LiteraturLeben: Reale Figuren in literarischen Werken
Donnerstag, 18. September 2008

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

BARBARA FRISCHMUTH:
Vergiss Ägypten. Ein Reiseroman
(Aufbau Verlag, Berlin)

VANDA JUKNAITË:
Tariamas ið tamsos (Aus dem Dunkel gesprochen)
(Vilnius 2007)

Lesung und Gespräch mit den Autorinnen

Einführung und Moderation: CORNELIUS HELL


Reihe "Linz liest Vilnius"


Barbara Frischmuth, geboren 1941 in Altaussee (Steiermark). Sie studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und lebt als freie Schriftstellerin in Altaussee. Zahlreiche Preise u. a.: 1973 Anton-Wildgans-Preis der Österr. Industrie für Literatur, 1999 Franz Nabl-Literaturpreis, 2003 Großer Josef Krainer-Preis, 2005 Ehrenpreis des Österr. Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln.
Buchveröffentlichungen u. a.: „Die Klosterschule” (1968); „Das Verschwinden des Schattens und der Sonne”, Roman (1973); „Sternwieser-Trilogie” (1976-1979); „Demeter-Trilogie” (1986-1990). Neben Erzählungen, Essays, Hör- und Fernsehspielen sowie Kinderbüchern erschienen zuletzt „Die Schrift des Freundes”, Roman (1998), „Die Entschlüsselung” (2001) und „Der Sommer in dem Anna verschwunden war” (2004) sowie die literarischen Gartentagebücher „Fingerkraut und Feenhandschuh (1999), „Löwenmaul und Irisschwert” (2003) und „Marder, Rose, Fink und Laus” (2007).
„Ägypten ist ein uraltes Haus, niemand weiß mehr, was sich hinter seinen Türen befindet”, sagt man Valerie. Gerade das reizt sie, das und die unbekannte Vielfalt von orientalischen Lebensentwürfen, denen sie von Alexandria bis Luxor begegnet.
Auf ihren Erkundungsgängen und -fahrten hat sie drei sehr unterschiedliche Begleiter: die Freundin Lamis, den altägyptischen Gott Thot und Abbas, den einstigen Geliebten. Lamis zeigt ihr das gegenwärtige Ägypten; Thot, der Gott der Schreiber, Diebe und Heiler, öffnet ihr das Verständnis für seine mystischen Ebenen, und Abbas lebt in ihrer Erinnerung weiter. … Wenn Valerie das Fremde und Andere erkundet, entdeckt sie gerade dabei - zwischen Orient und Okzident - sich selbst.” (Aus dem Klappentext)

Vanda Juknaitë, geb. 1949 in einem litauischen Dorf, Prosaschriftstellerin, Essayistin und Dramatikerin, Lituanistikstudium an der Universität Vilnius; seit 1976 Dozentin für litauische Literatur an der Pädagogischen Universität Vilnius. Trotz weniger Veröffentlichungen in Litauen sehr bekannt, zahlreiche Auszeichnungen. Übersetzungen ihrer Werke ins Englische, Lettische, Polnische, Russische, Schwedische und Deutsche. Bekannt wurde Juknaitë durch den Roman „Totenfeiern” (geschrieben 1986-87, veröffentlicht 1990) über den Niedergang der dörflichen Kultur. Die Erzählung „Das gläserne Land” (1995) beruht auf der Erfahrung der Autorin als Mutter in einer inhumanen postkommunistischen Gesellschaft mit ihrer strikten Trennung von Männer- und Frauenwelten. Im Essayband „Du verrätst dich. Durch die Stimme” reflektiert Juknaitë die Umbruchsjahre 1990-95 in Litauen, vor allem ihre Arbeit mit Straßenkindern. Das neue Buch „Tariamas ið tamsos” (Aus dem Dunkel gesprochen) besteht aus Dialogen mit Kindern - in denen Vanda Juknaitë einen wichtigen Teil ihres Werkes sieht.
Veröffentlichungen u. a: „Ugniaspalvë lapë” (Der feuerfarbene Fuchs), Novelle und Erzählungen, Vilnius 1983; „Stiklo ðalis” (Das gläserne Land), Novelle, Vilnius 1995 (Deutsch in: „Meldung über Gespenster”, Erzählungen aus Litauen. Hrsg. und übersetzt von Cornelius Hell. Salzburg 2002); „Ðermenys” (Die Totenfeiern), Roman; „Stiklo ðalis” (Das gläserne Land), Novelle. „Formule” (Die Formel), Drama, Vilnius 2000; „Iðsiduosi. Balsu” (Du verrätst dich. Durch die Stimme), Essays. Vilnius 2002; „Tariamas ið tamsos”, Vilnius 2007.

Cornelius Hell, geboren 1956 in Salzburg, 1984-86 Lektor für deutsche Sprache, österreichische Literatur und Landeskunde an der Universität Vilnius; Feuilleton-Chef der Wochenzeitung „Die Furche”, Literaturkritiker und Essayist, Autor von über 150 Sendungen für den ORF und den Bayerischen Rundfunk, lebt in Wien. Zahlreiche Übersetzungen aus dem Litauischen (Lyrik, Prosa, Theater), Herausgeber der Anthologie litauischer Erzählungen „Meldung über Gespenster” (Otto Müller Verlag 2002); 2004 Preis des litauischen Schriftstellerverbandes für die beste Lyrik-Übersetzung in eine Fremdsprache und Orden für Verdienste um die Republik Litauen. 2007 Essayband „Lesen ist Leben” (Wieser Verlag).

Auftakt zur Reihe „Linz liest Vilnius” (3. bis 5. März 2009) im Rahmen von Linz 09.
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