Tage des oberen Mühlviertels
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1

Ausstellung:
EDDA SEIDL-REITER: „SEELENFASERN”
Zeichnungen Zeichen Texturen


Ausstellungsdauer: 11. Februar bis 3. März 2004
Öffnungszeiten: Di bis So von 10 bis 15 Uhr


Edda Seidl-Reiter, geboren 1940 in Wien; mit 7 Jahren kommt sie in die Schweiz, wo sie ein halbes Jahr in Uetzikon bei Hombrechtikon in die Volksschule geht. Pflichtschulen und Textilfachschule in Wien. Diplom an der Akademie für angewandte Kunst 1962. British Council-Scholar 1967 / 68 - während dieser Zeit erarbeitet sie neben ihrem Kunststudium an der Slade (London) die Befugnis, Englisch an Unterstufen zu unterrichten. Seit dem Jahre 1988 sammelt sie Mühlviertler Begriffe: Wörter, Sätze, Wortfetzen. „Offiziell” beginnt der „Juiwëgga Dudn” 1991 im Gasthaus Luger (Schmidwirt) in Julbach mit der „Publikation” in einem Ordner. Seidl-Reiter baut 1997 mit der VHS Rohrbach den einzigen „Griechisch für Anfänger”-Kurs in O.Ö, auf, welcher 7 Semester dauerte. Gleichzeitig sammelt sie weiterhin Mühlviertler „Seelengut” aus gesprochenem Sprachgut. 1995 wird ihr Engagement durch den Artikel „Aktive Dialektforschung: Eigener Julbacher Duden” in den „Mühlviertler Nachrichten” gewürdigt, doch ihr Alleingang im Sammeln von altem Sprachgut, „direkt vor Ort” dauert bis zum Jahre 1999 an. Zusammenarbeit seither mit Werner Pfleger, welcher die PC-Arbeit übernahm. 2001 gesellte sich Heinrich Lauss (Beaghaindl) als Fachmann in Sachen Dialekt hinzu und 2002 Ingrid Laic als Lektorin. Edda Seidl-Reiters jahrelanger Alleingang im Lernen eines O.Ö. Dialektes ist nun ein Buch geworden. 1988 Publikation von „Alles ist weben” - Tapisserien, Ideen, Objekte, Projekte 1957-1987, Böhlau Verlag; 2002 Publikation vom „Juiwëgga Dudn - Das Mühlviertel in seiner Sprache”.
Teilnahme an der Biennale von Sao Paulo, Teilnahme an drei Biennalen in Lausanne, Schweiz. Teilnahme an der Tapisseriebiennale Hamburg. Wanderausstellung von E.S.-R.‘ s Arbeiten zwei Jahre lang durch Polen etc. Großaufträge für die Hurschler-Collection, Pasadena ( U.S.A.). Die Los Angeles Times und deren Druckerei besitzen zwei große Arbeiten; größere Arbeiten befinden auch sich im Vienna International Centre (UNO) - Wien, Standesamt Julbach, u.a..


Edda Seidl-Reiters visualisierte Gestaltung des Wissens um das starke Gewicht des „textilen Gedankens” („Alles ist weben”) hat ein Gegenstück „die Reise nach Innen”, nach den nicht sichtbaren Vernetzungen, bekommen: die gezeichneten Buchstaben, deren Fasern nach „Innen” streben. Dass der Buchstabe und sein Klang nach Innen gewichtig ist, hat ihr Egon Fenz mit seinem Buch „Laut, Wort, Sprache und ihre Deutung, 1940”, mitvermittelt .

Idee und Zielsetzung des „Juiwëgga Dudn”
Um die Grenzen der Nationalität, der Religion und der Sprache zu überbrücken ist es wichtig, das Selbstbewusstseins zu stärken. Dies geschieht auch durch Bewusstwerdung der eigenen Sprachqualität. Die Bemühungen der Autorin des „Juiwëgga Dudn”, in jedem Land ihres Aufenthaltes die Landessprache zu lernen, führte im gegebenen Fall zu einem Buch. Ihre Erkenntnis des Nichtvorhandenseins eines Sprach-Lehrbuchs des Mühlviertler Dialekts machte, ihrer Meinung nach, dies notwendig. Das Versäumnis der Nicht-Achtung des Dialekts passt, so glaubt sie, auf viele Menschen.
Das Buch bringt die Sprachseele eines Dorfes. Jeder Buchstabe hat eine SEELE, die Ausstellung „SEELENFASERN” versucht dies zu vermitteln.
Die A-WIE ANFANG -Tapisserie bildet den Beginn des Engagements in Bezug auf Sprachforschung E.S-R.‘s.
Eine Schulklasse in Linz hat mit ihrer Lehrerin Ingrid Laic den Gedanken bereits aufgegriffen.
Durch den Zugang zum Julbacher (Mühlviertler) Dialekt hat Edda Seidl-Reiter eine „Heimat in Sprache” bekommen.
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