Ein ganz besonderes Buch
Donnerstag, 6. November 2008

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Tagebuchtag

ANNA MITGUTSCH:
Überlegungen zum Schreiben und Lesen von
Tagebüchern

WOLFGANG GASSER: Einem Tagebuch auf der Spur -
Benjamin Kewall beschreibt die Wiener Revolution
von 1848/49

Moderiertes Gespräch mit PETRA-MARIA DALLINGER


Anna Mitgutsch, geboren in Linz. Schriftstellerin, Essayistin, Literaturrezensentin, Verfasserin literaturwissenschaftlicher Publikationen, Übersetzerin (u. a. des Gesamtwerks von Philip Larkin.)
Romane: „Die Züchtigung”; 1985; „Das andere Gesicht”, 1986; „Ausgrenzung”, 1989; „In fremden Städten”, 1992; „Abschied von Jerusalem”, 1995; „Haus der Kindheit”, 2000; „Familienfest”, 2003; „Zwei Leben und ein Tag”, 2007. Lyrikübersetzungen (Stuttgart 1987).
Auszeichnungen: Brüder Grimm-Preis der Stadt Hanau für den ersten Roman 1985; Landeskulturpreis Oberösterreich 1986; Anton Wildgans-Preis 1992; Südtiroler Leserpreis der Stadt Bozen 1990; Förderpreis für Literatur des Bundesministeriums für Kunst 1996; Würdigungspreis für Literatur der Republik Österreich 2000; Solothurner Literaturpreis 2001; Kunstwürdigungspreis der Stadt Linz 2002; Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds 2003; Heinrich-Gleißner-Preis 2007.

Wolfgang Gasser, Studium der Geschichte und Judaistik in Wien, Berlin und Jerusalem, ab 2001 Mitarbeit an verschiedenen historisch-kulturwissenschaftlichen Projekten, ab 2002 als Referent für die Länder Israel und Großbritannien beim Österreichischen Versöhnungsfonds für Zwangsarbeiterentschädigung und 2005/2006 beim Allgemeinen Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus als Historiker tätig, seit Oktober 2006 am Institut für jüdische Geschichte Österreichs mit der Durchführung des Editionsprojektes „Erlebte Revolution 1848/49 - das Tagebuch des Wiener jüdischen Journalisten Benjamin Kewall” betraut.


„Die Melker Stiftsbibliothek verwahrt seit März 2003 eine besondere Kostbarkeit: Das die Zeit vom 27. August 1848 bis 31. Mai 1850 umspannende Tagebuch eines im Text nicht näher genannten Wiener Juden. Fundort war das Altstoffsammelzentrum Bad Zell (OÖ), wo ein aufmerksamer Angestellter den unscheinbaren Band dem Müllberg entnahm. Die auf Deutsch mit hebräischen Buchstaben geschriebenen Aufzeichnungen wurden transkribiert und werden im Frühjahr 2009 einer breiten Leserschaft zugänglich gemacht und publiziert.
Die ausführlichen Beschreibungen des Verfassers des Tagebuchs, der als Benjamin Kewall (geb. 1806 in Polna/Böhmen, gest. 1880 ebenda) identifiziert werden konnte, eröffnen einen neuen Zugang zu erlebter Geschichte rund um die Wiener Ereignisse von 1848/49. Im Vortag sollen neben der Fundgeschichte, seinem Verfasser und einigen inhaltlichen Aspekten des Tagebuchs, auch der Umgang von Forschenden mit Tagebüchern thematisiert werden. Was zeichnet Tagebücher aus; welchen Voreingenommenheiten sind sie bis heute ausgesetzt?”
(Wolfgang Gasser)



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