Lesung
Montag, 18. Mai 2009

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Theodor Kramer Preis 2009
für Schreiben im Widerstand und im Exil

FELIX MITTERER liest Josef Burg

ILANA SHMUELI liest Gedichte und Prosa

Einführung: SIGLINDE BOLBECHER


Veranstaltet mit: Theodor Kramer Gesellschaft, Wien


Der Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil wird 2009 zu gleichen Teilen an zwei Autoren verliehen, die ihre Wurzeln im einstmaligen österreichischen Kronland Bukowina haben. Während Ilana Shmueli ihre Heimatstadt Czernowitz 1944 für immer verließ und in Israel eine neue Heimat fand, kehrte Josef Burg, der 1941 aus Czernowitz geflohen war, 1959 zurück. Beide haben auch eine starke Beziehung zu Wien - Shmueli durch das kulturelle Gepräge ihres Elternhauses und die Tatsache, dass ihre Mutter Wienerin war, Burg durch sein Germanistikstudium in Wien vor dem "Anschluss", eine Zeit, in der er in Kontakt mit hervorragenden Vertretern der jiddischen Literatur in Österreich kam. Shmueli und Burg vertreten zwei der wichtigen Literatursprachen der Stadt Czernowitz: Deutsch und Jiddisch.


Josef Burg, geboren 1912 in Wischnitz in der Bukowina, lebt in Czernowitz. 1934 erste Erzählung in den "tschernowizer bleter", die 1938 zwangseingestellt wurden und von Burg ab 1990 als jiddische Monatszeitschrift wieder herausgegeben wird. Studium der Germanistik in Wien, 1941 Flucht in die Sowjetunion, Deutschlehrer in der Wolgadeutschen Republik und Hochschullehrer in Iwanowo, seit 1959 als Lehrer und freier Schriftsteller in Czernowitz. Mehrfach ausgezeichnet, z.B. mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Viele Bücher, zuletzt "Ein Stück trockenes Brot" (2008).


Ilana Shmueli, geboren März 1924 in Czernowitz, lebt in Jerusalem. Nach Ghetto und Überweisung ins Juden-Wohnviertel Flucht mit Eltern über Constanza und Istanbul nach Tel Aviv. Studium der Musikerziehung, Sozialarbeit und Kriminologie. Bekanntschaft u.a. mit Oskar Kokoschka, Rose Ausländer und Paul Celan, über den sie 1999 ihre Aufzeichnungen "Sag, daß Jerusalem ist" auf Hebräisch veröffentlichte (mit Übersetzung von 27 Gedichten Celans). Begann spät eigene Lyrik und autobiographische Prosa zu publizieren. Zuletzt erschien der Gedichtband "Zwischen dem Jetzt und dem Jetzt" (2007).


Felix Mitterer, geb. 1948 in Achenkirch (Tirol); nach der Geburt zur Adoption an das Landarbeiterehepaar Mitterer freigegeben. 1962-66 Lehrerbildungsanstalt in Innsbruck; danach zehn Jahre beim Zoll. Ab 1970 erste Veröffentlichungen, ab 1977 freier Schriftsteller. Hauptrolle in seinem ersten Theaterstück "Kein Platz für Idioten". Seit 1995 in Castlelyons (Irland) ansässig. Erzähler, Stückeschreiber, Schauspieler, Librettist, Übersetzer, Hörspiel- und Drehbuchautor (zuletzt 2008 für den Aufsehen erregenden Kriminalfilm "Baum der Erlösung"). Verfasste zuletzt u.a. das Musical "Die Weberischen" (2006) und das Stück "Der Patriot" (2008). Gesammelte Stücke in drei Bänden sind im Haymon-Verlag, Innsbruck, erschienen.


Siglinde Bolbecher, geb. 1952 in Wien, Studium der Geschichte und Phlosophie, langjährige Lehrtätigkeit an der Akademie für Sozialarbeit. Mitbegründerin des "Arbeitskreises Antifaschistische Literatur", Mitherausgeberin der Buchreihe "Antifaschistische Literatur und Exilliteratur - Studien und Texte" und der Zeitschrift "Zwischenwelt". Mitverfasserin des "Lexikons der österreichischen Exilliteratur". Historikerin, Essayistin und Lyrikerin. Gab zuletzt heraus: "Frauen im Exil" (2007).





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