Antisemitismus im 19. Jahrhundert - Der Fall Franz Stelzhamer
Montag, 14. Juni 2010
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1

16.00 Uhr:
Vorträge von SILVIA BENGESSER, MICHAEL JOHN, LUDWIG LAHER

19.30 Uhr:
Podiumsdiskussion mit GÜNTER KAINDLSTORFER, MICHAEL JOHN, WOLFGANG GASSER und WERNER MICHLER
Zu den Vorträgen:

Als Franz Stelzhamer 1852 den Text „Jude” in „Das bunte Buch” in München im Privatdruck veröffentlicht, werden Ansätze zu einer rechtlichen Emanzipation/
einer Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung in Hinblick auf bürgerliche Rechte
teilweise bereits wieder zurück genommen. Antijüdische Vorurteile radikalisieren sich zunehmend, auch dort, wo es wenig unmittelbare Erfahrungen im Zusammenleben zwischen Nichtjuden und Juden gibt.

FRANZ STELZHAMER (1802-1874), Dichter und Novellist. Führte bis 1824 ein unstetes Wanderleben, erlebte 1837 seinen Durchbruch mit den „Liedern in obderenns´scher Volksmundart” und gilt als bedeutendster Vertreter oberösterreichischer Mundartdichtung. Bis 1842 als Journalist in Wien, danach in Oberösterreich, Salzburg und Deutschland tätig. Stelzhamer ist der Verfasser der oberösterreichischen Landeshymne („Hoamatgsang”).

SILVIA BENGESSER, Dr., geboren 1957 in Raab/OÖ., lebt in Salzburg, Lehrbeauftragte am Fachbereich Germanistik der Universität Salzburg. Zahlreiche Vorträge, literaturhistorische und essayistische Arbeiten zu Franz Stelzhamer, Mitarbeit an der Historisch-Kritischen Gesamtausgabe der Werke und Briefe Adalbert Stifters.

MICHAEL JOHN, Dr., geboren 1954 in Linz, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Wien, ao. Univ.-Prof. am Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz.

LUDWIG LAHER, Dr., geb. 1955 in Linz, Studium der Germanistik, Anglistik und Klassischen Philologie, Universitätslehrer, Übersetzer und Autor, erhielt zahlreiche Literaturpreise und Stipendien. Schreibt Prosa, Lyrik, Essays, Hörspiele, Hörbilder, Drehbücher sowie wissenschaftliche Texte.


Zur Podiumsdiskussion:

Der Begriff „Antisemitismus”, geprägt im 19. Jahrhundert, ist in der Forschung nicht unumstritten, auch die Frage, ob eine Ablehnung des Judentums aus religiösen Motiven, ökonomischen Gründen, aufklärerisch-nationaler oder rassisch begründeter Ideologie gewissermaßen als stete Weiterentwicklung ein und desselben Phänomens - letztlich hin zum Holocaust - zu sehen ist, wird unterschiedlich beantwortet.
Die Auseinandersetzung mit einer explizit antijüdischen Haltung am Beispiel Franz Stelzhamer richtet den Blick auf einen Zeitraum, während dessen die Polemik neue Metaphorik und steigende Popularisierung erfährt.


WOLFGANG GASSER, Dr., Studium der Geschichte und Judaistik in Wien, Berlin und Jerusalem, Tätigkeiten als Referent für die Länder Israel und Großbritannien beim Österreichischen Versöhnungsfonds für Zwangsarbeiterentschädigung sowie als Historiker für den Allgemeinen Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus. Editionsprojekt zum Wiener jüdischen Journalisten Benjamin Kewall (erschienen 2010).

MICHAEL JOHN, Dr., geboren 1954 in Linz, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Wien, ao. Univ.-Prof. am Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz.

GÜNTER KAINDLSTORFER, Dr., geb. 1963 in Bad Ischl/Oberösterreich, Journalist, Literaturkritiker und Kulturredakteur (TV, Hörfunk) beim ORF

WERNER MICHLER, Dr., geb. 1967 in Wien, Studium der Germanistik und Philosophie an der Universität Wien, seit 1998 Univ.-Ass. am Institut für Germanistik der Universität Wien. Figdor-Preis für Sprach- und Literaturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2001, Mitarbeit an der Historisch-Kritischen Gesamtausgabe der Werke und Briefe Adalbert Stifters.
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