Audio- visuelle Buchpräsentation
Mittwoch, 21. Jänner 2004
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr

WOLFGANG WIESAUER (Haiku), ROLAND DANNER (Bild); 36 (synästhetische Versuche, Wort und Bild zu verbinden)
Einführung: SIEGFRIED HOLZBAUER
(Edition S.p.N.LAUB, Rottenegg)

Unser gemeinsames Schaffen ist der Versuch einer Synthese von Malerei und Literatur, von Bild und Wort, von Zeichen und Bedeutung: die Integration von Bild und Wort zu einer synästhetische Formensprache ...:
Das griechische Wort graphein bedeutet (ein)ritzen, malen, aber auch: schreiben! Sie gehören zusammen. Bild bzw. Wort sind nicht bloß passive Mittler/Träger des jeweils anderen (Kunstmediums), sondern „aktiver Teilnehmer” am lebendigen/interaktiven Prozess der künstlerischen Formulierung. Weder ist das Bild lediglich die Umsetzung des Wortes in materielles bzw. visuelles Geschehen, noch das Wort bloßer Kommentar oder „geistiges Accessoire”/”mentale Befruchtung” des Bildes. Es soll eine Episynthese gelingen, - die Gleichwertigkeit von Wort und Bild realisiert werden!
In der Durchdringung mit dem Bild muss das Wort eine eigene, wirklich Form eingehen. Sinn-bild-lich und bild-sinn-lich zugleich sein.
In der Verschmelzung mit dem Wort muss das Bild „selbst(-)redend” werden: eine „Aura” entfalten. Das dualistische Begriffspaar// die Antinomie/Dichotomie Geist/Materie bzw. Wort/Bild wird als konstruktiver Gegensatz verstanden, dessen Ganzes mehr ist als die Summe seiner Teile. „Die Künste konvergieren nur, wo jeder ihr immanentes Prinzip rein verfolgt”, sagt Theodor W. Adorno in seinen „Musikalischen Schriften I-III”.
Bei der Arbeit gingen wir von folgenden Prämissen aus:
Roland Danners Prämisse: Aura: das „nunc stans” im Kunstwerk.
Die un-unterschiedene Ganzheit eines Werkes der bildenden Kunst als „Stehendes Jetzt” ist „Aura”. Daher seine „auratischen Kompositionen”: reflektierende, stille, statische Farbwerte „ummanteln „(s)eine dynamische Formensprache.
Wolfgang Wiesauers Prämisse: rituelle „Enge” als selbstgewählter formaler Zwang: Skizzenhaftigkeit als Definitivum.
Die Verquickung einer gemeinsamen/ganzheitlichen Formensprache gelingt am ehesten dort, wo die 17silbrige Haiku-Formvorschrift zu „Einsilbrigkeit” - gemeint ist: zu größtmöglicher Reduktion und Abstraktion zwingt und sich ein bloß punktuell und andeutungsweise skizzierter Text mit der „Vorläufigkeit” einer auratischen Farbgraphik zur Einheit verbindet.
Unser gemeinsames Konzept:: das Total der Substanz im Minimal der Form.

Wolfgang Wiesauer, geboren 1954 in Gmunden. Dipl. Sozialarbeiter, Kunsthistoriker, lebt in Attnang-Puchheim. 1984 Österreichisches Dramatikerstipendium des BMUK.
Buchveröffentlichungen: „Die Züge”, Novelle, Wien 1979; „Das Spektrum des Nichts”, Lyrikzyklus, Gosau/Salzburg 2000; „36”, Haiku, Rottenegg 2003; „Teufels Küche”, Lyrikzyklus, Rottenegg 2004; „Charybdis” (Studie zur Konvergenz von homerischer Epik und neuen klinischen Konzepten) sowie Texte und Essays zur Konvergenz von westlicher und östlicher Mystik.

Roland Danner, geboren 1964 in Linz. Lithograph, Mixed Media Künstler, lebt in Ottensheim.
Ausstellungen (Auswahl): 1989 AK-Bildungshaus Jägermayrhof Linz, 1991 Hypo-Galerie Linz, 1992 Galerie Form Wels, 1993 Galerie D’Ecole Innsbruck, 1994 St. Anna Kapelle Passau, 1998 Kulturzentrum Zuckerfabrik Enns, 2000 Galerie Havanna Linz, 2002 Art Innsbruck.

Günter Wiesauer, geboren 1976 in Gmunden; Ronald Wiesauer, geboren 1979.
Erster Gitarreunterricht mit 6 Jahren bei ihrem Vater. Landesmusikschule Vöcklabruck. 1997 begannen sie ihr Konzertfachstudium am Mozarteum im Salzburg, wo sie zur Zeit bei Marco-Diaz Tamayo studieren. Meisterklassen und Kurse absolvierten sie bei Alvaro Pierri, Pavel Steidel, Ricardo Gallen, Dale Kavanagh und anderen. Teilnahme an Wettbewerben und Konzerten u. a. in Frankreich, Griechenland und Deutschland.
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