Literatur und ihre Archive - Eine Linzer Lesenacht
Donnerstag, 14. Mai 2009

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Eine Veranstaltung im Rahmen der 15. Arbeitstagung
der österreichischen Literaturarchive

Grußworte:
DR. JOHANNA RACHINGER (Generaldirektorin der ÖNB)

ERWIN EINZINGER (Salzburger Literaturarchiv), BARBARA FRISCHMUTH (Nabl-Institut, Graz),
ARNO GEIGER und NORBERT NIEMANN (Felder-Archiv, Bregenz), MAJA HADERLAP (Musil-Institut, Klagenfurt), BODO HELL (Handschriftensammlung der Wienbibliothek), HEINZ JANISCH (Literaturhaus Mattersburg), WERNER KOFLER (Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur, Wien), KÄTHE RECHEIS (Oberösterreichisches Literaturarchiv, Linz), ROBERT SCHINDEL und MARGIT SCHREINER (Österreichisches Literaturarchiv, Wien), ANDREAS WEBER (Dokumentationsstelle für Literatur in Niederösterreich, St. Pölten), JOSEPH ZODERER (Brenner-Archiv, Innsbruck)

Grußworte: Dr. Johanna Rachinger (Generaldirektorin der ÖNB)


Seit mehr als zehn Jahren tagen nun die österreichischen Literaturarchive und verwandte Institutionen, die mit KOOP-LITERA eine gemeinsame Plattform für den regelmäßigen Informationsaustausch haben. Zum 15. „Jubiläums”-Treffen, das vom StifterHaus ausgerichtet wird, haben sich die Literaturarchive etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um sich in ihrer ganzen Lebendigkeit und Vielfalt der Öffentlichkeit zu präsentieren. Nichts würde sich dafür besser eignen, als die SchriftstellerInnen zu Wort kommen zu lassen, denen die Archive ihre Daseinsberechtigung verdanken und deren Werke bereits in einem Literaturarchiv liegen. Die namhaften, zu diesem literarischen „Gipfeltreffen” eingeladenen AutorInnen hatten bei der Auswahl ihrer Texte völlig freie Hand. Dem Vorwurf der Willkür kann mit dem Argument begegnet werden, dass so ein beeindruckendes Bild von der Vielschichtigkeit der (in Archiven verwahrten) Literatur entsteht. Um den Zusammenhang zwischen Literatur und Archiv zu verdeutlichen, werden einzelne Archivstücke die Lesungen in Form von Projektionen begleiten. So sollen impulsive Streichungen und Texteingriffe im Überarbeitungsprozess ebenso sichtbar sein wie erste, zögerliche Notizen oder systematische Korrekturvorgänge, die allesamt Wegmarken bilden, ohne die das „Endprodukt” Buch nicht denkbar wäre.

Ein Begleitbuch zur Lesung versammelt zahlreiche eigens verfasste Beiträge der AutorInnen und Gespräche, die anschaulich darlegen, wie ambivalent zuweilen die Gefühle sind, die mit der Abgabe ihres literarischen Vorlasses verbunden sind. Meist verwalten die Archive ja nicht nur Manuskripte veröffentlichter Werke, sondern zahlreiche Vorstufen, bisher Unveröffentlichtes, Korrespondenzen, private Aufzeichnungen oder auch Lebensdokumente, die - wissenschaftliches Interesse vorausgesetzt - der Öffentlichkeit zur Einsicht preisgegeben werden. Um herauszustreichen, dass die „fertigen” Bücher keineswegs „aus dem Nichts” entstanden sind, werden zudem Faksimiles von ausgesuchten Archivstücken - erste Skizzen, Arbeitsnotizen, Korrekturstufen - der entsprechenden Passage aus dem veröffentlichten Werk gegenübergestellt. Zu Wort kommen auch die Archive, die neben der Sicherung des literarischen Erbes eine Vielzahl von Aktivitäten setzen, die unmittelbar mit der (österreichischen) Literatur zusammenhängen. Das beginnt bei der regelmäßigen Veranstaltung von Lesungen oder Ausstellungen und endet keineswegs bei der wissenschaftlichen Auswertung der hauseigenen Bestände. Nicht zuletzt die beeindruckende Zahl an literarischen Vor- und Nachlässen, die in österreichischen Literaturarchiven aufbewahrt werden, zeigt, welch wichtigen Beitrag die Archive zum Erhalt des kulturellen Gedächtnisses leisten.
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