Ausstellungseröffnung
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1

„Displaced - Paul Celan in Wien 1947/1948”

Ausstellungsdauer: 12. November 2003 bis 1. Februar 2004

Öffnungszeiten: Di bis So von 10 bis 15 Uhr

Wien 1948: Alliierte Besetzung, Bombenschäden in dunklen Gassen, bittere Armut neben Amüsierlokalen - und der Beginn des Kalten Kriegs. Doch Marshall-Plan, Währungsreform und die Amnestie der „minderbelasteten” Nazis ebneten Österreichs Weg zum wirtschaftlichen und ideologischen Neubeginn.
Weniger beachtet wurde das Schicksal zehntausender jüdischer Flüchtlinge aus Osteuropa, für die Wien das Tor zum Westen wurde. In ihrem Sog kam zu Fuß aus Bukarest Paul Celan (eig. Paul Antschel) mit seinem epochalen Gedicht „Todesfuge” im Gepäck. Voller Elan drängte er in den avantgardistischen Künstlerkreis rund um die Agathon Galerie. Freunde ermöglichten ihm Lesungen und das Erscheinen seines ersten Gedichtbandes „Der Sand aus den Urnen”, den er wegen enormer Druckfehler wieder einstampfen ließ. Im Umfeld von Hans Weigel lernte Celan Ingeborg Bachmann kennen, mit der ihn eine tiefe literarische Verwandtschaft verband.
Die Ausstellung widmet sich dem künstlerischen Umfeld Paul Celans in diesem Lebensabschnitt von sechs Monaten. Mit Fotos, Büchern, Bildern und bibliophilen Raritäten ersteht das kulturelle und politische Panorama einer zerrissenen Zeit in einer Stadt, die dem heimatlosen Dichter keine dauerhafte Bleibe bieten konnte.


„ ... daß Paul Celan der Dichter unserer westöstlichen Landschaft ist, den ich ein halbes Menschenalter von ihr erwartet habe und der diese Gläubigkeit reichlich lohnt. [...] das einzige lyrische Pendant des Kafkaschen Werkes...”
(Alfred Margul-Sperber über Paul Celan, 1947)
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