Für die Beweglichkeit. Tage der Poesie
Donnerstag, 16. April 2009

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Z. B. das Gedicht. Lesungen und Projektion:

ANN COTTEN (Berlin), FRANZOBEL (Wien), ILSE GARNIER (Saisseval, Picardie), ANJA UTLER (Wien), OTTÓ TOLNAI (Palics, Voijvodina).

Moderation: MICHAEL BRAUN (Heidelberg)

Im Rahmen des Festivals „Für die Beweglichkeit. Tage der Poesie”. Konzept: CHRISTIAN STEINBACHER.
Ein Projekt für Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas in Kooperation von Linz 2009 und Künstlervereinigung MAERZ in Zusammenarbeit mit dem StifterHaus

Obzwar das biennal stattfindende Festival Für die Beweglichkeit von einem „Poesie”-Begriff ausgeht, der sich nicht auf das „Gedicht” beschränkt und spartenübergreifend etwa auch Neue Musik einbezieht, steht auch bei den (nach 2005 und 2007) dritten „Tagen der Poesie” mit dieser Veranstaltung wiederum ein dem Gedicht gewidmeter Abend zentral am Programm.

Auch diesmal wurde bei der Zusammenstellung auf „Beweglichkeit”, aber auch auf das Motto des Festivals 2009 geachtet, das durch „Notizen, Ränder, Nomaden” gegeben ist (ein Spannungsfeld, das seine Grundierung wesentlich in einer Begleitausstellung hat, die bei dieser Festival-Ausgabe dem Werk von Georg Jappe gewidmet ist). Es lässt sich dadurch mit anderen Programmpunkten dieser „Tage der Poesie” eine Korrespondenz denken, was u. a. auch die beiden Referate am Nachmittag im StifterHaus betrifft.

Mit der Veranstaltung, durch die wiederum der bekannte Literaturkritiker Michael Braun führen wird, werden diverse Ansätze eines heute möglichen Arbeitens mit dem Gedicht nahe gebracht. Ann Cotten unterzieht tradierte Formen einer Störung, aber auch einer neuen Schnürung. „Das größte Vergnügen beim Schreiben ist wohl, wenn sich etwas fügt, was man so nicht gedacht hätte” formulierte Franzobel zu seinen Gedichten, die er innerhalb seines literarischen Tuns einer Art „ziellosem Schreiben” zuordnet. Ilse Garnier, die Grande Madame der Visuellen Poesie Frankreichs, öffnet in der von ihr und ihrem Mann Pierre entwickelten poésie spatiale Texte in den Raum: ein zartes Flimmern zwischen Text, Bild und Firmament. Ganz im Gegenteil ist es eine teils brachiale, archaische Bildwelt, welche die den Abend beschließenden Gedichte von Ottó Tolnai bestimmt, mit dem einer der wichtigsten Autoren ungarischer Sprache am Programm steht. In den Gedichten von Anja Utler schließlich werden physiognomische Vorgänge direkt am Sprachkörper einzulösen versucht und leben diese nicht zuletzt auch vom „hochentzündlichen Vortrag” der Autorin.
Unter Verweis auf das dieser Aussendung beiliegende Programmheft des Festivals, das weitere Informationen zu den Autorinnen und Autoren enthält, sei hier nur kurz angeführt: Michael Braun, geboren 1958, zuletzt erschien u. a. „Der Deutschlandfunk-Lyrikkalender” (Verlag Das Wunderhorn 2006ff.); Ann Cotten, geboren 1982, zuletzt erschienen u. a. „Fremdwörterbuchsonette” (Suhrkamp 2007), „Nach der Welt” (Klever Verlag 2008); Franzobel, geboren 1967, letzter Gedichtband: „Luna Park” (Zsolnay 2003); Ilse Garnier, geboren 1927, zuletzt erschien eine umfassende Werk-Übersicht unter dem Titel „rythme et silence rhythmus und stille” (Aisthesis Verlag 2008); Anja Utler, geboren 1973, aktuell soeben erschien „jana, vermacht” (Edition Korrespondenzen 2009); Ottó Tolnai, geboren 1940, aktuell soeben erschien „Göttlicher Gestank” (Edition Korrespondenzen 2009).
Die Gedichte Tolnais übersetzte Zsuzsanna Gahse, die auch seine Lesung unterstützen wird.
[Siehe auch: www.maerz.at]
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