Begley trifft Bernhard
Donnerstag, 12. Februar 2009

Linz, Audimax der Kunstuniversität, Kollegiumgasse 2, 19.30 Uhr:

Zwei Schriftsteller, zwei Zeitgenossen, der eine in Österreich, der andere in den USA zu Hause. Einer von ihnen ist tot. Das Werk von beiden lebt.

Lesung: LOUIS BEGLEY

JOHANNES TERNE (Burgtheater Wien)
liest die deutsche Übersetzung

Moderation: DR. MANFRED MITTERMAYER

Veranstaltet mit:
Internationale Thomas Bernhard Gesellschaft


Ein Projekt für Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas in
Kooperation mit dem StifterHaus


Thomas Bernhard, geboren am 9. Februar 1931, siedelte sich 1965 in einem Vierkanthof im oberösterreichischen Ohlsdorf an. Am 12. Februar 1989 starb er in seiner Gmundener Wohnung. Seit Ende der 1990er Jahre engagiert sich das Land Oberösterreich für die Aufarbeitung von Bernhards literarischem Nachlass; 2001 wurde in Gmunden das Thomas-Bernhard-Archiv eingerichtet.
Zum 20. Todestag des Schriftstellers organisieren die Internationale Thomas Bernhard Gesellschaft und das StifterHaus gemeinsam eine Veranstaltung. Als einer der prominentesten internationalen Autoren, die sich als begeisterte Bernhard-Leser deklariert haben, wird in Linz für Lesung und Gespräch der US-amerikanische Romancier Louis Begley zu Gast sein.

Louis Begley wurde am 6. Oktober 1933 als Sohn polnischer Juden in Ostpolen (heute Ukraine) geboren und entging, als Katholik getarnt, dem Holocaust. 1947 übersiedelte er mit seinen Eltern in die USA. Er studierte Jura und englische Literatur und entschied sich für den Beruf des Rechtsanwalts.
Wie bei Thomas Bernhard stellt sich auch bei Begley die Frage nach dem autobiografischen Hintergrund seines Schreibens: In seinem späten literarischen Debüt „Lügen in Zeiten des Krieges” schildert er z. B. seine Erlebnisse als polnischer Jude unter der Naziherrschaft. Begleys Roman „Schmidt” wurde mit Jack Nicholson in der Hauptrolle verfilmt. Zuletzt erschienen von ihm der Roman „Ehrensachen” sowie Poetik-Vorlesungen unter dem Titel „Zwischen Fakten und Fiktionen” und der Essay „Die ungeheure Welt, die ich im Kopfe habe” über Franz Kafka.
Auch nach seinem Erfolg als Schriftsteller blieb Begley als Jurist tätig. Von 1993 bis 1995 war er Präsident des amerikanischen P.E.N.-Zentrums. Er verfasst regelmäßig Essays für deutsche Zeitungen zu aktuellen Ereignissen in den Vereinigten Staaten.


Johannes Terne wurde 1951 in der Lessingstadt Kamenz bei Dresden geboren. Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Theaterhochschule Leipzig. Es folgten Engagements in Chemnitz, an der Volksbühne Berlin, Theatre „Caravan of Dreams” in Texas, an der Deutschen Oper Berlin, am Schauspielhaus Wien, am Schauspiel Bonn und an der Schaubühne in Berlin. 1992 spielte er am Schauspielhaus Wien bei Hans Gratzer die männl. Hauptrolle in der Uraufführung von „Ann Portugiese” von Djuna Barnes. Seit 1990 arbeitete Johannes Terne kontinuierlich als Gast am Volkstheater Wien, hier wirkte er in diversen Produktionen mit. Seit 1999 ist Johannes Terne am Burgtheater engagiert.
Johannes Terne gastierte auch an der Deutschen Oper Berlin, an der Staatsoper Stuttgart (als Bassa Selim in der„Entführung aus dem Serail” von Mozart), ebenso beim Hong Kong Art-Festival. Weiters arbeitete er mehrfach für Film und Fernsehen.

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