Vom Grauen erzählen - Lesung in der Stadtbücherei Leonding
ROBERT SCHINDEL

Der Autor liest aus "Dunkelstein",
einem Auftragsstück für das Wiener Volkstheater,
und diskutiert mit GUSTAV ERNST über die
Möglichkeiten literarischer Verarbeitung
der Zeit des Nationalsozialismus


Eine Kooperationsveranstaltung der
LEONDINGER AKADEMIE FÜR LITERATUR
und dem StifterHaus
Zu Robert Schindels Text:
„Der Rabbiner Saul Dunkelstein erklärt sich nach der Annexion Österreichs durch Nazideutschland bereit, in der israelitischen Kultusgemeinde als Leiter der Auswanderungsbehörde mit den Nazis zu kooperieren, nicht zu kollaborieren. Nach Kriegsausbruch muß Dunkelstein von seiten der Kultusgemeinde für eine reibungslose Deportation der Juden nach Osten sorgen. Inmitten dieses Geschehens versucht eine kleine Gruppe jüdisch kommunistischer Widerstandskämpfer durch Flugblätter auf Wehrmachtssoldaten wehrkraftzersetzend einzuwirken. Ein Gruppenmitglied verrät , um die eigene Mutter zu retten, die Gruppe, andere versuchen, ein neugeborenes Kind einer Verhafteten zu verstecken. Es wird schließlich nach Theresienstadt verbracht. Dunkelstein, der dort inzwischen Judenältester geworden ist, rettet das Kind.*Das Geschehen wird begleitet und chorisch kommentiert von einer Gruppe jüdischer Komparsen, die 1986/87 im jugoslawischen Osijek, das als Kulisse für Theresienstadt fungiert, bei einem Hollywoodfilm mitwirken.*Dunkelstein als nicht praktizierender Rabbiner folgt der rabbinischen Maxime: Wer ein Leben zerstört, zerstört die Welt, wer ein Leben rettet, rettet die Welt und kann sich nicht heraushalten, darf sich nicht umbringen, so lange in der fortschreitenden Zerstörung der Welt noch ein Leben gerettet werden kann.*Das Stück ergreift Partei für den Wiener Judenrat und die Judenräte im allgemeinen. Es waren Instanzen der Ohnmacht, die jeden Augenblick unter Lebensgefahr zwischen Pest und Cholera zu entscheiden hatten.” (Verband deutscher Bühnen und Medienverlage)
Die Uraufführung des Stückes soll im Frühjahr 2009 am Wiener Volkstheater stattfinden.

Die LEONDINGER AKADEMIE FÜR LITERATUR wird von Gustav Ernst und Karin Fleischanderl geleitet und hat ihren Betrieb 2005 aufgenommen. In dem einjährigen Lehrgang werden in Wochenend Workshops mit prominenten AutorInnen und ExpertInnen sowohl auf praktischer Ebene als auch in Analysen eigener und fremder Texte Sprachbewusstsein und - sensibilität gefördert. Neben der Arbeit am Text wird Einblick in das Funktionieren des literarischen Betriebs gewährt. Ziel des Lehrgangs ist die Verfertigung eigener Texte, die zur Veröffentlichung angeboten werden können. GastdozentInnen der LEONDINGER AKADEMIE FÜR LITERATUR sind Antonio Fian, Gert Jonke, Eugenie Kain, Kathrin Röggla, Robert Schindel, Margit Schreiner, Daniela Strigl u.a.
Weitere Informationen: www.kolik.at


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