wortklang 09
Donnerstag, 30. April 2009

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Vortrag

HON. PROF. DR. BRIGITTE BACHMANN-GEISER:
Was lehren uns die Dichter über Volksmusik


Vortragsreihe des Oö. Volksliedwerkes
mit dem Adalbert-Stifter-Insitut (OÖ. Spracharchiv)
Brigitte Bachmann-Geiser beschäftigt sich seit über dreißig Jahren im Zusammenhang mit der Erforschung der schweizerischen Volksmusik mit historischen Quellen aus der darstellenden Kunst, aber auch mit schriftlichen Dokumenten aus Reiseberichten, Tagebüchern, Briefen und Strafregistern. Angeregt durch den Aufsatz „Historische Quellentypen der Instrumentenkunde” von Oskár Elschek (1976 in „Studia instrumentorum musicae popluaris” erschienen) zitierte die Berner Musikologin zur Information über die traditionelle Musik der Schweiz aber immer auch Beschreibungen aus der schönen Literatur. Unter dem Titel „Was lehren uns die Dichter über Volksmusik” hat Professrin Bachmann wiederholt Lehrveranstaltungen angeboten, die auf grosses Interesse stiessen-
Im ersten Teil ihres Referats möchte die Referentin an deutschsprachigen Beispielen aus der Belletristik verschiedener Zeiten die überraschende Aussagekraft literarischer Quellen aufdecken. Zugleich sollen aus der schönen Literatur gewonnene Informationen über Volksmusik kritisch beleuchtet und die belletristische Methode hinterfragt werden.
Im zweiten Teil ihres Referats möchte Brigitte Bachmann-Geiser das Prosawerk von Jeremias Gotthelf (1797-1854), eines Zeitgenossen von Adalbert Stifter, über die bernische Volksmusik aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts befragen und anhand der literarischen Quellen mit Tonbeispielen rekonstruieren.


Brigitte Bachmann-Geiser lebt in Bern und ist mit dem Grafiker und Kunstmaler Eugen Bachmann, der im letzten Jahr in der Galerie der Begegnung in Linz ausgestellt hat, verheiratet.
Nach der Matura studierte Brigitte Geiser in Bern, Basel und Tübingen Musikwissenschaft, neuere deutsche Literatur und Kunstgeschichte und promovierte 1969 mit der Dissertation „Studien zur Frühgeschichte der Violine” (1974 im Druck erschienen).
In eigenen Feldforschungen in allen Sprachgebieten der Schweiz suchte Brigitte Bachmann-Geiser 1971-1977 nach Material für die Lieferung Schweiz des Reihenwerks „Handbuch der europäischen Volksmusikinstrumente” (Leipzig/Zürich 1981). Sie dokumentierte Volksmusikinstrumente aber auch in Fernsehfilmen, die auf Deutsch, Französisch und Italienisch kommentiert wiederholt ausgestrahlt und schliesslich als Videos publiziert wurden, veröffentlichte 30 Tonträger und weitere Buchpublikationen, unter denen „Das Alphorn. Vom Lock- zum Rockinstrument” (Bern 2000) zum Standartwerk geworden ist. Neben ihrer Lehrtätigkeit am Institut für Volkskunde der Universität Freiburg i. Br. hat die Organologin die europäischen Musikinstrumente am Bernischen Historischen Museum in einem Sammlungskatalog (Bern 2002) erfasst und arbeitet gegenwärtig an einer Datenbank der schweizerischen Volksmusikinstrumente aus dem Kornhaus Burgdorf, eine Sammlung, die Brigitte Bachmann selber aufgebaut hat.
In vier zum Teil längeren Exkursionen haben Brigitte und Eugen Bachmann die Lebensweise der Old Order Amish in Berne, Indiana erforscht. Die Monographie „Amische. Die Lebensweise der Amischen” in Berne, Indiana (Bern 1988, 2/2003) ist im März 2009 in Rockland, Maine, auf Englisch übersetzt erschienen.
Für ihre wissenschaftlichen Leistungen ist Brigitte Bachmann-Geiser mit einem „Certificate of appreciation” der Smithsonian Institution in Washington D.C., mit einem Anerkennungspreis der Musikkommission des Kantons Bern, dem „Premio Giuseppe Pittrè” der Universität Palermo und dem Walter Deutsch-Preis 2000 des Österreichischen Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur ausgezeichnet worden.
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