentlicht, zuletzt ”Unter die Haut”, Roman 2007. Hörspiele im gesamten deutschen Sprachraum, z. B.: ”Hochstand” im WDR und ”Spuren im Schnee” im ORF. Kinderbuch ”Karoline und die Gespenster” in mehreren Übersetzungen. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, etwa ”Linzer Geschichtenschreiber”, Staatsstipendien für Literatur und Kulturpreis des Landes Oberösterreich.

„Der Schriftsteller setzt sich in Wien auf sein Fahrrad und radelt den gesamten Alpenbogen entlang. Das Ziel: Der Mont Ventoux bei Avignon, den Petrarca irgendwann im 14.Jahrhundert bestiegen hat, weshalb er seither als erster Alpinist gilt. Mit Petrarcatexten im Gepäck entwickeln sich zwölf Briefe an einen der Begründer der Renaissance, eine Technik, die bereits Petrarca verwendet hat. Er hat Briefe an längst verstorbene Autoren der Antike verfasst und sich oft sehr subjektiv mit starkem Anteil an Selbstdarstellung auch kritisch mit seinen großen Vorbildern beschäftigt. Die Mischung aus Werkkritik, Biographie und die Dar-stellung von Parallelen im Leben von Schreibenden ist auch mehr als ein Reisebericht.
Dem Lebensbild eines Gläubigen des Spätmittelalters - alle gehen zurück zu Gott, durch den alles in die Welt gekommen ist - wird eine der aktuellen Glaubensmöglichkeiten gegenüber-gestellt: Wir sind ein Zufallsprodukt der Evolution und werden zu Atomen zerfallen. Auch in der Erzählweise verwendet der Autor eine Technik von Petrarca: Der Ich-Erzähler hat halb mit dem Autor zu tun, halb ist er wie Petrarca selber in seinen Arbeiten eine Kunstfigur, die behauptet, ihre Thesen zur Welt selbst zu erfahren und somit selbst der Beweis für die Rich-tigkeit des eigenen Weltbildes zu sein. Petrarca wird zu einem Anlass für einen Blick auf die Welt heute. Es mag sein, dass in der Gemächlichkeit des Dahinradelns auch der Blick sich verändert. Tunnelblick auf langen Geraden in der Nachmittagssonne. Fernblick von den Al-penpässen aus. Oder der Blick vom Monte Ventosus auf eine riesige, schwarze Wand aus Gewitterwolken.” (Verlagstext)
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