GAV OÖ: Literatur aus Tschechien
Dienstag, 15. November 2011
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19.30 Uhr

TEREZA BOUCKOVÁ liest aus „Das Jahr des Hahns” und fein gesponnene Kurzprosa, die sich durch Ironie und scharfsinnige Alltagsbeobachtungen auszeichnet.

Organisation und Einführung: RICHARD WALL

Veranstalter: GAV Oberösterreich

TEREZA BOUCKOVÁ, geborene Kohoutova, Tochter des Schriftstellers Pavel Kohout und von Anna Kohoutova, Schwester des bildendes Künstlers Ondøej Kohout. Ein Studium war ihr nach dem Abitur aus politischen Gründen verwehrt. Ihre Weiterbildung erreichte sie allein durch Privatstudien und durch die Teilnahme an Vorlesungen der sogenannten Hausuniversitäten. Sie arbeitete als Putzfrau und nach der Unterzeichnung der „Charta 77” in verschiedenen Anstellungen als Packerin, Briefträgerin und Hauswartsfrau.
Ab 1988 widmete sie sich ihrer künstlerischen Arbeit. Ihr Erstlingswerk, den Roman Indiánský bìh („Indianerlauf”), veröffentliche sie im Samizdat in der Edition Expedice (1988) und in den Samizdat Kluturmagazinen Revolver Revue und Host (1989). 1990 wurde ihre Prosa mit dem Jiøí Orten Preis ausgezeichnet. „Indianerlauf” ist in Deutschland bei Rowohlt (Berlin 1993) erschienen und hat und zu einer schweren Verstimmung geführt zwischen der Autorin und ihrem Vater sowie anderen Dissidenten. Weitere Prosawerke: Køepelice („Turteltaube”) und Když milujete muže („Wenn sie einen Mann lieben”). Außerdem schrieb sie das Drehbuch zum Film Smradi („Fratzen”), Premiere war im Herbst 2002. Der Film bekam den Höchstpreis für die beste Regie beim Internationalen Filmfestival in Istanbul. Weiters ist sie Drehbuchautorin des Films Zemský ráj to napohled („Dieses Land, so schön vor allen”), 2009. Ihre Bühnenadaptation von Fellinis Film La strada (Silnice) wird seit 2007 gespielt.
Zum Buch: An ihren erfolgreichen ersten Roman „Indianerlauf”, mit dem ihr eine prägnante Rekapitulation ihrer Kindheit und Reifezeit gelang, knüpfte sie 2008 mit Rok kohouta („Das Jahr des Hahns”) an: ein Roman, der sich als Tagebuch gibt und ungeschminkt von den Sorgen und Leiden berichtet, die das Leben und Werk der Autorin bedrängten.
Das Jahr des Hahns, übrigens ein Bestseller in Tschechien, ist die Erzählung einer Frau, die ihr Leben nicht mehr im Griff hat und nach neuer Lebenskraft sucht. Die chinesische Astrologie kennt zwölf Tierkreiszeichen, im Zeichen des Hahns wurde auch die Schriftstellerin geboren. Es sollte eigentlich eine Zeit gewesen sein, wo nach anfänglichen Schwierigkeiten alles wieder besser wird. Für Tereza Bouèková war dies aber nicht der Fall: Ihr Leben war in jeder Hinsicht sehr schwierig: Zerfall der Familie, Midlife-Crisis und viele andere Probleme. „Das Jahr des Hahns” ist der literarisch sublimierte Weg von einer Situation der absoluten Aussichtslosigkeit bis zur befreienden Verankerung des Ichs durch Zuversicht und Mut.
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