Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945
Donnerstag, 28. Mai 2009

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

FLORJAN LIPUŠ: Zmote dijaka Tjaža
(Obzorja Maribor 1972)
Der Zögling Tjaž (deutsch von Peter Handke und
Helga Mraènikar, Residenz Verlag 1981)

Zweisprachige Lesung: FLORJAN LIPUŠ (Sele/Miklauzhof)

Referate:
ILMA RAKUSA (Zürich)
JOHANN STRUTZ (Universität Klagenfurt)

Moderation: KLAUS KASTBERGER

Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Alten Schmiede, Wien
und des StifterHauses
Keinem Werk der slowenischen Literatur in Kärnten kommt eine so große Bedeutung zu und wurde ein solches Interesse zuteil wie dem 1972 erschienenen Roman "Zmote dijaka Tjaža" von Florjan Lipuš, der 1981 unter dem Titel "Der Zögling Tjaž" in der Übersetzung von Peter Handke und Helga Mraènikar auch auf deutsch herauskam. Als Metapher des widerständigen Subjekts und zugleich als Manifest literarischer Modernität einer bis dahin international kaum bekannten Regionalliteratur wurde dieser Text zu einem ästhetischen Monument seiner Kultur, zu einem literarischen Mythos, ohne darin zu erstarren. Es ist die Intention auf die Sprache, die ihm sowohl seinen ästhetischen wie auch seinen gesellschaftlichen und politischen Stellenwert gibt. (Johann Strutz)
"Der Zögling Tjaž" ist eine österreichisch-slowenische Variante der Blechtrommel, in der gegen die bestehenden Verhältnisse (und zwar jene einer katholischen Erziehungsanstalt) nicht lautstark angetrommelt, sondern - im Wortsinn - still und heimlich "angekratzt" wird (Klaus Kastberger).


Florjan Lipuš, geboren 1937 in Lobnig (Kärnten), lebt in Sele/ Miklauzhof. Studium der Theologie in Klagenfurt/ Celovec, der Slawistik in Ljubljana und der Rechtswissenschaften in Graz. 1960-1980 Herausgeber der kärntner-slowenischen Literaturzeitschrift Mladje. Zahlreiche österreichische und slowenische Auszeichnungen, u. a. 1995 Literaturpreis des Landes Kärnten, 2004 France-Prešeren-Preis, 2005 Würdigungspreis für Literatur. Publikationen (Auswahl): "Der Zögling Tjaž", Roman ("Zmote dijaka Tjaža", 1972); "Die Beseitigung meines Dorfes", Roman ("Odstranitev moje vasi", 1983); "Die Verweigerung der Wehmut", Roman ("Jalov pelin", 1985); "Herzflecken", Roman ("Srène pege", 1991); "Verdächtiger Umgang mit dem Chaos", Roman (1995); < Bostjans Flug >, Roman (2003); "Die Regenprozession und andere Prosa" (2007); "Werke", 8 Bände und 2 Essaybände (2007).


Ilma Rakusa, geboren 1946 in der Slowakei, lebt in Zürich. Schriftstellerin, Übersetzerin, Publizistin und Lehrbeauftragte der Universität Zürich. Zahlreiche Übersetzungen, u.a. von Marguerite Duras, Imre Kertész, Danilo Kiš und Marina Zwetajewa. Zuletzt erschienen: "Von Ketzern und Klassikern", Streifzüge durch die russische Literatur (2003); "Langsamer!" (2005); "Stille. Zeit", Essays (2005); "Durch Schnee", Erzählungen und Prosaminiaturen (2006); "Zur Sprache gehen", Dresdner Chamisso-Poetikvorlesungen (2006); "Garten, Züge", Eine Erzählung und zehn Gedichte (2006).


Johann Strutz, geboren 1949 in Ruden (Kärnten). Studium der Anglistik, Germanistik und Philosophie; Professor am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Klagenfurt. Arbeitsschwerpunkte: Literaturtheorie, Literaturbeziehungen im Alpen-Adria-Raum. Zahlreiche Publikationen, u. a. "Lipuš lesen", Texte und Materialien zu Florjan Lipuš (hrsg. gem. mit Klaus Amann, 2001).



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