Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945
Dienstag, 16. Oktober 2012
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

JEAN AMÉRY: Jenseits von Schuld und Sühne. Bewältigungsversuche eines Überwältigten
(Szczesny Verlag, 1966)
Kommentierte Lesung: LYDIA MISCHKULNIG

Referat: GERHARD SCHEIT
Moderation: KLAUS KASTBERGER

Mit freundlicher Genehmigung des Klett-Cotta Verlags, Stuttgart

Ein Kooperationsprojekt der Alten Schmiede, Wien
und des StifterHauses

JEAN AMÉRY, (Hans Mayer), geboren 1912 in Wien, Freitod 1978 in Salzburg. Buchhändlerlehre, Studium der Philosophie und Literatur in Wien. 1938 Flucht nach Belgien, 1943 als Mitglied einer Widerstandsbewegung verhaftet und ins KZ Auschwitz deportiert. 1945 in Bergen-Belsen befreit. Lebte ab 1945 in Brüssel. Publikationen u. a. : „Jenseits von Schuld und Sühne. Bewältigungsversuche eines Überwältigten” (1966); „Über das Altern. Revolte und Resignation” (1968); „Widersprüche”, 1971; „Unmeisterliche Wanderjahre”, 1971; „Lefeu oder der Abbruch”, Roman-Essay, 1974; „Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod”, 1976; „Charles Bovary, Landarzt. Porträt eines einfachen Mannes”, 1978. Posthum erschienen u. a. die Sammlung „Örtlichkeiten”, 1980 und der Roman „Die Schiffbrüchigen”, 2007. Die neunbändige Werkausgabe Jean Amérys erschien im Klett-Cotta-Verlag, 2002-2008.

GERHARD SCHEIT, geboren 1959 in Wien; Studium an der Wiener Musikhochschule, Universität Wien, FU Berlin. Freier Autor, Arbeiten zur Kritischen Theorie, über den Souverän und die Ästhetik in der Moderne; Zahlreiche Buchpublikationen, u. a.: „Quälbarer Leib. Kritik der Gesellschaft nach Adorno”, 2011; Mitherausgeber der Jean-Améry-Werkausgabe.

LYDIA MISCHKULNIG, geboren 1963 in Klagenfurt. Ab 1981 Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz und Wien, ab 1985 auch an der Filmakademie Wien. Literarisch tätig seit 1991. Lebt in Wien. Bücher u. a.: „Macht euch keine Sorgen. Neun Heimsuchungen”, 2009; „Schwestern der Angst”, Roman, 2010.

„ Amérys Aufschlüsse rütteln wach, fordern Haltung, ohne zu moralisieren, fordern Verantwortung gegenüber der Vergangenheit, gegen die er rebelliert, und gegenüber den aktuellen Fragen von universeller Notwendigkeit für die Welt. Was ist notwendig für die Menschlichkeit? Wie erkämpfen wir die Menschenrechte? Es gibt keinen Quadratmillimeter der Freiheit, der nicht zu verteidigen wäre, nicht zu erkämpfen wäre. Amérys Großzügigkeit, Aufrichtigkeit und Intensität bezeugen Verletzlichkeit und die Parität von Körper und Geist. Er macht klar, dass Wirklichkeit gestaltbar ist, und zwar menschlich. Deshalb ist seine Essay-Sammlung Grundlagenliteratur und gehört ins Pflichtprogramm unserer Schulen. Amérys Forderung nach einem unabdingbaren Humanismus ist in einer Zeit zunehmenden Rechtsradikalismus und neoliberaler Wirtschaftspolitik im Europa des 21. Jahrhunderts aktueller denn je.” (Lydia Mischkulnig)

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