Grundbücher der österreichischen Literatur ab 1945
Dienstag, 4. Mai 2010
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

WOLFGANG BAUER: Magic Afternoon (UA 1968; Kiepenheuer & Witsch 1969)
Kommentierte Lesung mit THOMAS BAUM und ROBERT WOELFL
Referat: MONIKA MEISTER; Moderation: KLAUS KASTBERGER

Mit freundlicher Genehmigung des Sessler Verlages, Wien
Ein Kooperationsprojekt der Alten Schmiede, Wien und des StifterHauses

Der Grazer Dramatiker, Lyriker und Erzähler WOLFGANG BAUER (1941-2005) feierte 1968 mit dem Einakter „Magic afternoon” seinen ersten großen Erfolg. Darin zeigt er zwei Männer und zwei Frauen zwischen 22 und 30 Jahren, „drop outs”, die sich von der „Welt der Erwachsenen” abgeschlossen haben, Geschäftigkeit und Leistungszwang als Werte nicht mehr anerkennen wollen, aber selbst auch keine neuen Werte zu schaffen imstande sind Was sie erleben wollen, „was Aufregendes”, können sie nicht finden. Was ihnen bleibt, ist nur ein Nachleben jener Welt, die der Spätkapitalismus zu bieten hat: Sex, Haschisch, Schallplatten, Porno- und Horrorfilme. Im inhaltslosen Leben und gegenseitiger Fixierung dieses Quartetts entwickeln sich Aggressionen, die schließlich zum Totschlag führen.
„Nicht nur in diesem hochdramatischen Schluß besteht die Leistung der frühen Stücke Bauers. Sie besteht in der Präsentation auch des Absichtslosen. Des Beiläufigen, dessen, was so geschieht, was uns begleitet, was keine symbolische Bedeutung hat. Hier knüpft Bauer - wie Handke beobachtet hat - eben an die Tradition eines Horváth an.” (Wendelin Schmidt-Dengler in Bruchlinien, 1995)

ROBERT WOELFL, geboren 1965 in Villach, lebt als freier Schriftsteller in Wien. Videoessays, Theaterstücke, Hörstücke. Österreichischer Videokunstpreis 1991; Reinhold-Lenz-Preis für neue Dramatik 2000; Autorenpreis der deutschsprachigen Theaterverlage.

TOMAS BAUM, geboren 1958, lebt und arbeitet in Linz. Publikationen u. a.: Theaterstücke, Kinderbuch „Süleyman pfeift” 1999, Roman „Inversion” 1998. 2006 Drehbuch für die Tatort-Folge „Tödliches Vertrauen” und auch für den Kinoerfolg „In drei Tagen bist du tot”. „Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Literatur” 1998.

MONIKA MEISTER, geboren 1949 in Innsbruck, Institutsvorständin am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien. Zahlreiche Publikationen u. a. zum Antiken Theater, zu Theoriegeschichte des Theaters vom 18.-20. Jahrhundert, zu Theater und Ästhetik im 20. Jahrhundert.
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