Verleihung der Heimrad-Bäcker-Preise
Dienstag, 1. Juni 2010
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr:

Begrüßung: GEMEINDERÄTIN DIREKTORIN WALTRAUD KALTENHUBER

DR. VERONIKA ZANGL
Zitat und Dokument. Heimrad Bäckers Beschwörungsformeln nachträglicher Erfahrung
Laudationes

Lesungen der Preisträgerinnen
BRIGITTA FALKNER (Heimrad-Bäcker-Preis)
ANJA UTLER (Förderpreis)

Die Vergabe der Heimrad-Bäcker-Preise wird maßgeblich unterstützt durch eine Förderung des Kulturamts der Stadt Linz gemeinsam mit der Direktion Kultur des Landes Oberösterreich sowie durch das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

Heimrad Bäckers „nachschrift” analysiert mit den Mitteln der konkreten Poesie die Genese und Struktur der Shoah. Sie besteht ausschließlich aus vorgefundenem Textmaterial, keiner der Texte ist Fiktion, jeder von ihnen ist durch die Anmerkungen am Ende des Bandes auf seine Herkunft und Quelle hin überprüfbar. Die Literaturwissenschaftlerin Veronika Zangl, die jüngst eine vielbeachtete Studie zu „Poetik nach dem Holocaust” veröffentlicht hat, untersucht in ihrem Vortrag, wie Heimrad Bäckers Werk im Spannungsfeld von Zitat und Dokument zu positionieren ist.
Dieses Gedenken an den Autor durch eine vertiefende Analyse seines Hauptwerks wird durch das beispiellose literaturfördernde Vermächtnis Heimrad Bäckers ergänzt: Noch zu Lebzeiten hat er zusammen mit seiner Frau Margret den „Heimrad-Bäcker-Preis” (dotiert mit Euro 8.000) und den „Förderpreis zum Heimrad-Bäcker-Preis” (dotiert mit Euro 3.500) gestiftet. Diese Preise sollen Autorinnen auszeichnen und fördern, deren bisheriges Werk mit der ästhetischen Ausrichtung der "edition neue texte", wie Heimrad Bäcker sie verlegt hat, in Zusammenhang steht. Sie sind somit die einzigen österreichischen Preise, die so entschieden zur Förderung von Literatur aus dem Umfeld dessen verliehen werden, was als experimentelle Dichtung, Literatur als Kunst oder einfach als relevante Literatur abseits von Belletristik zu betrachten ist.
Nach Entscheidung der Jury (Franz Josef Czernin, Thomas Eder und der letztjährige Preisträger Herbert J. Wimmer) werden die diesjährigen Preise verliehen an: Brigitta Falkner (Heimrad-Bäcker-Preis) und Anja Utler (Förderpreis).


Brigitta Falkner, geboren 1959 in Wien, lebt und arbeitet in Wien. Publiziert seit 1988 in Zeitschriften und Anthologien. Arbeiten für den Rundfunk; Einzel- und Sammelausstellungen. Buchpublikationen: „Anagramme Bildtexte Comics”, Das fröhliche Wohnzimmer, Wien 1992; „TobrevierSchreiverbot - Palindrome”, Klagenfurt 1998; „Fabula rasa oder Die methodische Schraube”, Ritter-Verlag, Klagenfurt 2001; „Bunte Tuben - Anagramm”, Basel 2004; „Populäre Panoramen I”, Wien 2010.


Anja Utler, geboren 1973, ausgebildete Slavistin, Anglistin & Sprecherzieherin. Lebt in Regensburg und Wien. Publikationen u.a. „ münden - entzüngeln”, 2004, „ brinnen”, 2006 (Buch und CD) und „jana, vermacht”, 2009 (Buch und CD). 2007 erschien in der Reihe ‚Münchner Reden zur Poesie’ der Stiftung Lyrik Kabinett der poetologische Text „plötzlicher mohn”.
Veronika Zangl, Dr. phil., Studium der Deutschen Philologie und Theaterwissenschaft in Wien. Seit 2006 Lektorin am Institut für Germanistik sowie am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien. Publikationen insbesondere zu Holocaust-Literatur sowie zu österreichischen Erinnerungsnarrativen nach 1945. Letzte Buchpublikation: „Poetik nach dem Holocaust. Erinnerungen - Tatsachen - Geschichten”, München 2009.
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