Literatursalon um vier
Montag, 12. November 2012
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 16:00 Uhr

Buchpräsentation: KARL WAGNER (Hrsg.): Adalbert Stifter:
Nachkommenschaften. Späte Erzählungen
(Verlag Jung und Jung, Salzburg)
Einführung: KARL WAGNER
Lesung: JOCHEN JUNG
Gespräch mit dem Herausgeber: PAUL JANDL

Verlag Jung und Jung, Salzburg

KARL WAGNER lehrt seit 2003 Neuere deutsche Literatur an der Universität Zürich. Forschungsschwerpunkte: Literatur(theorie) des 19. und 20. Jahrhunderts; Kulturtransfer und interdisziplinäre Fragestellungen.
Zahlreiche Publikationen, zuletzt erschienen: „Weiter im Blues”, Studien und Texte zu Peter Handke, 2010; "Er war sicher der Begabteste von uns allen". Bernhard, Handke und die österreichische Literatur, 2010; (Mithrsg.): „Figuren der Übertragung. Adalbert Stifter und das Wissen seiner Zeit”, 2009; „Medien, Technik, Wissenschaft. Wissensübertragung bei Robert Musil und in seiner Zeit”, 2011.


Zum Buch:
„Hier war Adalbert Stifter der Vorfahr seiner literarischen Nachkommenschaften. Die späten Erzählungen zeigen ihn als großen lakonischen Avantgardisten des Schauens und des Schreibens. Als ,feuilletonistische Abnormität’ hat Thomas Mann Adalbert Stifters 1867 entstandene Prosa ,Aus dem bairischen Walde’ bezeichnet, und das war als großes Kompliment gedacht. Das Spätwerk des österreichischen Schriftstellers hebt sich in seiner zunehmend radikaler werdenden Form von der früheren Prosa ab. Es hat Adalbert Stifter von den Lesern seiner Zeit isoliert, ihn für die Lektüre nachfolgender Generationen aber gewonnen. Als Inbegriff modernen Erzählens, das sich der zeitgenössischen Verpflichtung zum Realismus entzieht, gilt Stifters späte Prosa, die hier in einer klar konturierten Auswahl vorliegt. Sie zeigt den Autor als Avantgardisten der Wahrnehmung, als einen, den das, was heute gemeinhin als ,Plot' bezeichnet wird, nicht mehr wirklich interessiert. Texte wie ,Nachkommenschaften’, ,Der Waldbrunnen’, ,Der Kuss von Sentze’, ,Der fromme Spruch’, ,Winterbriefe aus Kirchschlag’ und ,Mein Leben’ sind neu zu entdecken - als eigenwillige literarische Recherche, als große Abenteuer der Schriftlichkeit.” (Verlagstext)
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