Literatur aus der Mitte Europas
Montag, 14. Februar 2011
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr

MELINDA NADJ ABONJI: Tauben fliegen auf. Roman
Deutschsprachige Lesung mit der Autorin
Einführung: KATJA GASSER (ORF)

Reihe: Literatur aus der Mitte Europas

MELINDA NADJ ABONJI, geboren am 22. Juni 1968 in Becsej, Vojvodina. Autorin, Textperformerin, Musikerin (Geige und Gesang). Studium der Germanistik und Geschichte in Zürich (Lic. Phil. I). Seit 1998 Zusammenarbeit mit dem Raplyriker und Beatboxer Jurczok 1001 (Textperformance, Musik, Theater). Seit 2006 Leiterin einer freien Schreibwerkstatt in Zürich. 2004 erschien ihr erster Roman „Im Schaufenster im Frühling”, für den sie zahlreiche Auszeichnungen erhielt.
Auszeichnungen und Stipendien: 2010 Deutscher und Schweizer Buchpreis, 2006 Grenzgänger Stipendium der Robert-Bosch Stiftung (für das Romanmanuskript "Tauben fliegen auf"). Fördergabe der Pro Helvetia (für das Romanmanuskript "Tauben fliegen auf")
2004 Ehrengabe der Stadt Zürich (für "Im Schaufenster im Frühling") 6-wöchiger Aufenthalt in Sierre (auf Einladung der Pro Helvetia & der Ècole cantonale d'art du valais, mit Zuzanna Janin, Marcos Lora Read & Kgafela oa Magogodi) 2001 Werkbeitrag der Cassinelli-Vogel-Stiftung (für Im Schaufenster im Frühling), Hermann Ganz Preis, Schweizer Schriftsteller Verband und Migros, Kulturprozent (für "Im Schaufenster im Frühling") 2000, fünfmonatiger Aufenthalt mit Stipendium am Literarischen Colloquium Berlin (für "Im Schaufenster im Frühling")

Zum Buch:
Eine ungarische Familie aus Serbien in der Schweiz. Ein schwungvoll und gewitzt erzählter Roman aus der Mitte Europas.
Es ist ein schokoladenbrauner Chevrolet mit Schweizer Kennzeichen, mit dem sie zur allgemeinen Überraschung ins Dorf einfahren, und die Dorfstraße ist wirklich nicht gemacht für einen solchen Wagen. Sie, das ist die Familie Kocsis, und das Dorf liegt in der Vojvodina im Norden Serbiens, dort, wo die ungarische Minderheit lebt, zu der auch diese Familie gehört. Oder, richtiger, gehörte. Denn sie sind vor etlichen Jahren schon ausgewandert in die Schweiz, erst der Vater und dann, sobald es erlaubt war, auch die Mutter mit den beiden Töchtern, Nomi und Ildiko, und Ildiko ist es, die das hier alles erzählt. So auch den Besuch im Dorf, der dann nicht der einzige bleibt, Hochzeiten und Tod rufen sie jedesmal wieder zurück ins Dorf, wo Mamika und all die anderen Verwandten leben, solange sie leben. Zuhause ist die Familie Kocsis also in der Schweiz, aber es ist ein schwieriges Zuhause, von Heimat gar nicht zu reden, obwohl sie doch die Cafeteria betreiben und obwohl die Kinder dort aufgewachsen sind. Die Eltern haben es immerhin geschafft, aber die Schweiz schafft manchmal die Töchter, Ildiko vor allem, sie sind zwar dort angekommen, aber nicht immer
angenommen. Es genügt schon, den Streitigkeiten ihrer Angestellten aus den verschiedenen ehemals jugoslawischen Republiken zuzuhören, um sich nicht mehr zu wundern über ein seltsames Europa, das einander nicht wahrnehmen will. Bleiben da wirklich nur die Liebe und der Rückzug ins angeblich private Leben? (Verlagstext)
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